Durchblick in der Nacht: Optronikfeldwebel bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali

Durchblick in der Nacht: Optronikfeldwebel bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
2 MIN

Für die Aufklärung oder den Kampf bei Nacht werden verschiedene optronische Geräte eingesetzt. Dabei handelt es sich beispielsweise um Wärmebildgeräte, Laser oder Restlichtverstärkergeräte. Sie ermöglichen den Soldatinnen und Soldaten, bei Dunkelheit das Gelände zu beobachten, Fahrzeuge sicher zu führen oder ihre Waffe zu nutzen. Optronikfeldwebel Daniel B. ist der Fachmann für diese wichtigen Geräte, auch die Scharfschützen greifen auf seine Expertise zurück. Nach jeder Nachtmission ist er die zentrale Anlaufstelle.

Ein Fachmann auf seinem Gebiet

Blick in einen Container: Auf einer Arbeitswerkbank ist ein Nachtsichtgerät eingespannt

Der Arbeitsplatz ist voll mit Elektronik ausgestattet: ein Nachtsichtgerät auf der optischen Bank

Bundeswehr/Frank Wiedemann

Die optronischen Geräte müssen regelmäßig überprüft und gewartet werden. Hierfür steht im Einsatz ein speziell ausgebildeter Fachmann zur Verfügung: der Optronikfeldwebel. Daniel B. ist ausgebildeter Industriemeister in der Fachrichtung Elektrotechnik und hat mehrere Systemtechnik-Lehrgänge in der Fachrichtung Optronik absolviert. Ohne seine Expertise, sein Können und seine Einsatzbereitschaft wären die Aufklärungskräfte in der Nacht nur bedingt einsatzbereit.
Oberfeldwebel Daniel B. ist mit viel Herzblut bei der Sache. „Meine Tätigkeit hier im Einsatz erfüllt mich jeden Tag aufs Neue und ich fühle mich für die Kameradinnen und Kameraden auch ein Stück weit verantwortlich. Ihr Vertrauen in meine Arbeit ist für mich eine große Ehre und Motivation zugleich“, berichtet der 31-Jährige.

Auf der Suche nach dem Fehler

Zwei Soldaten stehen sich gegenüber und betrachten eine in der Mitte liegende Waffe

Bevor die Reparatur beginnt, führt Oberfeldwebel Daniel B. eine Eingangsprüfung durch

Bundeswehr/Frank Wiedemann


Sobald ein Gerät defekt ist, ist Daniel B. gefragt. Zuerst führt er eine Eingangsprüfung an dem Gerät durch, um festzustellen, wo genau der Fehler liegt. Hierbei testet er das Gerät in mehreren Prüfschritten. Als Erstes sind die mechanischen Bauteile an der Reihe. Die Bedienelemente müssen beweglich und gangbar sein. Als Nächstes wird die Elektronik überprüft. Lässt sich das Gerät überhaupt einschalten und wird auch ein Bild erzeugt? Im letzten Arbeitsschritt werden die Optiken überprüft. Dabei geht es unter anderem um Fokussierbarkeit sowie die Dioptrieneinstellung. Auf diese Weise lässt sich zuverlässig feststellen, welches Bauteil defekt ist. Im Falle eines Falles wird es dann getauscht oder instand gesetzt.

Die optische Bank im Einsatz

Ein Soldat sitzt an einem Gerät und schaut durch ein Fernglas

Ein Nachtsichtgerät wird durch Oberfeldwebel B. auf der optischen Bank geprüft

Bundeswehr/Frank Wiedemann

Für das genaue Untersuchen der Geräte stehen verschiedene Prüfmittel zur Verfügung. Das wichtigste Gerät ist die optische Bank, auf dieser führt Oberfeldwebel Daniel B. sämtliche optischen Prüfungen durch. Im vorderen Bereich befindet sich ein drehbarer Teller, auf den verschiedene Prüfrohre aufgesetzt werden können.
Es folgt der Kollimator, mit dem ein unendlich weit entferntes Ziel endlich dargestellt werden kann. Am Ende der optischen Bank befindet sich schließlich die Prüfbildeinheit. Hier werden die Einstellungen für die Dioptrien, die Parallelität für die Okulare sowie die Entfernungseinstellung geprüft und justiert.
Abschließend wird jedes Gerät mit Unterdruck und Stickstoff gespült, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Im Anschluss ist das Gerät startklar für den nächsten Einsatz. Oberfeldwebel Daniel B. ist zufrieden: „Nun können alle Kameradinnen und Kameraden in der Nacht ihres Zieles sicher sein.“

von Frank Wiedemann

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