Wichtige Gespräche: Deutsche Soldaten auf Patrouille in Mali

Wichtige Gespräche: Deutsche Soldaten auf Patrouille in Mali

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
4 MIN

Kurz nachdem die Soldaten der Objektschutzkompanie ihre Fahrzeuge verlassen haben, erreichen sie die erste Ortschaft östlich von Borno. Ihr Auftrag: Gespräche mit der malischen Bevölkerung führen und sich über die aktuelle Lage der Dorfbewohner informieren.

In Kolonne durch die Wüste

Drei gepanzerte Fahrzeuge fahren hintereinander

In einer Kolonne bewegt sich die Patrouille im Gebiet Gao

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

Bereits seit den frühen Morgenstunden ist der verstärkte Zug der Objektschutzkompanie des 12. Deutschen Einsatzkontingentes MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali im Raum Gao unterwegs. Mit mehreren Fahrzeugen hat die Patrouille das Camp Castor im Osten Gaos verlassen. In den kommenden zwei Tagen sollen sie in den Ortschaften westlich des Nigers aufklären. Ziel der Patrouille ist es, ein vollumfängliches Lagebild von der Situation jenseits der Provinzhauptstadt Gao zu erhalten. Bisher war es den Soldaten nur schwer möglich, Zugänge zu diesem Gebiet zu finden.

Verstärkt und unterstützt wird der Charlie-Zug während der Patrouille durch einen Spähtrupp der Aufklärungskompanie und einem Beweglichen Arzt-Trupp.

Ein Lachen verbindet

Drei Soldaten unterhalten sich mit zwei malischen Dorfbewohnern

Die malische Zivilbevölkerung ist den deutschen Soldaten gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

In der kleinen Gemeinde angekommen, werden die Soldaten durch den Bürgermeister des Ortes begrüßt. Der Zugführer spricht mit ihm unter anderem über die Sicherheitslage vor Ort. Für die MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali-Kräfte sind das wichtige Informationen, die Einfluss auf ihre Folgeoperationen im Raum Gao haben können. Besprochen werden aber auch Themen wie die Situation in den örtlichen Schulen und etwaige fehlende Infrastruktur. Den Menschen im Dorf ist sowohl die Sicherheit ihrer Kinder als auch deren Bildung ein wichtiges Anliegen.


Während des Gespräches mit dem Bürgermeister dokumentiert der stellvertretende Zugführer die Infrastruktur des Dorfes akribisch auf seiner Karte: „Auf diese Weise kann man später wichtige Gebäude, wie zum Beispiel die Schule oder die Moschee sofort lokalisieren“, erklärt Hauptfeldwebel Florian K. „Die Dorfbewohner sind sehr aufgeschlossen und geben uns hilfreiche Informationen über die Strukturen des Dorfes“, ergänzt Florian K.

 Für den Zug der Objektschutzkompanie ist die Gemeinde Borno nur ein Zwischenziel: Nachdem die Soldaten das Dorf wieder verlassen haben, setzen sie ihren Weg weiter fort. Bis zur Dämmerung sind sie in den angrenzenden Ortschaften präsent. Der Befehl des Zugführers für die Sicherung bei Nacht beendet die Patrouille des ersten Tages. Während die Sonne untergeht, bereiten die Soldaten ihr Nachtlager vor. Hauptfeldwebel Florian K. reflektiert den Tag: „Es stimmt uns zufrieden, wenn wir sehen, wie freundlich uns die malische Bevölkerung gegenüber tritt“, sagt er und ergänzt: „Am Ende eines solchen Tages sind das die Gedanken, die haften bleiben“.

Ein neuer Tag in Mali

Nach der Nachtruhe bauen die Soldaten ihren Schlafplatz zurück

Nach der Nachtruhe bauen die Soldaten ihren Schlafplatz zurück

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

Noch vor Sonnenaufgang bauen die Soldaten ihr Nachtlager zurück. Die letzte Nacht war kalt. Im Vergleich zu den malischen Höchstwerten von gut 40 Grad Celsius am Tag, lassen einen die 15 Grad Celsius in der Nacht frieren. Nach einem kurzen Frühstück macht sich die Patrouille wieder auf den Weg.

Die Soldaten erreichen ihr nächstes Aufklärungsziel bereits nach 30 Minuten Fahrtzeit. Vor Ort verschafft sich der Zugführer ein Lagebild. Das kleine Dorf im Raum Gao ist von sehr unwegsamen und feinsandigem Gelände umgeben, so dass der Zugführer den Entschluss trifft, die Patrouille zu Fuß fortzusetzen. Jeder zurückgelegte Meter kostet Kraft, da sich die Soldaten mit der schweren Ausrüstung buchstäblich durch den Sand kämpfen.

Ausgetretene Pfade verlassen

Zahlreiche malische Kinder folgen drei deutsche Soldaten

Neugierig und interessiert folgen die Kinder der deutschen Patrouille durch die engen Straßen des Dorfes

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

Im Dorf angekommen, führt der Zugführer mit dem Bürgermeister wie tags zuvor Gespräche über die aktuelle Situation. Unterdessen gleicht Hauptfeldwebel Florian K. seine Lagekarte mit den Gegebenheiten der Ortschaft ab. Ein besonderes Erlebnis für den Charlie-Zug ist das große Interesse der „kleinen Malier“. Die Kinder sind den deutschen Soldaten gegenüber sehr aufgeschlossen und folgen ihnen neugierig durch die engen Gassen. Nach knapp zwei Stunden verabschiedet sich der Zugführer und bedankt sich für die Gastfreundschaft. Für die Patrouille heißt es nun „Marsch zurück zu den Fahrzeugen“.

Nachdem der Zug der Objektschutzkompanie ihr letztes Aufklärungsziel - ein Dorf nahe der Provinzhauptstadt Gao - hinter sich gebracht hat, tritt die Patrouille den „Heimweg“ an.  Am frühen Nachmittag erreichen die Soldaten das deutsche Feldlager Camp Castor. In den vergangenen zwei Tagen hat der Charlie-Zug knapp 100 Kilometer Strecke zurückgelegt. Das unwegsame und anspruchsvolle Gelände lässt begreifen, welche Marschleistung die Truppe damit hinter sich gebracht hat.

Am Ende zieht Hauptfeldwebel Florian K. sein Fazit: „Die Patrouille ist gut verlaufen. Wir waren in allen Dörfern sehr willkommen und haben wesentliche Erkenntnisse gewonnen. Es ist wichtig, ausgetretene Pfade zu verlassen und in Ortschaften präsent zu sein, in denen vorher keine deutschen MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali-Kräfte waren“. Damit haben die deutschen Soldaten des 12. Deutschen Einsatzkontingentes erneut einen wichtigen Beitrag für ein aktuelles Lagebild der Stabilisierungsmission MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali geleistet.

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Zwei Soldaten stehen auf einer Freifläche in der Nähe des Nigerflusses

Die zwei Gruppenführer des Charlie-Zuges treffen letzte Absprachen, bevor sie die Patrouille auf den Fahrzeugen fortführen

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Ein Soldat hockt unter einem Baum und hält eine Karte in der Hand. Zwei Soldaten stehen daneben

Jeden wichtigen Bereich im Dorf dokumentiert der Gruppenführer in seiner Karte

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Malische Dorfbewohner unterhalten sich mit zwei Soldaten

Der Zugführer führt gemeinsam mit dem Sprachmittler, dem Bürgermeister und weiteren Dorfbewohnern Gespräche

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Ein malischer junger Mann reicht einem deutschen Soldaten seine Hand

Die deutschen Soldaten sind gern gesehene Gäste in den malischen Dörfern

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Eine kleine Gruppe malischer Kinder steht vor einem Soldaten und begrüßt diesen mit Handschlag

Mit Handschlag begrüßen die malischen Kinder die deutschen Soldaten

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Ein Soldat hält eine Karte in der Hand und geht durch ein Dorf

Mit seiner Lagekarte geht der stellvertretende Zugführer aufmerksam durch das Dorf, um wichtige Gebäude zu erkennen

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Die Soldaten laufen über eine Freifläche zurück zu den gepanzerten Fahrzeugen

Für die Soldaten des Charlie-Zuges geht es am Ende der zweitägigen Patrouille zurück ins Feldlager

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

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von Elisabeth Rabe

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