Radio Naata

Zurück auf Sendung in Gao

Zurück auf Sendung in Gao

Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Wieder „on air“: Dank der Unterstützung der Bundeswehr sowie weiterer Partner konnten die Verantwortlichen von Radio Naata nach fast fünf Monaten Sendepause die Wiedereröffnung des Radiosenders feiern. Zuvor hatte ein Brand nach einem Kurzschluss das gesamte technische Equipment des Senders in der Stadt Gao vernichtet.

Ein deutscher Soldat in Wüstentarnunifom mit dem Schriftzug CIMIC auf dem Arm steht neben einer Menschenmenge

Deutsche und belgische CIMICCivil Military Co-Operation- Soldatinnen und Soldaten haben beim Wiederaufbau von Radio Naata unterstützt

Bundeswehr/Claas Gärtner

Schon aus der Ferne ist das Studio von Radio Naata, unweit des Stadtzentrums von Gao, an seinem hohen Sendemast im Innenhof zu erkennen. Am Fuße des Sendemasts hatten sich zur Wiedereröffnung des Senders an diesem Nachmittag alle eingefunden, die in Gao Rang und Namen haben. Und auch eine kleine Delegation der Bundeswehr durfte an diesem Tag in der ersten Reihe Platz nehmen – an einem mit der malischen und deutschen Flagge geschmückten Ehrentisch. 

Nach dem Brand im Sender im August letzten Jahres hatten die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Gao unter Schirmherrschaft des Gouverneurs eine Initiative gestartet, um Mittel für den Wiederaufbau zu sammeln. Dabei traten sie auch an die Angehörigen der MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Mission heran, die ebenfalls Hilfe zusagten. Christian P., der durch das Auswärtige Amt beauftragte zivile Berater im deutschen Einsatzkontingent, half bei der Koordination der Unterstützung: „Um Radio Naata zu helfen, haben wir die verschiedenen internationalen Akteure der zivil-militärischen Zusammenarbeit an einen Tisch gebracht.“ 

Nachdem alle Beteiligten sich abgesprochen hatten, konnten die Aufgaben verteilt werden. Ergänzend zu den Anstrengungen der lokalen Bevölkerung kümmerten sich deutsche und belgische CIMICCivil Military Co-Operation- Soldatinnen und Soldaten um die Reparatur des Gebäudes. Weitere Mittel für die technische Ausstattung des Radios mit einem kleinen Mischpult, Laptop, Batterien und Solarmodulen kamen aus dem britischen GAO Stabilisation Fund.

Radio macht Hoffnung

Ein deutscher Soldat in Wüstentarnuniform schaut sich mit zwei Maliern etwas auf einem Mobiltelefon an

Teilnehmer des deutschen Einsatzkontingents nutzten die Feierlichkeiten, um ihre Kontakte mit den lokalen gesellschaftlichen Gruppen zu intensivieren

Bundeswehr/Claas Gärtner

Radio Naata ist ein Lokalradio für die Stadt Gao und der älteste Radiosender in Nordmali. Naata heißt übersetzt Hoffnung auf Songhai, einer regionalen Sprache in Mali. Bis zu 100 Kilometer um Gao herum können die Malierinnen und Malier den Sender auf der Frequenz 91,7 Megahertz hören. Das Besondere: Radio Naata ist ein privater Sender, der durch die lokale Bevölkerung betrieben wird und sich dem sozialen Ausgleich unter den unterschiedlichen Ethnien im Sendegebiet sowie der Unterstützung des Friedensprozesses in Mali verschrieben hat.

„Radio Naata steht für den sozialen Zusammenhalt, die ,cohesion sociale‘, in Gao“, erklärt ein Bundeswehrsoldat, Major Frieder L. „Schon in der Vergangenheit arbeiteten die Macher des Radios erfolgreich mit europäischen Stiftungen zusammen, zum Beispiel bei der Ausbildung ihrer Redakteure.“ Welchen Stellenwert der Sender in Gao hat, zeigte sich auch bei der Wiedereröffnung. Der rund 50 mal 50 Meter große Innenhof des Senders war voll mit Menschen, sogar der Gouverneur der Stadt Gao und Schirmherr des Radioprojekts, Moussa Moriba Traoré, war als Ehrengast erschienen.

Radio für alle

Drei malische Frauen stehen auf einer Bühne. Eine der drei Frauen spricht vor einer Gruppe in ein Mikrofon.

Azahara Amadou Maiga, Vorsitzende des Club d’écoute Naata, wünschte den Radiomacherinnen und -machern viel Erfolg bei ihrer zukünftigen Arbeit

Bundeswehr/Claas Gärtner

Während der rund zweistündigen Eröffnungszeremonie wünschten unterschiedlichste gesellschaftliche Gruppen den 20 Radiomacherinnen und -machern viel Erfolg für ihre Aufgabe, unter ihnen Azahara Amadou Maiga, Vorsitzende des Club d’écoute Naata. Auch der Chef der Arma-Gemeinschaft, eine der Ethnien in Gao, war vertreten. 
Stellvertretend für den Kontingentführer durfte auch der Interkulturelle Einsatzberater des deutschen Einsatzkontingents ein paar Worte an die Besucherinnen und Besucher richten. Er betonte in seiner Rede die wichtige Rolle des Senders für das Leben der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gao und der Gemeinden der Region – als erstes Bürgerradio mit einer klaren Botschaft von gesellschaftlichem Zusammenhalt und Zusammenleben. Kurz bevor die Sonne über Gao unterging, eröffnete Moussa Moriba Traoré feierlich und unter großem Applaus die neue Radiostation.

von Claas Gärtner

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