Die Instandsetzer von MINUSMA

Die Instandsetzer von MINUSMA

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Reparaturen von Fahrzeugmotoren und Getrieben können dauern. Manchmal tagelang. Ohne den Transportpanzer Fuchs fahren die Ärzte nicht raus. Und ohne Ärzte fährt keine Patrouille. Die Instandsetzer in Gao wissen das. Deswegen müssen sie schnell sein. Sehr schnell.

Auto ist doch nicht gleich Auto

Ein Bundeswehrsoldat steht an einem Fahrzeug

Frederic ist der Herr über die geschützten Radfahrzeuge

Bundeswehr/Robert Habermann

Hauptfeldwebel Frederic G. drückt nur leicht einen Hebel und schwere Stahlketten spannen sich. Der weiße Kran zieht an. Die Ketten ziehen eine Abdeckung nach oben. Zum Vorschein kommt ein Triebwerk für den Transportpanzer Fuchs – die Arbeit beginnt.

Frederic G. ist in Gao Gruppenführer in der Instandsetzung der geschützten Radfahrzeuge. „Je nachdem, welches Schadensbild wir vorliegen haben, teile ich meine Soldaten ein. Natürlich spielen da auch die persönlichen Fähigkeiten und bereits erworbene Erfahrung eine wichtige Rolle.“ Dass er und seine Frauen und Männer genau hinschauen müssen, weiß er: „Prinzipiell ist natürlich Auto gleich Auto, denn alle haben Motor, Lenkrad und Reifen. Aber wir haben auch Spezialausbildungen für verschiedene Fahrzeugtypen. Außerdem kommt es auch darauf an, ob die Soldaten Gesellen oder Meister sind.“

Die Transporthaube hebt sich

Ein Bundeswehrsoldat steht neben einem technischen Anlage

Die Transporthaube wird angehoben

Bundeswehr / Robert Haberman

Aus Deutschland sind neue Triebwerke eingetroffen. Diese waren für eine lange Zeit konserviert. Die Haube, korrekt das „Transport- und Lagerpackmittel“, wird angehoben. Als Erstes vergleicht Hauptfeldwebel Frederic G. die Seriennummer: „Es ist einfach wichtig zu wissen: Ist auch drin, was draufsteht?“

Wir erledigen das: Gleich. Hier. Jetzt.

Drei Bundeswehrsoldaten ziehen an einem Seil und schauen in die Kamera

Hauptfeldwebel Frederic (links) und sein Team: Alle ziehen an einem Strang

Bundeswehr / Robert Habermann

In Frederics Gruppe sind nur Spezialisten für KfzKraftfahrzeug-Technik. Die Stabsunteroffiziere haben eine Gesellenausbildung und die Feldwebel den Meisterbrief. „Das ist wie im Zivilen auch: Bringe ich mein Auto in die Werkstatt, nimmt der Meister es an und die Gesellen bringen es wieder zum Laufen. Nur: Wir haben keine Öffnungszeiten. Egal, um welche Tages- oder Nachtzeit – wenn es erledigt werden muss, erledigen wir es. Gleich. Hier. Jetzt. Das ist nicht immer schön. Aber das rechne ich den Jungs richtig hoch an, gerade bei den hier herrschenden Temperaturen.“

Ständig auf hoher Drehzahl

Hitze und der Staub machen den Triebwerken zu schaffen. „Wir sind halt viel unterwegs“, erklärt der Hauptfeldwebel. „Die Menschen in Mali sollen ja sehen, dass wir für sie da sind. Und dafür müssen wir rausfahren. Und das geht halt auf die Autos - auf Reifen, Motoren, Getriebe.“

Geringe Ausfallzeiten

Ein Bundeswehrsoldat arbeitet an einer technischen Anlage

Staub und Hitze setzen den Triebwerken in Mali zu

Bundeswehr / Patrik Bransmöller

Blauer Qualm – Öl verbrannt

„Stößt zum Beispiel der Fuchs des Beweglichen Arzttrupps blaue Abgase aus, zieht der Motor Öl.“, erklärt Frederic. „Das kann an einem defekten Ölabstreifring an einem der Kolben liegen. Das Bauteil vom Umfang einer CDCompact Disc verhindert, dass Öl verbrannt wird. Der Austausch des Ringes dauert mehrere Tage. So lange müsste der Bewegliche Arzttrupp auf seinen Fuchs verzichten.“ Mehrere Tage wäre einer der Notfallärzte nicht für die Patrouillen abrufbar. Das würde bedeuten: Mehrere Tage weniger Patrouillen in Mali.

Egal wo, egal wann

Die Einsatzbereitschaft der Aufklärungskräfte kann also auch von einem CDCounter Daesh-großen Ölabstreifring abhängen. Deswegen haben Frederic G. und seine Männer Austauschtriebwerke aus Deutschland angefordert. Die sind jetzt da. Innerhalb einer Stunde können sie ein solches Triebwerk – also Motor und Getriebe – tauschen. Egal wo, egal wann. Auch mitten in der Wüste und bei Nacht.

Ein Bundeswehrsoldat sitzt im Führerhaus eines weißen Krans mit UN-Aufschrift

Hauptfeldwebel Frederic im Führerhaus eines Krans

Bundeswehr / Robert Habermann

Ein Traum

Auf die Frage, was er sich wünschen würde, zögert Frederic. Aber dann fasst er sich doch ein Herz und sagt: „Für mich als Instandsetzer wäre es der Idealzustand, wenn von jedem Triebwerk und jeder Achse für unsere Fahrzeuge mindestens ein Austauschexemplar im Camp Castor vorhanden wäre. Das wäre echt gut.“, und er fügt noch fast entschuldigend hinzu: „Aber man wird ja noch mal träumen dürfen.“

von Robert Habermann

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