MINUSMA: Notruf 112 in der Wüste – Teil I

MINUSMA: Notruf 112 in der Wüste – Teil I

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Die Soldaten des militärischen Brandschutzes sind in Gao im Camp Castor im Einsatz, um die Sicherheit der multinationalen Soldaten zu gewährleisten. Auf beiden Wachen ist rund um die Uhr eine verstärkte Staffel einsatzbereit. Insgesamt 15 Soldaten sind somit auf Abruf, wenn ein Alarm eingeht.

Nervenzentrum der Feuerwehr

Die Feuerwehrleute stehen vor ihrem Einsatzfahrzeug

Nach dem Alarmspruch rückt das Team in wenigen Sekunden aus

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

„Wir arbeiten täglich in Wechselschichten von je 24 Stunden. Nach einer Schicht auf der Feuerwache am Flugfeld, erfolgt eine Schicht auf der Camp-Feuerwache“, erklärt Hauptfeldwebel Sebastian W, Zugführer und Leiter der Militärfeuerwehr.

Die Feuerwache am Flugfeld bildet die Hauptfeuerwache und das Nervenzentrum der Einheit. Sie ist direkt im Wartungs- und Abstellbereich der Hubschrauber gelegen. „Die Hauptfeuerwache bietet beste Eingreifzeiten im Bereich der Brandbekämpfung bei Luftfahrzeugen. Von hier ist jede Position des Flugbetriebsbereiches in einer Minute erreichbar“, erklärt Sebastian W.

Tausende Liter Wasser im Umlauf

Feuerwehrmänner und ein Feuerwehrfahrzeug löschen ein Feuer

Bei der Brandbekämpfung arbeiten die Soldaten im Schulterschluss zusammen gegen die Flammenfront

Bundeswehr/Elisabeth Rabe


Rund um die Uhr werden hier zwei Flugfeld-Löschfahrzeuge mit jeweils drei Mann Besatzung vorgehalten. Die Löschfahrzeuge können über 3.500 Liter Löschwasser und 280 Liter Schaumbildner aufnehmen.

Als Logistikfahrzeug dient der Feuerwache ein Transporter mit Doppelkabine. Damit transportieren die Soldaten zum Beispiel Einsatzkleidung oder Schlauchmaterial. Der Tagesdienst in der Flugschicht wird durch den Flugbetrieb diktiert.

„Bei jedem laufenden Triebwerk im Sicherheitsbereich des Flugfeldes muss ein Flugfeld-Löschfahrzeug auf einer Stand-By Position stehen, um bei Störungen direkt eingreifen zu können“, erklärt Hauptfeldwebel Sebastian W.


Zwei Feuerwehrleute stehen vor mehreren Einsatzfahrzeugen

Die Soldaten der Feuerwehrwache sind rund um die Uhr einsatzbereit. Insgesamt 15 Soldaten sind somit auf Abruf, wenn ein Alarm eingeht

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

Kein Flugbetrieb ohne Feuerwehr

Ein Feuerwehrfahrzeug steht in Bereitschaft vor einem Helikopter

Sofort einsatzbereit: Die Feuerwehr steht am Flugfeld auf Standby, um sofort bei Problemen eingreifen zu können

Bundeswehr/Elisabeth Rabe


Die Soldaten sichern auch den Flugbetrieb auf dem Flughafen Gao. Zusammen mit einer französischen Feuerwache bilden sie eine starke Feuerwehr, die Flugzeuge bis zur Brandschutzkategorie 6 absichern können. Dies schließt beispielsweise die Sicherung militärischer Transportmaschinen wie einen Airbus A400M und eine Transall C-160 mit ein.

„In den täglichen Einsätzen klappt die Zusammenarbeit beider Nationen hervorragend“, betont Sebastian W. und ergänzt: „So funktionieren die Abstimmungen über die Mittlersprache Englisch sehr gut und notfalls gibt es ja noch Hände und Füße.“ Dies konnten die deutsche und die französische Feuerwehr bei verschiedenen Luftnotlagen bereits unter Beweis stellen.


Die Camp-Schicht des Feldlagers

Zwei Fahrzeuge fahren eine Schleife

Mit Vollgas zum Einsatzort - die Feuerwehr rückt aus

Bundeswehr/Elisabeth Rabe


Etwas ruhiger geht es auf der „Camp-Schicht“ zu: Die Feuerwache befindet sich mitten im Camp Castor. Die Brandschützer sind hier in einem sogenannten Chalet untergebracht. Diese Gebäude bestehen aus geschützten Containern und bilden den Schlaf- und Aufenthaltsbereich. Werkstätten der Feuerwache befinden sich hier keine, lediglich vier Fahrzeugstellplätze für die Einsatzfahrzeuge.

Die Alarmierung der Camp-Schicht erfolgt über Digitalfunkgeräte aus der Hauptfeuerwache. Stolz bei dieser Wache ist Sebastian W. auf die Hilfsfrist:

„Wir konnten mehrfach beweisen, dass wir in unter sechs Minuten jeden Punkt im Feldlager erreichen, um erste Maßnahmen zur Brandbekämpfung einzuleiten. Meistens liegen wir sogar im Zeitfenster von drei bis vier Minuten.“


Führungsfahrzeug: Wolf

Zwei Feuerwehrleute stehen an der Lagekarte am Fahrzeug

Ein eingespieltes Team: Der Leiter Feuerwehr und sein Führungsassistent führen den Feuerwehreinsatz

Bundeswehr/Elisabeth Rabe


In dem Führungsfahrzeug befinden sich seine Führungsmittel und eine Lagekartenwand, die seitlich an das Fahrzeug angesetzt werden kann. Damit ist er in der Lage im Notfall gemeinsam mit seinem Führungsgehilfen auch größere Einsatzstellen zu führen.

„Im Camp Castor gehören wir organisatorisch zu der Unterstützungskompanie. Das bedeutet, die Feuerwehr unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch andere Teilbereiche“, sagt Hauptfeldwebel W.

Wo genau die Feuerwehr des Camp Castors zusätzlich zum Einsatz kommt und wie eine Feuerwache in der Wüste Malis aufgebaut ist, erfahrt ihr im zweiten Teil.

von Elisabeth  Rabe

Mehr zum Thema