MINUSMA: Notruf 112 in der Wüste – Teil II

MINUSMA: Notruf 112 in der Wüste – Teil II

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
2 MIN

Eine große Besonderheit der Feuerwehr im Camp Castor ist die Unterstützung der Soldaten des Personal-Recovery Teams, zu Deutsch: Personalrückführungs-Team.  Personal Recovery ist ein Verfahren, das speziell ausgebildete Soldaten anwenden, um isolierte und in Gefahr befindliche Soldaten hinter feindlichen Linien zurückzuführen.

Auftrag: Personal-Recovery

Feuerwehrleute in Flecktarn-Uniform bereiten ihre Ausrüstung vor

Unter Gefechtsbedingungen bereiten Feuerwehrleute ihre Ausrüstung zur Rettung von eingeklemmten Soldaten vor

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

Für diesen Auftrag stehen rund um die Uhr vier Brandschützer auf Abruf bereit, falls außerhalb des Feldlagers ein militärisches Kraft- oder Luftfahrzeug verunglückt oder angesprengt wird. Zusammen mit den Sanitätseinsatzkräften und den Sicherungskräften werden die Kameraden der Feuerwehr zur technischen Rettung an den Einsatzort geflogen. Dabei tragen die Brandschützer neben der Schutz- und Kampfausrüstung weiteres spezielles Werkzeug bei sich: „In drei Rucksäcken führen wir hydraulische Rettungssätze, Motortrennschleifer und Brechwerkzeug mit. Somit ermöglichen wir den in Fahrzeugen eingeklemmten Soldaten eine schnelle Rettung“, erklärt Hauptfeldwebel Sebastian W., Leiter und Zugführer der Feuerwehr im Camp Castor.

Kameraden im Einsatz

Ein Feuerwehrfahrzeug wird abgesprüht

Die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Kräfte dekontaminieren nach einem Einsatz das Großfahrzeug der Feuerwehr

Bundeswehr/Elisabeth Rabe


Als Unterstützungselement der Truppe im Camp Castor hilft die Feuerwehr auch bei kameradschaftlichen Diensten, wie beim Entladen von Lebensmitteln der Feldküche oder bei der Bewässerung von Straßen und Plätzen. Im Gegenzug können die Brandschützer auf diverse Fähigkeiten anderer Teileinheiten zurückgreifen: „Mit den ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Kräften des Feldlagers arbeiten wir eng zusammen. Sie können uns beispielsweise eine Not- und vollwertige Dekontamination gewährleisten. Darüber hinaus verfügen sie über die Möglichkeit der Wasseraufbereitung. Mit ihren Entgiftungsfahrzeugen können sie uns 3.000 Liter Wasser zur Verfügung stellen“, sagt Sebastian W. Im Notfall kann dieses Wasser dann mit Tragkraftspritzen und Schlauchmaterial gefördert werden, falls die im Camp aufgestellten Zisternen zu weit entfernt sind.


Tief durchatmen

Ein Soldat sitzt vor einem Atemschutzprüfgerät

Der verantwortliche Atemschutzgerätewart prüft die Atemschutzmaske

Bundeswehr/Elisabeth Rabe


Während es sich bei den Fahrzeugen und der Ausrüstung der Brandschützer um vorgeschriebene „Serienausstattungen“ handelt, ist die Feuerwache im Camp Castor eine Eigenkonstruktion. Sie wird als lebendig beschrieben, da die Soldaten sie regelmäßig verändern. Wesentliche Elemente der Feuerwache bestehen aus Standardbauteilen der Bundeswehr. Der Dusch- und Waschbereich ist beispielsweise ein Hygienecontainer aus dem Feldlagersatz. Die Leitstelle sind standardisierte Bürocontainer mit Klimaanlagen.

Die Atemschutzwerkstatt entstand aus einem umgebauten Operationscontainer aus dem Bausatz eines Einsatzlazaretts. Hier wurde der Container entkernt und nach den Richtlinien für Atemschutzwerkstätten ausgebaut.

„Den Atemschutz-Gerätewarten stehen moderne Prüf-, Wasch- und Pflegeeinrichtungen zur Verfügung“, verdeutlicht der verantwortliche Atemschutzgerätewart, Hauptfeldwebel Chris G.

Improvisation ist alles

Vier Feuerwehrfahrzeuge stehen überdacht nebeneinander

Marke Eigenbau: Die Fahrzeughalle der Feuerwehr mit den Fahrzeugen der Flugschicht

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

Zum Füllen von Atemluftflaschen beschaffte die Bundeswehr einen geschützten Container mit Atemluftkompressor- und Filtertechnik. Für die Einsatzkleidung haben sich die Soldaten einen eigenen Spind-Raum gebaut. Ein standardisiertes Bundeswehrzelt dient als Besprechungs- und Schulungsbereich. Die Einsatzfahrzeuge der Feuerwache stehen unter einer Beschattung, um die Temperaturbelastung durch die Sonneneinstrahlung möglichst gering zu halten.

Um das fragile Wassernetz des Feldlagers in der Wüste nicht zu stark zu belasten, verfügt die Feuerwache über zwei unabhängige Zisternen, die regelmäßig aufgefüllt werden. „2014 wurde das Camp Castor so konzipiert, dass es über ein eigenes Wasserwerk inklusive Tiefbrunnen und mehreren Kraftwerken zur Stromerzeugung verfügt“, führt Sebastian W. aus.

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Feuerwehrleute legen Schläuche aus

Jeder Handgriff sitzt: Nach dem Einsatzbefehl muss es schnell gehen für die Mannschaft

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Die Feuerwehr und der Dekontaminationstrupp treffen letzte Absprachen

Der Zugführer koordiniert nicht nur seine Feuerwehrkameraden, sondern auch die ihn unterstützenden Kräfte

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Ein Soldat steigt in ein Becken mit Dekontaminationsmittel

Nach Gefahrenstoffeinsätzen müssen die Feuerwehrleute durch ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Kräfte dekontaminiert werden

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Zwei Soldaten prüfen ihre Atemschutzgeräte

Bei Schichtbeginn prüfen die Soldaten alle Gerätschaften

Bundeswehr/Elisabeth Rabe
Ein Soldat prüft eine Motorsäge

In der einsatzfreien Zeit überprüfen die Soldaten ihr Einsatzmaterial und setzten es instand

Bundeswehr/Elisabeth Rabe

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von Elisabeth Rabe

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