MINUSMA: Feldjäger trainieren Luftrettung

MINUSMA: Feldjäger trainieren Luftrettung

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen. Schwerpunkt der heutigen Übung ist die Luftrettung unter Einsatz von Hubschraubern der rumänischen Kameradinnen und Kameraden. Ein Soldat wird zum Übungsverwundeten, ihn richtig und schnell zu versorgen lautet der Auftrag.

Wenn der Ernstfall eintritt

Ein Soldat liegt mit einer simulierten Beinverletzung am rechten Unterschenkel auf dem Boden

Die Übung außerhalb Gaos beginnt mit einem simulierten Sprengstoffanschlag

Bundeswehr/Meike Reetz

So könnte jeder Tag beginnen: Nach der Funküberprüfung sowie der Abmeldung beim Lagezentrum setzen sich mehrere geschützte Fahrzeuge in Bewegung. Der Befehl lautet, das Gelände außerhalb von Gao zu erkunden. Am Ziel angekommen wird zunächst eine Rundumsicherung aufgebaut, dann verlassen alle ihre Fahrzeuge. Im Umkreis von bis zu 25 Metern um das eigene Fahrzeug soll nach verdeckten Sprengladungen gesucht werden. Doch bevor es richtig losgeht, ertönt plötzlich ein lauter Knall. Schnell steht fest: Das war eine simulierte Sprengfalle. Ein Soldat liegt als Übungsverwunderter am Boden. Die Übung beginnt!

Schnelles Handeln ist gefragt

Ein verwundeter Soldat liegt mit einer Beinverletzung am Boden, ein zweiter Soldat legt ein Tourniquet an

Um einen größeren Blutverlust zu verhindern, legen die Soldaten im ersten Schritt das Tourniquet zur Blutstillung an

Bundeswehr/Meike Reetz

Die ersten Kameradinnen und Kameraden eilen sofort zur Hilfe. Parallel verschafft sich der Patrouillenführer ein Lagebild. Jetzt arbeiten alle Hand in Hand. Ein großer Teil der Patrouille bleibt weiterhin in der 360-Grad-Sicherung, drei Soldaten beginnen mit der Versorgung des Verwundeten. Helm und Schutzweste werden dem Soldaten ausgezogen, der gesamte Körper wird nach Verletzungen abgesucht. Einer der Soldaten stoppt die starken Blutungen an Arm und Bein mithilfe eines Tourniquets.

„Das Tourniquet ist ein System zum Abbinden, durch das der Blutfluss in den Venen und Arterien gestaut oder vollständig unterbrochen werden kann. Es ist neben dem Druckverband eine weitere Möglichkeit, Blutungen schnellstmöglich zu stoppen“, erklärt Hauptfeldwebel F. Er ist Einsatzsanitäter und zusammen mit einer Ärztin als Fachaufsicht der Übung vor Ort. Sie beobachten, wie die Ersthelfer arbeiten, und werden die Übung später auswerten.


Jeder Handgriff sitzt

Ein Soldat überprüft Puls und Atmung des Verwundeten

Nach einem bestimmten Schema wird der Zustand des Soldaten regelmäßig überprüft, dabei sind Puls und Atmung besonders wichtig

Bundeswehr/Meike Reetz

„Bisher sind wir sehr zufrieden mit der Übung. Die Handgriffe sitzen und die Erstversorgung läuft sehr gut“, so der Einsatzsanitäter. Beim verwundeten Soldaten werden immer wieder die Vitalwerte überprüft. Neben Puls und Atmung wird auch geschaut, ob der Mundraum frei ist, eine Rettungsdecke wird vorbereitet. Ein Kamerad informiert regelmäßig den Patrouillenführer. Dieser bereitet mit den übermittelten Daten den 9-Liner vor. Der 9-Liner ist ein internationales Standardverfahren, das der Rettung von Verwundeten dient. Die darin enthaltenen Informationen sind ausschlaggebend für den weiteren Ablauf: Kann die verwundete Person per Sanitätsfahrzeug transportiert werden oder wird ein Hubschrauber benötigt? Schnell steht fest, dass heute die Luftrettung benötigt wird.


Wenn Minuten zu Stunden werden

Zwei Soldaten bereiten den Verwundeten für die Luftrettung vor

Der Verwundete muss gut vorbereitet werden, damit die Übergabe an die rumänischen Rettungskräfte gelingt

Bundeswehr/Meike Reetz

„Der Hubschrauber kommt in 15 Minuten“, teilt Oberleutnant A. den Ersthelfern mit. Als Patrouillenführer hält er durchgehend Kontakt zum Lagezentrum, er ist das Bindeglied in der Rettungskette. Nun heißt es für einen Teil der sichernden Kräfte, einen geeigneten Landeplatz für den Hubschrauber zu finden und diesen zu sichern. Eine geeignete Stelle ist schnell gefunden, jetzt heißt es warten und den Verletzten für den Flug vorbereiten. Rettungsdecke sowie Kleidung und Ausrüstung des Verwundeten müssen eng am Körper anliegen. „Nichts darf umherwehen. Denn die größte Gefahr ist, dass lose Gegenstände in die Rotorblätter gelangen“, erklärt Hauptfeldwebel F.


Rettung aus der Luft

Zwei rumänische Soldaten bringen eine Trage vom gelandeten Hubschrauber zur Unfallstelle

Bei drehendem Rotor eilen die rumänischen Rettungskräfte zur Unfallstelle

Bundeswehr/Meike Reetz

 „Der Hubschrauber kommt!“, ruft Oberleutnant A. seinen Leuten zu. Unmittelbar danach sind zwei rumänische Hubschrauber vom Typ Puma zu sehen. Eine Maschine sichert aus der Luft und kreist über der Truppe. Mit grünem Rauch wird die erkundete Landezone markiert. Da kommt auch schon die zweite Maschine und setzt zur Landung an. Bei drehenden Rotoren verlassen rumänische Sicherungs- und Rettungskräfte den Hubschrauber. Sofort wird mit der Patientenübergabe an den rumänischen Arzt begonnen. Der durch die Ersthelfer ausgefüllte Report verschafft den rumänischen Rettungskräften einen schnellen Überblick über den Zustand des Patienten.

Übung erfolgreich bestanden

Mehrere deutsche und rumänische Soldaten tragen den Verwundeten zum Hubschrauber

Teamarbeit ist gefragt: Um den Verwundeten schnellstmöglich in den Hubschrauber zu bringen, packen alle mit an

Bundeswehr/Meike Reetz

Die Übernahme ist binnen Sekunden abgeschlossen. Der Verletzte wird vorsichtig auf die Trage gelegt, jetzt geht es weiter in den Hubschrauber. Bereits kurze Zeit später ist dieser am Horizont verschwunden. Für den zurückgebliebenen Teil der Truppe bedeutet das: Übungsende. Material und Ausrüstung werden eingesammelt

und in den Fahrzeugen verstaut. „Rückmarsch zum Camp Castor!“, ruft Oberleutnant A.

Dort angekommen findet die abschließende Auswertung statt. Hauptfeldwebel F. zeigt sich sichtlich zufrieden: „Die Arbeit der Ersthelfer war sehr gut. Das in Deutschland Erlernte wurde schnell und ruhig umgesetzt. Trotz der Stresssituation haben alle Beteiligten richtig und besonnen gehandelt.“ Zurück bleibt das gute Gefühl, jederzeit für den Ernstfall gewappnet zu sein.


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Ein Fahrzeug vom Typ Eagle IV steht in der Wüste außerhalb Gaos, ein Soldat befindet sich im Fahrzeug, ein weiterer sichert

Am Erkundungspunkt angekommen, heißt es das Gelände absuchen: Dies dient dem Schutz von Mensch und Material

Bundeswehr/Meike Reetz
Zwei Soldaten tragen einen verwundeten Soldaten über staubiges Gelände

Nachdem einer der eigenen Kräfte auf eine improvisierte Sprengfalle getreten ist, muss der Soldat schnellstmöglich aus der Gefahrenzone gebracht werden

Bundeswehr/Meike Reetz
Ein Soldat schneidet die Hose des Verwundeten auf, um ihn besser untersuchen zu können

Beim Bodycheck wird der Verwundete auch auf mögliche Verletzungen abgesucht, die durch Kleidung verdeckt sein können

Bundeswehr/Meike Reetz
Zwei Soldaten decken die Wunde des Verletzen ab

Haben sie Wunden entdeckt, versuchen die Ersthelfer, diese möglichst keimarm durch das mitgeführte Verbandsmaterial abzudecken

Bundeswehr/Frank Martin
Ein Soldat befüllt eine Liste mit allen wichtigen Daten des Verletzten

Parallel zur Erstversorgung des Verwundeten wird ein Report ausgefüllt, der den später eintreffenden Rettungskräften die Übergabe erleichtert

Bundeswehr/Meike Reetz
Grüner Rauch zeigt dem Rettungshubschrauber, wo die erkundete Landestelle ist

Um den Hubschrauber vom Typ Puma zu schützen, fliegt ein zweiter zur Sicherung mit, er kreist während der Patientenübergabe über dem Ort des Geschehens

Bundeswehr/Meike Reetz
Ein deutscher Soldat weist den mitgeflogenen Arzt in die Lage ein

Dank der guten Vorbereitung der Ersthelfer kann der Verwundete schnell durch den mitgeflogenen Arzt übernommen werden

Bundeswehr/Meike Reetz
Ein Hubschrauber ist gestartet und fliegt über ein Fahrzeug hinweg

Sobald der Rettungshubschrauber am Himmel nicht mehr zu sehen ist, heißt es für die Kräfte vor Ort: Übungsende

Bundeswehr/Meike Reetz

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von Meike Reetz

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