Weihnachtszeit fernab der Heimat

Weihnachtszeit fernab der Heimat

  • Einsatz
  • Irini
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Ort:
in See
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2 MIN

Die „Bonn“ und ihre Besatzung werden morgen am 21. Dezember nach rund 25.500 Seemeilen in Wilhelmshaven zurückerwartet, bis sie bereits im Mai zum nächsten Einsatz in die Ägäis aufbrechen.
Es ist Anfang Dezember. Seit über drei Monaten ist der Einsatzgruppenversorger (EGVEinsatzgruppenversorger) „Bonn“ mit seiner rund 210 Personen starken Besatzung im Einsatz EUNAVFOREuropean Union Naval Forces Med Irini eingesetzt. Als Teil des europäischen Verbandes überwachen sie das Waffenembargo gegenüber Libyen und tragen zu einem maritimen Lagebildaufbau im Einsatzgebiet bei. Bereits 20 Friendly Approaches (Gesprächsbesuche) und über 660 Hailings (Abfragen von Handelsschiffen) hat die Crew inzwischen durchgeführt. Doch zu dieser Jahreszeit kehrt auch hier allmählich Ruhe im Schiff ein und die ersten Gedanken an Weihnachten kommen auf.

Die Feldjägerin Oberfeldwebel Lisa T. bereitet mit dem Bäcker des EGVs, Oberstabsgefreiter Tony B., den Teig vor.

Neun Kilogramm Teig für mehr als 3.000 Plätzchen

Bundeswehr/Kerstin Brandt

Als erstes sollen Plätzchen gebacken werden, beschließen einige Besatzungsmitglieder. Bereits früh am Morgen haben Oberstabsgefreiter Tony B., der Bäcker des EGVs, und die Feldjägerin Oberfeldwebel Lisa T. den Teig dafür vorbereitet. In der Kombüse läuft „All I want for christmas is you“ von Mariah Carey als das Plätzchenbacken beginnt - passend, denn am liebsten wären die Soldatinnen und Soldaten der „Bonn“ zu Hause bei ihren Angehörigen – aber bald ist es ja soweit.

Die Weihnachtsbäckerei

Eine Pfarrerin hat ein Blech mit Plätzchen vor sich liegen und füllt diese mit Marmelade

Die Pfarrerin übernimmt das Backen der sogenannten Engelsaugen

Bundeswehr/Kerstin Brandt
Mehrere Soldatinnen und Soldaten stehen in der Kombüse beim Plätzchen backen

Teamwork in der Kombüse – Mehr als 3.000 Plätzchen werden für rund 210 Besatzungsmitglieder gebacken

Bundeswehr/Kerstin Brandt

„Es ist toll, zu sehen wie alle an Bord versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und die Vorweihnachtszeit auf dem Schiff so gut wie möglich zu gestalten“, so die Pfarrerin Katja B. die am Folgetag noch einen Adventsgottesdienst halten wird. Aus über 9 Kilogramm Teig sollen am Ende mehr als 3.000 Plätzchen gebacken werden. Da die Kombüse zu klein für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist, wird in mehreren Gruppen über zwei Tage hinweg gebacken. „Jetzt fehlt nur noch der Weihnachtsbaum“, wirft Leutnant zur See Kathleen S. beim Backen ein.

Weihnachtsbaum an Bord

Eine Soldatin schmückt einen Weihnachtsbaum

Leutnant zur See Kathleen S. organisiert den Aufbau des Weihnachtsbaums an Bord der „Bonn“

Bundeswehr/Kerstin Brandt

Am Folgetag organisiert die Marinesoldatin den Aufbau des zwei Meter großen Tannenbaums, worüber sich der Kommandant besonders freut. „Ich finde es schön zu sehen, wie allmählich die Vorweihnachtszeit bei uns an Bord beginnt. Wir planen noch einen kleinen Weihnachtsmarkt an Bord, bei dem die Besatzung nicht nur die Möglichkeit hat, Heißgetränke und die leckeren Plätzchen, die ich schon kosten durfte, zu genießen, sondern auch kleine Geschenke für Kinder, die am Einlauftag auf uns warten zusammenzustellen. Diese sollen dann durch den Weihnachtsmann, den unser Sanitätsmeister mimt, und unsere zweite Sanitätsmeisterin, die sich hierfür als Weihnachtshelferin mit einem Engelskostüm verkleidet, an die wartenden Kinder auf der Pier verteilt werden. Wir hoffen die pandemiebedingte Situation durchkreuzt unseren Plan nicht“, so der Kommandant Fregattenkapitän Eike Deußen.

Weihnachtsmarkt auf hoher See

Der Kommandant, die Pfarrerin und Kapitänleutnant Patrick N. stellen Geschenke für ihre Kinder zusammen

Der Kommandant und die Besatzungsmitglieder des EGVEinsatzgruppenversorger „Bonn“ verpacken Geschenke für die Kinder in der Heimat

Bundeswehr/Kerstin Brandt

Ein paar Tage später ist es dann soweit. Der Weihnachtsmarkt an Bord hat begonnen und einige Besatzungsmitglieder beginnen damit für die Kinder in der Heimat kleine Geschenke zusammenzustellen. Über freiwillige Spenden konnte die Besatzung Stofftierlöwen und Einhörner organisieren. In weihnachtlich geschmückten Geschenkbeuteln werden sie, neben anderen kleinen Aufmerksamkeiten, verpackt. „Ich erwarte meine beiden Kinder. Sie sind ein und vier Jahre alt und werden sich sicherlich darüber freuen, dass Papa mit dem Weihnachtsmann an Bord nach Hause kommt, der auch noch Geschenke für sie mitbringt“, so Kapitänleutnant Patrick N. vom eingeschifften Bordhubschrauberteam.


von Kerstin  Brandt

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