UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon: Air Warning Red – Korvette im Gefecht

UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon: Air Warning Red – Korvette im Gefecht

  • Einsatz
  • UNIFIL
Datum:
Lesedauer:
2 MIN

Während eines Einsatzes ist es wichtig, dass die Besatzung all ihre Fähigkeiten aufrechterhält. Die Besatzung Echo der Korvette „Magdeburg“ bei UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon bildet da keine Ausnahme. Während der Seefahrt in den Gewässern vor dem Libanon übt sie beim „Weekly War“ das äußere und innere Gefecht.

Ein Soldat mit Flammschutzhaube sitzt vor einem Bildschirm

Der Informationstechnikoffizier öffnet zuallererst die Gefechtsdatenbank, hier werden alle Störungen aufgelistet

Bundeswehr/Lisa Butz

Die Lautsprecheranlage an Bord der Korvette „Magdeburg“ tönt: „Die Combat Fighter starten den Angriff. Air Warning Red! Besatzung auf Gefechtsstation!“ Sofort geht die Besatzung in Alarmbereitschaft. Alle begeben sich zügig auf ihre Stationen und rüsten sich mit Flammschutzhaube und  handschuhen aus. Sobald der Informationstechnikoffizier, Oberleutnant zur See Alexander K., an seinem Platz in der Operationszentrale ankommt, öffnet er die Gefechtsdatenbank.

„Meine Aufgabe im Gefecht ist die Aufnahme und Priorisierung aller Störungen im Bereich der Waffenanlagen des Schiffes“, erklärt Alexander K. knapp. Als das Gefecht in vollem Gange ist, klingelt das Telefon: „Meldung: Marineleichtgeschütz Backbord, Ladung verschossen. Befehl: Nachladen!“ Nach dem Gespräch werden die Informationen vom Informationstechnikoffizier in die Gefechtsdatenbank eingetragen, um das Lagebild zu vervollständigen.

Allwissend und wichtig: die Gefechtsdatenbank

In der heutigen Gefechtsübung liegt der Fokus auf Luftangriffen. Nach einem „Treffer“ erfolgt zunächst die Begehung aller Räume, aufmerksam nach Schäden Ausschau haltend. Immer wieder kommen neue Meldungen bei Alexander K. an. „Alle Störungen im Bereich der Waffenanlagen laufen bei mir auf“, erklärt er mit einem Blick auf den Monitor. „Ich schaue mir jetzt an, welche Störungen es sind und was zuerst behoben werden muss, um den Eigenschutz zu gewährleisten.“

In der Gefechtsdatenbank werden auch Probleme der Schiffstechnik sowie der Schiffssicherung eingetragen. Alle Störungen, Ausfälle, Brände oder verletzte Personen werden kompakt aufgelistet. Auf den vier großen Stationen – in der Operationszentrale, im schiffstechnischen Leitstand, auf der Brücke sowie im Funkraum – kann jeder die Informationen einsehen.

Den Schaden begrenzen

Das Marineleichtgeschütz mit blau eingefärbter Munition, Blick aufs Meer

Blaue Geschosse: Übungsmunition ohne Explosivstoffanteil im Geschoss

Der Führungsmittelsystemoffizier, Leutnant zur See Stefan B., berät den Kommandanten bei der Priorisierung der Schadensbearbeitung. Er erklärt: „Jeder Bereich hat zwar seine eigenen Prioritäten, aber der Kommandant entscheidet, unter anderem auf Grundlage meiner Beratung, was am wichtigsten ist, um uns selbst zu verteidigen und den Angriff abzuwehren.“ Das Backbord Marineleichtgeschütz (kurz: MLGMarineleichtgeschütz) ist in puncto Wichtigkeit beispielsweise unter den Top 3 des Schiffes, denn es kann Luftangriffe abwehren.

Kurze Zeit später: „Flash! Backbord MLGMarineleichtgeschütz back online!“, ruft Oberleutnant K. laut in die Operationszentrale. Damit ist eine Priorität abgearbeitet, sofort rutscht die nächste nach. Eine solche Gefechtsübung kann mehrere Stunden dauern, je nachdem, wie intensiv und ausführlich die verschiedenen Bereiche üben. Die heutige Übung ist nach 90 Minuten beendet. „Das Schwierigste ist zu entscheiden, welche Störungen zuerst behoben werden müssen“, fasst Führungsmittelsystemoffizier Stefan B. zusammen.
Nach Ende der Übung bespricht die Besatzung Echo alle Ereignisse sowie die getroffenen Maßnahmen. Somit ist die Besatzung für alle kommenden Aufgaben bestens gewappnet.

von Lisa Butz

Mehr zum Thema