Die Führungsunterstützer bei UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon

Die Führungsunterstützer bei UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon

  • Einsatz
  • UNIFIL
Datum:
Ort:
Limassol
Lesedauer:
3 MIN

Hauptbootsmann Jenny K. und Oberbootsmann Freya S. arbeiten in einem unscheinbaren grünen Container im Camp Castle im UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Einsatz. Ihr Auftrag jedoch ist alles andere als unscheinbar: Sie sammeln, bündeln und verteilen wichtige Informationen des Einsatzes. Auf diesen Informationen basieren letztlich die Entscheidungen des Kontingentführers.

Ein Schiff fährt auf dem offenen Meer

Die deutsche Korvette „Magdeburg“ bei UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon überwacht das Einsatzgebiet und sichert die Seegrenzen zum Libanon

Bundeswehr/Archiv

Für den maritimen Anteil im UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Einsatz gibt es drei Taskgroups, die aus ein bis drei Schiffen in See sowie teilweise dazugehörigen Stäben an Land bestehen. Ihr Auftrag ist zweigeteilt: einerseits das Sichern der Seegrenzen zum Libanon und andererseits das Verhindern von Waffenschmuggel. Auch das Überwachen des Luftraums über der Area of Maritime Operations (AMO) und im Libanon gehört zum Auftrag.

Geführt wird die Taskgroup aus Limassol auf Zypern. Die deutsche Korvette „Magdeburg“ und die griechische Fregatte „Nikiforos Fokas“ gehören aktuell dazu. Etwa sieben bis zehn Tage am Stück stehen die Einheiten in See, überwachen das Einsatzgebiet und überprüfen Schiffe, die sich im Seegebiet vor dem Libanon aufhalten. Die Informationen, die dabei gesammelt werden, müssen verarbeitet werden. Hier kommen Jenny K. und Freya S. ins Spiel.

Die digitale Post

Zwei Soldatinnen stehen vor einem grünen Container

Jenny K. und Freya S. kennen sich bereits seit ihrer Kindheit und arbeiten nun gemeinsam im Einsatz bei UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon

Bundeswehr/Lisa Butz

Wie bei einer Postannahmestelle schicken alle Einheiten von UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon ihre Daten an einen zentralen Punkt. Die Führungsunterstützungszelle sortiert diese und bereitet sie zum weiteren Versand vor. Freya S. erklärt: „Die Informationen erreichen uns auf den unterschiedlichsten Wegen. Manche kommen per Fernschreiben, andere über verschiedene Mailprogramme und wieder andere Informationen transferieren wir aus einer Datenbank heraus. Letztendlich ist es unser Job, die richtigen Informationen an die richtigen Adressaten weiterzuleiten.“

Schon frühmorgens sitzen die beiden Portepeeunteroffiziere dafür an ihren Schreibtischen und verarbeiten die ersten Daten. „Dieses Fernschreiben zum Beispiel leiten wir an den Verantwortlichen hier bei uns im Stab weiter. Inhaltlich geht es um die Vorhaben in den kommenden 24 Stunden aller Einheiten der Taskforce“, erklärt Hauptbootsmann Jenny K., Leiterin der Zelle.

Auf die Zusammenarbeit kommt es an

Zwei Soldatinnen stehen beim Kontingentführer und besprechen sich. Die eine Soldatin hält eine blaue Mappe in der Hand

Tägliche Besprechungen mit dem Kontingentführer Fregattenkapitän Frank Thiede stehen auf der Tagesordnung

Bundeswehr/Lisa Butz

Die Informationen, die bei Jenny K. und Freya S. ankommen, sind vollkommen verschieden. Auftragsgemäß schicken die Einheiten jede noch so kleine Beobachtung weiter. „Wenn ein Flugzeug über das Einsatzgebiet fliegt, wird das mit aufgenommen, genauso wie Kontaktaufnahmen zu Schiffen. Wir müssen diese Infos jetzt nur noch bündeln und an die richtigen Stellen weiterleiten“, erklärt Freya S.

Sechs Einheiten und zwei Hubschrauber aus sechs verschiedenen Nationen sind derzeit bei UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon im Einsatz. Das ergibt eine große Menge Daten. „Die Infos kommen natürlich nicht alle gleichzeitig, sondern über den Tag verteilt“, erklärt die Leiterin der Zelle. „Sobald sie bei uns reinkommen, verarbeiten wir sie und bereiten unsere Meldungen vor.“

Der grüne Container

Einige der Daten, die bei der Zelle landen, sind sehr sensibel und können nicht einfach per E-Mail verschickt werden. Deswegen ist der Container, in dem Jenny K. und Freya S. arbeiten, speziell abgeschirmt. Auch Handys oder Smartwatches bleiben draußen. Nichts kommt rein oder raus, es sei denn über speziell gesicherte Netzwerke mit verschiedenen Geheimhaltungsstufen.

Aber nicht nur das Weiterleiten der Informationen ist wichtig, auch das gewissenhafte und strukturierte Archivieren der Informationen ist unerlässlich. Die Führungsunterstützungszelle ist nicht weniger als das „Gehirn des Kontingents“ und jederzeit bereit, Informationsbedürfnisse zu stillen. Somit leisten Hauptbootsmann Jenny K. und Oberbootsmann Freya S. mit ihrer akribischen Arbeit als Infomanagerinnen einen wesentlichen Beitrag zum VN-Einsatz UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon.

von Lisa Butz

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