UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon: Internationale Besuche, Mauern und Hisbollah

UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon: Internationale Besuche, Mauern und Hisbollah

  • Einsatz
  • UNIFIL
Datum:
Ort:
Naqura
Lesedauer:
3 MIN

Unterschiedliche Aufgaben, ein Ziel: Flottillenadmiral Axel Schulz ist Kommandeur der Maritime Task Force. Deren Auftrag ist es, die libanesische Marine zu unterstützen sowie das Seegebiet vor dem Libanon zu überwachen. Der spanische Brigadegeneral Javier Miragaya Prieto hingegen kommandiert den Sektor East bei UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon. Beide eint das Ziel, Frieden und Sicherheit im südlichen Libanon zu bewahren und der libanesischen Regierung zu helfen, ihre Souveränität und Autorität in dem Gebiet wiederzuerlangen.

Grüne und sandige Erdflächen wechseln einander ab, vereinzelt Häuser

Die karge Landschaft des Libanon wird durch vereinzelte Olivenhaine, Orangen- und Zitronenplantagen aufgelockert

Bundeswehr/Tim Gabrys

Flottillenadmiral Axel Schulz und Brigadegeneral Javier Miragaya Prieto sind zwei der drei regionalen Befehlshaber und führen jeweils mehrere Hundert internationale Soldatinnen und Soldaten. Heute macht sich Axel Schulz auf den Weg von seinem Dienstsitz, dem VN-Hauptquartier in Naqoura, in das knapp 80 Kilometer entfernte Hauptquartier des UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon Sektor East. Die Fahrt zu seinem spanischen Kameraden dauert in den gepanzerten Wagen fast zwei Stunden.

Es geht durch eine hügelige und karge Landschaft, die nur durch vereinzelte Olivenhaine, Orangen- und Zitronenplantagen aufgelockert wird. Immer wieder führt der Weg durch kleine Dörfer und Gemeinden. Es geht durch Hisbollah-Land, wo selbst ein kurzer Stopp für unangenehme Fragen sorgen kann. Als bei einer Quelle kurz Halt gemacht werden soll, blockiert ein Bus die Zufahrt. Ein Mann gibt freundlich, aber bestimmt zu verstehen, das Auto möge weiterfahren. In vielen Dörfern stehen große Bilder von jungen Männern, die im Kampf, viele in Syrien, ihr Leben gelassen haben.

„Blue Line“: Grenze zwischen dem Libanon und Israel

Eine blaue Tonne mit der Aufschrift UN, davor liegt eine S-Draht-Rolle. Im Hintergrund ein Zaun aus Draht

Die „Blue Line“ trennt Israel und den Libanon. Man erkennt sie an den blauen UNUnited Nations-Tonnen

Bundeswehr/PAO UNIFIL

Auf einmal ist sie da: eine Abgrenzung, markiert durch blaue Tonnen und Zeichen. Ihrer Farbe verdankt die Trennlinie ihren Namen: „Blue Line“. Die blaue Linie ist eine Demarkationslinie zwischen dem Libanon und Israel, die von den Vereinten Nationen gezogen wurde, um beide Seiten zu trennen. Sie ist etwa 130 Kilometer lang und besteht aus unterschiedlichen Abschnitten mit verschiedenen Ausführungen. Die Fahrt geht an etwa zehn Meter hohen Betonstehlen vorbei, welche die israelische Seite vor Angriffen durch Scharfschützen schützen sollen. Aber es gibt auch Abschnitte, die mit Drahtzäunen, Kameras und Lichtmasten bestückt sind. Aufgabe von UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon ist es, die „Blue Line“ zu bewachen und Grenzverletzungen zu verhindern. Es sind auffällig viele weiße gepanzerte Fahrzeuge von UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon unterwegs.

Auf einmal ist alles spanisch

Die Silhouette eines schwarzen Stiers steht auf einem Podest in den Farben der spanischen Flagge, im Hintergrund ein Container

Auch im Camp begegnen einem immer wieder spanische Symbole, neben dem Fitnessbereich steht ein Osborne-Stier

Bundeswehr/Tim Gabrys

Der United Nation Post befindet sich wie viele Camps von UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon militärisch gut gelegen auf einem erhöhten Plateau. Es ist das Hauptquartier des UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon Sektors East, einer der beiden Landsektoren, die das UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Einsatzgebiet umfasst. Benannt ist das Camp nach dem spanischen Dichter Don Miguel de Cervantes Saavedra, dessen berühmte Figuren am Eingang begrüßen: Don Quixote und sein treuer Gefährte Sancho. Bereits seit Beginn von UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon sind die Spanier hier. Derzeit führt

Brigadegeneral Javier Miragaya Prieto das Kommando über die fast 650 Spanier und mehrere Hundert Soldatinnen und Soldaten aus anderen Nationen im Sektor „East“. Überall auf dem Gelände trifft man auf typische Symbole aus Spanien. Gleich neben dem Fitnessbereich steht beispielsweise ein Osborne-Stier, die schwarze Silhouette eines Stiers. Zum gemeinsamen Essen, es wird natürlich Paella serviert, gibt es Serrano-Schinken, auch der Käse kommt aus dem Andenstaat. Selbst die Kaffeetassen und der Kaffee tragen ein spanisches Symbol und werden von einer spanischen Firma aus Alicante gesponsert.

Verschiedene Aufgaben, gemeinsames Verständnis

Zwei Soldaten mit Mund-Nasen-Schutz sitzen sich gegenüber und unterhalten sich

Der Auftrag von UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon eint: im Gespräch Brigadegeneral Javier Miragaya Prieto und Flottillenadmiral Axel Schulz

Bundeswehr/PAO UNIFIL

Bereits beim Gespräch in dem holzverzierten Büro des Generals wird klar: Es ist ein Unterschied, ob eine Nation seit fast 30 Jahren beständig vor Ort ist und sich den Umständen entsprechend eingerichtet hat oder ob man wie die Maritime Task Force mit Bürocontainern Vorlieb nehmen muss. Doch auch sonst könnten die Voraussetzungen nicht unterschiedlicher sein: Auf der einen Seite ein Armeegeneral und Artillerist, auf der anderen Seite ein Marineadmiral, Minentaucher und Fregattenfahrer. Doch der Auftrag von UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon eint und so lässt sich Flottillenadmiral Axel Schulz die Situation vor Ort schildern. Der Sektor East stellt einen sehr fordernden Abschnitt an der Demarkationslinie dar. Das Gespräch beim gemeinsamen Paellaessen dreht sich hauptsächlich um den Auftrag, die unterschiedlichen Einsatzmittel und Einsatzkräfte, die zur Verfügung stehen, sowie die Unterschiede der Aufklärungsmöglichkeiten. Aber auch Diskussionen über Fußball dürfen am Rande nicht fehlen. Zum Abschluss des aufschlussreichen Besuches verrät Brigadegeneral Javier Miragaya Prieto mit einem lächelnden Zwinkern, um was er seinen Marinekameraden beneidet: „dass sein Hauptquartier direkt am Meer liegt!“

von Tim Gabrys

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