Kontrollierte Sprengung bei EUTM Mali

Kontrollierte Sprengung bei EUTM Mali

  • Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Bamako
Lesedauer:
2 MIN

Ein lauter Knall, gefolgt von einer Druckwelle. In einem Feuerball explodiert der Sprengstoff. Der deutsche Kampfmittelabwehrtrupp, kurz EODExplosive Ordnance Disposal (Explosive Ordnance Disposal), bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali  vernichtet aufgefundene unsichere Munition.

Auftrag: Schutz eigener und verbündeter Soldaten

Ein Warnschild mit französischer Aufschrift am Sprengplatz.

Rund um den Sprengplatz nahe Koulikoro warnen Schilder vor dem Betreten des Platzes.

Bundeswehr/Sebastian Nothing

In dem etwa 60 Kilometer ostwärts der malischen Hauptstadt Bamako liegenden Koulikoro haben die deutschen Kampfmittelabwehrkräfte der Europäischen Ausbildungsmission (EUTMEuropean Union Training Mission Mali) ihren Sitz. Von hier aus wehren sie Bedrohungen durch Kampfmittel im Raum Bamako und Koulikoro ab.

Dazu klären sie mögliche Kampfmittel auf und beseitigen aufgefundene, unsichere Munition und improvisierte Sprengvorrichtungen (IEDs). Damit trägt das Team um Major Christian H. zum Schutz eigener und verbündeter Soldaten und Einrichtungen im Missionsgebiet bei.

Kein alltäglicher Auftrag: Munitionssprengen

In unregelmäßigen Abständen müssen die Kampfmittelabwehrkräfte, unsichere Munition, die beispielsweise wegen ihres Alters nicht mehr verwendet werden kann, vernichten. Das können mehrere tausend Schuss verschiedener Kaliber sein. In einem Konvoi aus internationalen Sicherungskräften und einem beweglichen Arzttrupp verlegt der EODExplosive Ordnance Disposal-Trupp mit seinem gepanzerten Fahrzeug vom Typ Eagle zum Sprengplatz nahe Koulikoro. Dort angekommen, bereiten sie die Beseitigung der Munition vor.

Eine Stunde Vorbereitung für den großen Knall

Eine Explosion mit Feuerball im Gelände

Aus über 300 Metern war der Feuerball der Explosion zu sehen und zu spüren.

Bundeswehr/Sebastian Nothing

Die Munition wird von den beiden Hauptfeldwebeln an der Sprengstelle vorbereitet. Derweil rollt Oberstabsgefreiter Pit H. den Sprengstoff in dünne Platten aus, die anschließend in Lagen auf die Munitionspakete gelegt werden. Bis alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, alles verkabelt und jeder in sicherem Abstand zur Sprengstelle ist, vergeht eine gute Stunde. Dann ein lautes Hupen. „Achtung Sprengung. Drei, zwo, eins, Zündung“, ruft Hauptfeldwebel Max W.

Munition vernichtet

Ein deutscher Soldat hält Munitionsüberreste in der Hand.

Hauptfeldwebel René M. präsentiert Munitionsüberreste nach erfolgter Sprengung.

Bundeswehr/Sebastian Nothing

Wenige Sekunden später ein lauter Knall - eine Stunde Vorbereitungszeit und die Munition löst sich in einem Feuerball und dunklen Rauch auf. Zurück bleibt nur noch Schrott. Nach einer kurzen Wartezeit fährt Major Christian H. mit seinem Trupp zur Sprengstelle und gibt Entwarnung. Hauptfeldwebel René M. greift nach dem Munitionsschrott und erklärt anhand der Fundstücke, dass die Sprengung erfolgreich verlaufen sei und die Munition unschädlich gemacht wurde. Nachdem die zweite Hälfte der Munition gesprengt und den notwendigen Nachbereitungen abgeschlossen sind, geht es zurück nach Koulikoro.

von Sebastian Nothing