MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali: Liebevolle Grüße aus der Heimat

MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali: Liebevolle Grüße aus der Heimat

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

In unterschiedlichen Einsatzgebieten, auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was wissen Jugendliche über die Missionen? Kennen sie die Aufgaben der Parlamentsarmee, die durch unsere Volksvertreter in den Einsatz geschickt wird? Im Sozialkundeunterricht sind die Bundeswehr und ihre Einsätze laut Lehrplan durchaus ein Thema. Eine ganz besondere Brücke haben Schülerinnen und Schüler des Anton-Bruckner-Gymnasiums in Straubing zu den Soldatinnen und Soldaten im MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali-Einsatz in Gao geschlagen.

Auf einem Tisch liegen angehäuft gelbe Papierschleifen, rechts ein aus einer Wäscheklammer gebastelter Engel

Schülerinnen und Schüler aus Straubing senden beste Wünsche für die Soldatinnen und Soldaten in den Einsatz nach Mali

Bundeswehr/Jana Negelen

Seit nunmehr fast 15 Jahren staunt so mancher Kontingentführer in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr nicht schlecht, wenn ihm in der Weihnachtszeit von der Feldpost ein Paket zugestellt wird. Der Inhalt? Viele selbst gebastelte Engel, Gelbe Schleifen, Papierflieger und selbst geschriebene Grußkarten. Absender sind die Schülerinnen und Schüler des Anton-Bruckner-Gymnasiums in Straubing, die beste Wünsche für eine gesunde Heimkehr an die Soldatinnen und Soldaten senden.

Durch diese Initiative der Schülerinnen und Schüler ist über die Jahre hinweg eine enge Verbundenheit mit der Bundeswehr entstanden. Oberstleutnant der Reserve Jana Negelen hat die Initiative seit Jahren mit einer wachsenden Anzahl an Schülerinnen und Schülern in Straubing mit Leben gefüllt. Mit großem persönlichen Engagement wurde bereits vielen Soldatinnen und Soldaten in Mali und in anderen Einsätzen eine große Freude bereitet.

Aktion „Schutzengel-Kompanie“

Ein Holzregal, darauf ein Segelflieger und ein blaues Barett. An der Wand hängen eine Grußkarte und ein Engel

Darf über dem Bett einer Soldatin oder eines Soldaten nicht fehlen: der persönliche Schutzengel im Einsatz

Bundeswehr/Dirk Jechow

Der Angriff auf das deutsche Kontingent in Mali Ende Juni entfachte deshalb bei den Schülerinnen und Schülern die Sorge um „ihre Soldatinnen und Soldaten“. Die Erkenntnis reifte, dass Auslandseinsätze eben nicht nur eine Trennung von der Familie bedeuten, sondern auch gefährlich sind. Für die Jugendlichen wurde dies auf drastische Weise greifbar und mündete bei einem Schüler in der Aussage: „Da haben die Schutzengel aber echt ganz schön zu tun gehabt.“

Für die Profis in Sachen Unterstützung der Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz war dies das Stichwort. Weihnachtskarten waren gestern, heute werden Schutzengel gebraucht! Die Aktion „Schutzengel für unsere Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz“ ward geboren und entgegen dem Trend von Social#enMedia wurde komplett analog gearbeitet. Wer Lust hatte, durfte mitmachen, die Mund-zu-Mund-Propaganda funktionierte hervorragend. Innerhalb kürzester Zeit meldeten sich viele Helferinnen und Helfer, um die Aufstellung einer „Schutzengel-Kompanie“, wie ein Schüler das Vorhaben betitelte, aktiv zu unterstützen.

Schutzengel wachen über die Kontingentangehörigen

Ein Schutzengel im Inneren eines Bundeswehrfahrzeuges

Immer vor Ort: Ein Schutzengel wacht im Patrouillenfahrzeug Dingo über die Besatzung

Bundeswehr/Dirk Jechow

Im Camp Castor in Mali haben die Spieße der unterschiedlichen Einheiten, der Militärdekan sowie der Kontingentführer die Gaben entgegengenommen. Die Engel werden von der Truppe begeistert aufgenommen. „Jeden Tag, wenn ich den Schutzengel in meinem Dingo sehe, fühle ich, dass an uns gedacht wird“, freut sich Oberleutnant Felix S. vom A-Zug der Objektschutzkompanie im Camp Castor.

In einem geschützten Containergebäude sitzt Hauptfeldwebel Daniela K. an ihrem Schreibtisch und ist in ihre Arbeit vertieft. Nachdem der Personalfeldwebel die unterschiedlichen Datensätze in der Datenbank aktualisiert hat, hält sie kurz inne. Ihr Blick schweift durch den Container und bleibt an einem der Engel hängen, sie fängt an zu lächeln. „Mich berührt es total, dass Menschen, die mich nicht kennen, sich die Mühe machen, mir einen Schutzengel zu basteln und mir einen so lieben Gruß hinterlassen“, so Hauptfeldwebel Daniela K.

Große Herzlichkeit für die Truppe im Einsatz

Auf einem Holztisch liegen diverse gebastelte bunte Karten und Engel

Mit Herzblut dabei: Die Schülerinnen und Schüler aus Bayern investierten viel Liebe in die „Schutzengel-Kompanie“

Bundeswehr/Jana Negelen

In Deutschland wurde für diese kleinen Momente der großen Freude fleißig geschraubt, gehämmert, gebohrt, geklebt, geschrieben, be- und ausgemalt – Hauptsache jede Soldatin und jeder Soldat bekommt einen Schutzengel. Dabei darf bei so manchem dieser Kerlchen auch geschmunzelt werden, ein Schüler schrieb: „Lieber Soldat, ich kann zwar nicht zeichnen und auch Rechtschreibung ist nicht so mein Ding, aber der Gedanke zählt.“ Wie recht der junge Mann damit hat. Oftmals sind es die Kleinigkeiten, die eine Streicheleinheit für die Seele sind, das Gefühl, wahrgenommen zu werden, der Moment des Innehaltens, des Nachdenkens.

Unterstützung auch von den ganz Kleinen

Zehn Soldaten vor einem Kirchturm, in ihrer Mitte ein großes Paket. Im Hintergrund Schüttgutkörbe und eine rote Sandpiste.

Vor der Martinskirche im Camp Castor haben die Spieße, der Militärdekan und der Kontingentführer die Engel entgegengenommen

Bundeswehr/Stephan Voges

Auch die Kleinen aus dem Kindergarten St. Nikolaus in der niederbayerischen Gemeinde Salching waren fleißig. Nach getaner Arbeit stand für die Igelgruppe fest: Echte Soldaten müssen die selbstgemalten Schutzengel abholen, es muss ja alles seine Ordnung haben. Und so ließen es sich Oberleutnant Steve G. und Stabsfeldwebel Marcel N. vom 4. Versorgungsbataillon 4 in Roding nicht nehmen, persönlich bei den Knirpsen vorbeizuschauen. Bei der Übergabe der Schutzengel von den Kindergartenkindern gab es, neben vielen Fragen der kleinen Helferinnen und Helfer, auch so manches Expertengespräch der Kurzen über die diversen Fahrzeuge der Bundeswehr.

von Jana Negelen und  Stephan Voges

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