MINUSMA: Auf sie ist immer Verlass – Sanitäter im Einsatz

MINUSMA: Auf sie ist immer Verlass – Sanitäter im Einsatz

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Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Wenn Patienten in die deutsche Sanitätseinrichtung in Gao, Mali, gebracht werden, treffen sie auf Andrea L., Markus V. und Jens K. Die drei Hauptfeldwebel sind die ruhenden Pole in der Pflegestation und im Schockraum. Stabsarzt Gunnar M. weiß, was er an ihnen hat.

Zwei Soldaten schauen auf eine Liste

Bei einem Massenanfall von Verletzten müssen die Patienten nach der Schwere ihrer Verletzungen eingeteilt werden

Bundeswehr / Robert Habermann

Stabsarzt Gunnar M. gehört in Gao zu einem der „Beweglichen Arzttrupps“ (BATBeweglicher Arzttrupp). Egal, wohin die deutschen Soldaten und Soldatinnen der Stabilisierungsmission in Mali auf Patrouille fahren, Stabsarzt M. und sein Team fahren mit. So haben die Soldaten immer einen Arzt dabei, der unmittelbar übernimmt, wenn Verletzte zu versorgen sind. Mit seinem gepanzerten Notarztwagen, dem Transportpanzer „Fuchs“ sind der Stabsarzt und sein Team oft in der Wüste Malis unterwegs. Wenn er nicht unterwegs ist, ist er in der Sanitätseinrichtung des Camp Castors zu finden. Sollten mehrere Patienten in der Deutschen Sanitätseinrichtung in Gao zu versorgen sein, arbeitet Gunnar eng mit den Sanitätern der Pflegestation und des Schockraums zusammen. „Bei der Triage, also wenn ich die Patienten nach der Schwere ihrer Verletzung einteilen muss, arbeiten wir Hand in Hand“, erklärt Stabsarzt M. „Diese Einteilung ist wichtig, so bekommt derjenige zuerst Hilfe, der sie am nötigsten braucht.“ Auf das Team der Pflegestation und vom Schockraum kann sich Gunnar voll verlassen: „Das sind echte Profis. Mir macht es richtig Spaß, mit ihnen zu arbeiten.“

„Life Base“ – der Name ist Programm

Eine Sanitäterin der Bundeswehr prüft ein medizinisches Gerät

Hauptfeldwebel Andrea ist für das Material der Pflegestation verantwortlich

Bundeswehr / Marcus Schaller

Hauptfeldwebel Andrea L., ist die „gute Seele“ der Pflegestation. Die Krankenpflegerin ist für das gesamte Material der Pflegestation verantwortlich. Dazu gehören Defibrillatoren und auch Notfallbeatmungsgeräte wie das „Life Base 3“. Das mobile Beatmungsgerät hat eine Zwei-Liter-Sauerstoffflasche. „Damit kann ich erste Hilfe leisten, so lange, bis der Patient wieder stabil ist.“, erklärt Andrea L. Für Notfälle ist Andrea immer vorbereitet. Dazu gehört auch, die Pflegestation penibel sauber zu halten. An die Pflegestation lässt Andrea niemanden heran: „Das machen wir natürlich selbst, wir haben straffe Hygienepläne“, so die Krankenschwester.

„Mindestens haltbar bis ...“

Für alle Medikamente und Verbandsmaterial muss Markus als Teileinheitsführer überprüfen, wie lange sie „haltbar“ sind und verwendet werden dürfen. Gemeinsam mit Andrea sorgt er dafür, dass die Pflegestation den hygienischen Anforderungen entspricht, die dafür einfach notwendig sind. „Es ist heiß, es gibt Staub, und das alles in einem Zelt. Da müssen wir schon ordentlich ranklotzen, dass es blitzblank sauber ist“, betont Markus.

Traumberuf Krankenpfleger

Ein Sanitäter der Bundeswehr steht an einem medizinischen Gerät und wickelt ein Kabel auf

Hauptfeldwebel Markus hält auch im Schockraum Ordnung

Bundeswehr / Marcus Schaller

Markus ist examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger. Diese Qualifikation erlangte er im Zivilleben. Als Wehrpflichtiger war er in einem Sanitätszentrum eingesetzt. Das gefiel ihm: „Da kam ich auf die Idee, Krankenpfleger zu werden.“ Nach dem Grundwehrdienst ließ er sich in seinem Traumberuf ausbilden. Dann ging er zurück „zum Bund“. Neben seiner Verantwortung für die Pflegestation unterstützt Markus auch im Schockraum. Hier hilft er Hauptfeldwebel Jens K. Er ist der sogenannte „Schockraum-Feldwebel“: „Im Falle eines Schockraum-Alarms unterstütze ich hier den Truppenarzt. Ich alarmiere die anderen und stelle das Team zusammen“, erklärt Jens. Als erfahrener Notfallsanitäter geht er dem Truppenarzt zur Hand, wenn dieser die Verletzten im Schockraum behandelt.

Train as you fight – schön wär´s 

Zwei Sanitäter der Bundeswehr stehen untersuchen einen Patienten in einem medizinischen Behandlungsraum

Gunnar und Jens untersuchen eine Patientin

Bundeswehr / Marcus Schaller

Hauptfeldwebel Jens K. war bereits auf dem Balkan und im afghanischen Kundus eingesetzt. Mali ist sein vierter Einsatz. „Da hat sich natürlich über die Jahre viel getan. Vor allem das Material hat sich wahnsinnig verbessert. Das ist schon alles neuster Stand hier“, berichtet Jens.

Und wenn er sich etwas wünschen könnte? „Es wäre schon gut, wenn wir vor dem Einsatz auch mit dem Material üben könnten, das wir hier vorfinden.“ Aber viel wichtiger ist ihm: „Wir Sanitäter sind zwar auf alles vorbereitet. Doch alle sollen gesund nach Hause kommen.“

von Robert Habermann

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