Die tragende Rolle – deutsch-rumänische Kooperation in Gao

Die tragende Rolle – deutsch-rumänische Kooperation in Gao

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
2 MIN

In wenigen Zentimetern schwebendes Schwergewicht

Ein Kran hebt ein Triebwerk aus einem Hubschrauber

Präzisionsarbeit beim „Ziehen“ des Hubschrauber-Triebwerks – denn direkt über dem Triebwerk sind Rotor und Rotorkopf

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Bei den Hubschraubern der rumänischen Hubschrauber-Abteilung MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali in Gao vom Typ IAR-330 Puma L-RM muss für Wartungszwecke die Triebwerke ausgebaut werden. Hier sind sowohl Teamarbeit der deutschen und der rumänischen Soldaten des MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali-Kontingents als auch Zentimeterarbeit mit dem Fahrzeugkran notwendig.

Ein Kranführer sitzt im Führerhaus des Krans und benutzt einen Joystick

Oberstabsgefreiter Bastian M. ist Kranführer des „Fahrzeugkran Mittel mit modularer Schutzausstattung“ - „kranen“ ist hochkonzentrierte Präzisionsarbeit, die keine Unachtsamkeit verzeiht

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Für den Kranbediener, Oberstabsgefreiter Bastian M., ist die Entnahme eines Triebwerks aus einem Hubschrauber eine Premiere: „Die Herausforderung besteht darin, dass sehr wenig Platz zum „Ziehen“ des Triebwerks vorhanden ist“, erklärt der 33-Jährige aus Bad Reichenhall. „Denn direkt über den Triebwerken sitzen die Rotorblätter und der Rotorkopf. Da ist kein Platz für Fehler!“

Das rund 250 Kilogramm schwere Triebwerk muss also erst leicht nach vorne geschwenkt und dann vorsichtig nach oben gezogen werden, damit es beim Kranen nicht gegen den Rotor stößt – was große Schäden nach sich ziehen könnte.

Bastian M. und sein Einweiser, Stabsgefreiter Robin A., sind beim 12. Deutschen Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali in der Unterstützungskompanie eingesetzt. Dort „kranen“ sie im Regelfall Motoren des Transportpanzers FUCHS, Stromgeneratoren, Container oder Kabinen. Sie und ihr Kran kommen in Gao oft zum Einsatz, da es hier keinen Deckenkran gibt.

Kommunikation durch Zeichensprache

Ein Soldat gibt Handzeichen

Stabsgefreiter Robin A. gibt dem Kranführer das Kommando für „Langsam hoch ziehen!“

Bundeswehr/Philipp Hoffmann



Die beiden Deutschen kommunizieren während der Kranarbeit in Zeichensprache miteinander. Robin A.: „Das hat damit zu tun, dass es beim Kranen laut ist und ich Bastian Kommandos geben muss. Das machen wir mit klaren Handzeichen“, erklärt er. So zum Beispiel bedeutet der kreisende Zeigefinger nach oben: „Schnell hochziehen!“ – und die flache Hand darüber bedeutet „Langsam hochziehen!“

Die Zusammenarbeit im multinationalen Rahmen funktioniert auf Englisch – und tadellos. „Obwohl es in dieser Zusammensetzung das erste Mal war, verlief diese anspruchsvolle Arbeit völlig unkompliziert“, erzählt Stabsgefreiter A. und fügt hinzu: „Die rumänischen Kameraden verstehen ihr Handwerk, da sitzt jeder Handgriff. Da muss man nichts erklären, jeder weiß, was er zu tun hat.“


Männer arbeiten an einem Triebwerk

Vorsichtig wird das Triebwerk auf den Transportwagen gelegt

Bundeswehr/Philipp Hoffmann


Der rumänische Militäringenieur, Leutnant Momeu E., fügt hinzu: „Das Wartungsteam ist für die Vorbereitung der Hubschrauber und die routinemäßige Wartung verantwortlich. Es ist wirklich gut zu wissen, dass unser deutscher Partner Seite an Seite mit uns arbeitet. Der Kranführer erledigte seine Arbeit mit höchster Präzision. Wir sind dankbar für die Hilfe der deutschen Partner und freuen uns auf eine neue Zusammenarbeit“. Robin A. und sein rumänischer Kamerad sind sich einig: diese Herausforderung haben sie professionell gemeistert.

von Philipp Hoffmann und Lorena Bahnaru

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