Rettungsschwimmer auf der Fregatte „Hamburg“

Rettungsschwimmer auf der Fregatte „Hamburg“

  • Einsatz
  • Irini
Datum:
Ort:
in See
Lesedauer:
2 MIN

„Mann über Bord“, das wohl bekannteste Kommando der Seefahrt. Doch was passiert, wenn der Ernstfall eintritt? An Bord der Fregatte „Hamburg“ bei der Mission EUNAVOR MEDMediterranean Irini kommen ausgebildete Rettungsschwimmer zum Einsatz. In Situationen wie „Mann über Bord“, Tauchereinsätzen oder Seenotfällen mit Personen im Wasser sind sie zur Stelle. Da sie im Ernstfall die Lebensversicherung für Besatzung und verunglückte Personen sind, ist ihre Ausbildung enorm wichtig. Deshalb wird regelmäßig geübt – auch mit dem Hubschrauber.

Ein Hubschrauber fliegt dicht über dem Wasser

Der Bordhubschrauberbefindet sich im Schwebeflug fünf Meter über See, bevor der Schwimmer zu Wasser geht

Bundeswehr/PAO Irini

Ein typisches Notmanöver ist „Mann über Bord“. Wird es geübt, wird eine lebensgroße Puppe namens Oscar ins Wasser geworfen und anschließend professionell gerettet. Namensgeber für diePuppe ist die Flagge O-Oscar, das internationale Zeichen für „Mann über Bord“. Die gesamte Besatzung ist gefordert: Bei jeder Alarmierung müssen sich die einzelnen Besatzungsmitglieder an einen festgelegten Ort begeben. Nur so kann festgestellt werden, ob die Mannschaft vollzählig ist. Das gilt auch bei „Mann über Bord“, ein Manöver, das aufgrund der meist geringen Wassertemperaturen so schnell wie möglich durchgeführt werden muss. Sind alle vollzählig, geht es rasant weiter: In Situationen bei denen eine Rettung mit dem Schlauchboot nicht möglich ist, beispielsweise wenn die zu rettende Person zu weit entfernt ist oder sich mehrere Personen im Wasser befinden kommt der Bordhubschrauber  zum Einsatz.

Rettungsschwimmer in der Luft

Ein Rettungsschwimmer mit Unterarmgurt an einem Windenseil, unter ihm das Meer

Der Unterarmgurt dient dem Sichern der verunglückten Person

Bundeswehr/PAO Irini

Auch das ist Routine für die Rettungsschwimmer: Sie begeben sich an Bord des Hubschraubers und werden zur Unglücksstelle geflogen. Einige Meter von der Unfallstelle entfernt wird der erste Rettungsschwimmer mithilfe einer Winde aus dem Hubschrauber heruntergelassen und schwimmt zum Verunglückten. Am Ziel angekommen, befestigt er einen Unterarmgurt an der verunfallten Person und hakt beide am Windenseil ein.
Auf ein Signal des Rettungsschwimmers hin werden beide über die Winde aus dem Wasser gezogen. Der Rettungsschwimmer ist dabei das Bindeglied zwischen der verunfallten Person und dem Hubschrauber. Er erklärt dem Verunglückten, was passiert ist und beruhigt die Person. Wenn beide an der Tür des Sea Lynx angekommen sind, dreht der Rettungsschwimmer die Person mit dem Rücken zum Einstieg, damit das Personal im Hubschrauber übernehmen kann. Anschließend geht es zur sanitätsdienstlichen Versorgung zurück zur Fregatte „Hamburg“.

Der Sprung aus dem Hubschrauber

Ein Rettungsschwimmer springt aus einem Hubschrauber ins Meer

Sind mehrere Personen verunglückt, werden sie bis zur Rettung von einem Rettungsschwimmer im Wasser betreut

Bundeswehr/PAO Irini

Befindet sich an der Unglücksstelle mehr als eine Person im Wasser, kann es erforderlich sein, dass einer der Rettungsschwimmer aus rund fünf Metern Höhe aus dem Hubschrauber ins Wasser springt. Auf diese Weise kann er im Wasser die Aufnahme der Personen in den Hubschrauber koordinieren, denn die Verständigung ist durch den Lärm der Rotoren nur durch Handzeichen möglich. Nach und nach werden alle mithilfe der Winde durch einen weiteren Rettungsschwimmer sicher an Bord des Hubschraubers gebracht.  
Für den Ernstfall gewappnet sein: Handgriffe trainieren und Sicherheit schaffen. Erst durch regelmäßiges Üben werden die Kenntnisse so vertieft, dass sie im Ernstfall reibungslos funktionieren. Auf der Fregatte „Hamburg“ hat heute jeder Handgriff gesessen, das regelmäßige Training zahlt sich aus.

von Jytte Peters

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