Feuerwerker bei MINUSMA

Feuerwerker bei MINUSMA

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
2 MIN

Ein Geräusch lauter als ein Donnergrollen: Die Explosion reicht 30 Meter in die Höhe, Steine und Splitter fliegen durch die Luft. Wenige Augenblicke später ist alles vorbei. Hintergrund der Explosion: Die Bundeswehr führt in der malischen Wüste eine kontrollierte Sprengung durch. Dabei vernichtet sie Munition, die überaltert ist. Der Spezialist hierfür ist Hauptbootsmann Daniel Z., Feuerwerker im Camp Castor bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali.

Zwei Soldaten schreiten den Sprengplatz ab

Sicherheit geht vor: Bevor irgendjemand den Sprengplatz betreten darf, wird er gründlich durch Fachpersonal abgesucht

Bundeswehr/Johann Flaum

Bevor Daniel Z. loslegen kann, sind die Kampfmittelabwehrspezialisten an der Reihe. Sie kontrollieren den Sprengplatz auf Gefahren durch Blindgänger. Nachdem sie das Gelände eingehend überprüft haben, werden Zünd- und Sprengentfernungen festgelegt. Diese sind äußerst wichtig, denn selbst bei einer kontrollierten Sprengung kann eine Druckwelle entstehen, durch die auch kleinste Steine oder Splitter verheerenden Schaden anrichten können. Ein Mindestabstand von 1.500 Metern ist daher Pflicht!

Feuerwerker und Gehilfe

Zwei Soldaten verlegen eine Zündleitung auf dem Wüstenboden

An diesem Tag wurden circa 3.000 Meter Zündleitung verlegt

Bundeswehr/Johann Flaum


„Ein Feuerwerker bei der Bundeswehr macht kein Feuerwerk“, stellt Daniel Z. klar. Die Ausbildung der Feuerwerker ist die höchste Qualifikation für den Umgang mit Munition. Feuerwerker wissen ganz genau, unter welchen Bedingungen Munition gelagert, transportiert und verwendet werden kann, ohne dass sie Mensch oder Umwelt schadet. Gemeinsam mit dem Oberstabsgefreiten Sebastian B. bereitet Hauptbootsmann Daniel Z. heute eine Zündstelle vor. „Zuallererst positionieren wir die Zündleitung, damit wir aus sicherer Distanz und unter dem Schutz der gepanzerten Fahrzeuge den Zündimpuls für die Sprengung geben können“, erklärt Daniel Z.

Knete, die es in sich hat

Eine Panzerfaust ist mit Sprengstoff sowie Zündleitungen versehen

Was aussieht wie rosafarbene Knete, ist in Wirklichkeit ein hochexplosiver Sprengstoff

Bundeswehr/Johann Flaum


Nach dem Verlegen der Zündleitung präpariert das eingespielte Team aus Nord- und Süddeutschland die unbrauchbare Munition. Sebastian B. erläutert das Vorgehen: „Munition und Munitionsteile, die ein gewisses Alter erreicht haben, werden aufgrund von nationalen Richtlinien zurück nach Deutschland geflogen. Munition, die nicht mehr den Flugsicherheitsanforderungen entspricht, wird durch uns gesprengt.“ Was wie ein rosafarbenes Gebilde aus Knete aussieht, ist hochexplosiv und wird ganz gezielt eingesetzt. „Ob man es glaubt oder nicht, durch die Form des Sprengstoffs lenken wir dessen Wirkung. Damit garantieren wir die komplette Zerstörung der Panzerfaust“, erklärt der Feuerwerker. Nun muss es schnell gehen, ab ins gepanzerte Fahrzeug. Der Countdown startet.


Zwischen Himmel und Hölle

Eine Rauchwolke nach einer Explosion, circa 30 Meter hoch

Der bei der Explosion entstehende Druck ist sogar in den gepanzerten Fahrzeugen zu spüren

Bundeswehr/Johann Flaum

„Sprengstelle 1 bereit zur Zündung, Sprengung in 3, 2, 1…“ – Knall! Auf über 30 Meter Höhe breitet sich die Explosion aus. Die Druckwelle ist auch in den gepanzerten Fahrzeugen zu spüren. Der aufgewirbelte Staub steigt in die Luft. So schnell, wie es begonnen hat, ist es auch wieder vorbei. Die Panzerfaust ist pulverisiert. Langsam verfliegen die Rauchschwaden und die erste Sprengung ist vollbracht. 15 anstrengende Stunden bei knapp 40 Grad Celsius mitsamt 20 Kilogramm Ausrüstung später haben sich die Kameradinnen und Kameraden ihren Feierabend redlich verdient. Müde, aber zufrieden machen sie sich auf den Weg zurück ins Camp.

von Johann Flaum

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