Das NETCNaval Equipment and Training Center im Libanon: Ausbildung der Soldaten und Ertüchtigung der Infrastruktur

Das NETCNaval Equipment and Training Center im Libanon: Ausbildung der Soldaten und Ertüchtigung der Infrastruktur

  • Einsatz
  • UNIFIL
Datum:
Ort:
Naqoura
Lesedauer:
3 MIN

Das Mandat von UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon sieht neben der Überwachung der Küste und dem Verhindern von Waffenschmuggel auch Aufgaben an Land vor. Die Soldaten des Naval Equipment and Training Center (NETCNaval Equipment and Training Center) von der Maritime Task Force bilden Angehörige der Libanesischen Marine aus, so dass sie in der Lage sind, bestimmte Aufgaben selbständig zu übernehmen. Darüber hinaus werden Radarstationen entlang der Küste mit deutschen Geldern modernisiert.

Vier Soldaten stehen draußen vor einem Gebäude und besprechen etwas

Das deutsche Team des NETCNaval Equipment and Training Center bei der Auswertung nach einer Übung für die Küstenradarstation

Bundeswehr/Dennis Keßler

Das Naval Equipment and Training Center (NETCNaval Equipment and Training Center)  ist ein Teil der Maritime Task Force. Es ist in der Jounieh Naval Base nördlich von Beirut beheimatet. Die fünf Soldaten, zurzeit alle aus Deutschland, setzen den Teil des VN-Mandats um, der die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der Libanesischen Marine   (LAF-NLibanese Armed Forces-Navy) beinhaltet. Des Weiteren unterstützen sie die Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung. Diese umfasst unter anderem die Umsetzung der Modernisierung der insgesamt neun Küstenradarstationen des Libanon, den Neubaus der Marineschule in Jounieh und des Marine Hauptquartiers in Beirut.

Das NETCNaval Equipment and Training Center: Ausbildung, Beratung und Unterstützung

Auf einer Baustelle steht hinter einem Zaun ein großes Schild

Hier entsteht das neue Hauptquartier der Lebanese Armed Forces Navy

Bundeswehr/Dennis Keßler

Die Unterstützung bei der Ausbildung der Libanesischen Marine beginnt im Klassenraum. Hier wird das Ausbildungspersonal der Jounieh Marineschule darin unterstützt, dem eigenen Kameradenkreis Wissen zu vermitteln. So hat die LAF-NLibanese Armed Forces-Navy im Dezember die ersten Kurse im Bereich SARSearch and Rescue (Search and Rescue) durchgeführt, in denen die Unterrichte eigenständig gestaltet wurden. Hier konnte sich das NETCNaval Equipment and Training Center auf die Rolle eines Beratenden zurückziehen. Dies bedeutet einen weiteren Schritt in die Richtung der vollständigen Eigenständigkeit in der Ausbildung der LAF-NLibanese Armed Forces-Navy.

Gemeinsam stark

Mehrere Soldaten verschiedener Nationen stehen in einem Raum und werten etwas aus

Soldaten des NETCNaval Equipment and Training Center bei der Auswertung in „Charlie One“ in Beirut Naval Base

Bundeswehr/Dennis Keßler

Für die Ausbildungen an den unterschiedlichen Orten der Küstenradarorganisation und die regelmäßigen Koordinierungsbesprechungen mit der LAF-NLibanese Armed Forces-Navy ist es notwendig mehrmals in der Woche die Küste des Libanon abzufahren. Bei einer Such- und Rettungsübung (Search and Rescue Exercise) teilt sich das Personal auf. Ein Teil geht auf die seegehende Einheit, die zur Suche und Rettung der über Bord gegangenen Personen hinausfährt. Ein anderer Teil beobachtet die Übung von der Marineoperationszentrale aus, wo der Notruf eingeht und die gesamte Übung koordiniert wird. Ein erkennbarer Fortschritt der Ausbildungsmaßnahmen ist direkt sichtbar. Die gesamte Übung wird mittlerweile von der LAF-NLibanese Armed Forces-Navy selbst geplant und durchgeführt. Die Angehörigen des NETCNaval Equipment and Training Center stehen als Beobachtende im Hintergrund und geben am Ende ein ausführliches Feedback.

Übung für die Küstenradarstation

Im Vordergrund steht ein Gebäude. Auf dem Gebäude befindet sich ein weiß-rot gestreifter Leuchtturm.

Die Küstenradarstation im Leuchtturm von Beirut

Bundeswehr/Dennis Keßler

Wenn eine der Küstenradarstationen (KRSKüstenradarstationen) beübt wird, ist das im Moment noch anders. Hier liegen die Planung und Durchführung noch komplett in den Händen der Maritimen Task Force der VN. Den Angehörigen der KRSKüstenradarstationen soll primär Handlungssicherheit vermittelt werden. Sie sollen die von ihnen gelernten Fähigkeiten festigen, diese einheitlichen Verfahren anwenden und verinnerlichen. Das Ziel der Übung ist dabei herauszufinden ob, und wenn ja, welche Schiffe verdächtiges Verhalten zeigen und von libanesischen Behörden inspiziert werden müssen.

Seeraumüberwachung vor der libanesischen Küste

Soldaten des NETC bei einer Übung für die Küstenradarstation im Leuchtturm von Beirut in über 50 Metern Höhe

Soldaten des NETCNaval Equipment and Training Center bei einer Übung für die Küstenradarstation im Leuchtturm von Beirut in über 50 Metern Höhe

Bundeswehr/Dennis Keßler

Jedes Mal, wenn ein Schiff in die Hoheitsgewässer des Libanon einfahren möchte, wird dieses in immer der gleichen, konsequenten Weise abgefragt. Bei diesem sogenannten Hailing-Prozess werden viele Informationen (letzter Hafen, Zielhafen, Art der Ladung, Besatzungsstärke, Nationalität, etc.) abgefragt und ausgewertet. Im Anschluss wird dann eine Bewertung abgegeben, ob dieses Schiff von den Zollbehörden des Libanon inspiziert werden soll. Durch diese Inspektionen sollen Waffenschmuggel und die Einfuhr anderer gefährlicher Güter ausgeschlossen werden.

Im Vordergrund ist ein gelbes Fahrzeug. Im Hintergrund steht das unfertige neue Hauptquartier der Lebanese Armed Forces Navy

Neubau des Hauptquartiers der Lebanese Armed Forces Navy

Bundeswehr/Dennis Keßler

Während der Übung bietet sich auch gleich die Möglichkeit, den Zustand der Infrastruktur und den Fortschritt möglicherweise durchgeführter Modernisierungsmaßnahmen zu bewerten. Durch das Training des Personals ist der Libanon so nach und nach in der Lage, seine Küste und die Hoheitsgewässer eines Tages vollkommen selbständig zu überwachen.
Als abgesetzter Teil der MTFMaritime Task Force, rund 120 Kilometer nördlich des Hauptquartiers stationiert, haben die fünf Soldaten ein breites Aufgabenspektrum und erfüllen durch ihren Dienst einen zukunftsorientierten und wichtigen Teil des Mandats.

von Dennis Keßler

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