MINUSMA: Trinkwasser aus dem Niger

MINUSMA: Trinkwasser aus dem Niger

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
2 MIN
Luftaufnahme vom Niger und Umgebung

Der Niger ist nach dem Nil und dem Kongo mit 4184 Kilometern der drittlängste Strom Afrikas

Bundeswehr / Marcus Schaller

Die Soldaten bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali in Mali erproben zurzeit eine Alternative zum ortsüblichen Brunnen bohren. Sie bereiten das Wasser des Niger auf und verarbeiten es im Camp in Gao zu Trinkwasser.

Die Hauptfeldwebel Marc-Sebastian R. und Stefan K. haben alle Hände voll zu tun. Mit zwei großen Tankfahrzeugen haben sie sich den Weg ans Ufer des Niger gebahnt. Marc-Sebastian R. zeigt seinem Nachfolger, was ihn als neuer Chef des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtrupp erwartet. Eine seiner Aufgaben: Wasser aus Afrikas drittgrößten Fluss pumpen, um die Kameraden im Camp Castor zu versorgen.



Zwei Soldaten mit einem bereiten den Schlauch vor

Die Saugschläuche sind mit einem Ansaugschutz ausgestattet

Bundeswehr / Christoph Liesmann

Die richtigen Stellen finden

Stefan K. ist seit einer Woche in Gao. Die neuen Aufgaben werden vor Ort und unter Realbedingungen übergeben. „Wir ziehen jetzt hier 20.000 Liter Wasser und bringen es ins Lager“, so der künftige Chef. Bei der Suche nach geeigneten Stellen am Niger arbeiten sie eng mit der Schutzkompanie zusammen. „Die Jungs halten uns den Rücken frei.“ Sein Vorgänger erklärt, worauf es noch ankommt: „Bei der Erkundung einer Wasserentnahmestelle ist eine Tiefe von 50 bis 80 Zentimeter wichtig. Eine leichte Strömung ist auch gut, damit wir ausreichend Frischwasser nachgeführt bekommen und nicht im toten Tümpel saugen.“ Die Stelle sollte zudem gut zugänglich sein, um schnell und bei Bedarf mehrfach Wasser holen zu können.

Im Camp wird getestet

Soldaten bringen die Schläuche zum Ufer

Die Soldaten der Schutzkompanie passen gut auf die Wasseraufbereiter auf

Bundeswehr / Christoph Liesmann

Um das Wasser abzusaugen, werden robuste Schläuche in den Niger gelassen. Drahtkäfige an den Schlauchenden verhindern, dass Holzstücke, Pflanzenteile oder Tiere eingezogen werden. Direkt am Ufer sind zwei Pumpen aufgestellt, um das Wasser in große Tanks zu drücken – 400 Liter Flüssigkeit gelangen auf diese Weise pro Minute in die sogenannten „Flats“. Nachdem die Fahrer die LKWLastkraftwagen durch engen Straßen ans Ufer gezirkelt haben, beginnt für die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtruppe die eigentliche Arbeit. Mit Hochdruck pumpen die Soldaten das Nigerwasser in die Flats. „Je länger wir uns an einem Ort aufhalten, desto höher ist natürlich die Gefährdung. Deswegen müssen wir Gas geben.“, erklärt Marc-Sebastian R. Als die Tanks vollständig befüllt sind, fährt der Konvoi direkt zurück ins Bundeswehrcamp. Dort warten Veterinäre und Lebensmittelchemiker, um Proben zu nehmen und zu entscheiden, ob sich die Aufbereitungstechnik im Camp für das Flusswasser eignet. Die brauntrübe Farbe hat nichts zu sagen. „Auch wenn das Wasser ganz klar wäre, könnte es Bakterien enthalten“, sagt Stabsveterinär Dr. Antonia H. Oberstabsapotheker Enrico G. ergänzt: „Die Ergebnisse dieser Untersuchungen geben Aufschluss darüber, wie das entnommene Wasser nun behandelt werden muss, um die geforderte Qualität zu erlangen.“

Erst reinigen, dann trinken

Soldat mit zwei Messbechern in der Hand

Feldwebel Ronny H. aus Cottbus: Wir machen das klar!

Bundeswehr / Christoph Liesmann

Dann übernimmt der stellvertretende Chef des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtrupp. Feldwebel Ronny H. steht an den Rohwasserbecken, in denen die Flüssigkeit aus den Tankfahrzeugen gesammelt wird. Schon bei der Befüllung beginnen Soldaten mit dem „Einheitsdosierplan“. Das heißt: Dem Rohwasser werden verschiedene Substanzen zugesetzt werden, um es für die weitere Nutzung zu reinigen. Von der Planung über die Absicherung bis zur Entnahme des Flusswassers sind viele Hände und Schritte nötig. „Der ganze Prozess nimmt schon einige Zeit in Anspruch.“, sagt Ronny H. „Doch die brauchen wir einfach.“ Schließlich müsse das Wasser am Ende die notwendige Qualität haben, damit die Kameraden im Camp es auch trinken können.

von Robert Habermann

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