Einsatz für den sicheren Himmel über Deutschland

Einsatz für den sicheren Himmel über Deutschland

  • Menschen
  • Einsatzführungsbereich 3
Datum:
Ort:
Schönewalde
Lesedauer:
2 MIN
Julia Becher und ein weiteer Soldat sitzen mit Headsets an ihren Computern.

Julia Becher und ihre Kameradinnen und Kameraden haben ihren Arbeitsplatz quasi unter Tage. Das CRC Schönewalde liegt in einer verbunkerten Anlage

Bundeswehr/Johannes Heyn

Der Einsatzführungsdienst der Luftwaffe überwacht den Himmel über Deutschland und angrenzenden NATONorth Atlantic Treaty Organization-Staaten rund um die Uhr und lückenlos mittels weitreichender Großraumradargeräte. Gemeinsam mit den Kampfflugzeugen der Luftwaffengeschwader gewährleisten die beiden Einsatzführungsbereiche in Erndtebrück und Schönewalde die Sicherheit im deutschen Luftraum rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. In Schönewalde trägt Hauptfeldwebel Julia Becher dazu bei, diesen Auftrag zu erfüllen. 

Julia Becher von hinten an ihrem Arbeitsplatz. Vor ihr erkenn an den Computer mi einem unscharfen Luftlagebild.

Mit dem Luftlagebild bereitet Julia Becher das System für die nächste Mission vor

Bundeswehr/Jhannes Heyn

Englisch ist die Arbeitssprache in der Luftfahrt – zivil wie auch militärisch. Da muss nicht nur jeder Handgriff, jedes Koordinationsgespräch, sondern eben auch jedes gesprochene Wort sitzen. Angefangen von der komplexen Luftraumstruktur über Deutschland, über die zivilen und militärischen Ansprechstellen für die Koordinierung von Einsätzen der Kampfflugzeuge bis hin zur eigenwillig anmutenden Flugfunksprache, den sogenannten „Brevity Codes“ – all das muss sicher beherrscht werden.

Im Fall eines Luftnotfalles oder der Anwendung taktischer Maßnahmen zur Verhinderung von Gefahren für den Luftverkehr, am Boden oder auf See – das Team Radarleitoffizier und Assistent ist verantwortlich für alle Maßnahmen und die Unterstützung der Kampfflugzeuge.

Schnelle Reaktionskette

Erfolgt der Ausruf „Control-Team Two – check in OPS” über die Lautsprecheranlage in der Luftraumüberwachungszentrale, wissen alle Bescheid: Im Luftraum ist etwas nicht normal. Dann geht alles ganz schnell. Der Einsatzführungsfeldwebel Waffeneinsatz macht sich in Sekunden ein Bild über die Lage, erhält vom Einsatzleiter des Bereichs Waffeneinsatz alle wesentlichen Informationen zu Luftraum sowie Art des Einsatzes. Der Jägerleitoffizier bereitet seine Mission taktisch vor, erfährt von den Luftfahrzeugbesatzungen den Einsatzplan in der Luft und die Art der erforderlichen Radarleitunterstützung. Der Assistent des Radarleitoffiziers koordiniert daraufhin mit der zivilen Flugsicherung den geplante Luftraum, Übergabepunkte und Flugfunk-Frequenzen.

Julia Becher an der Kontroll- und Flugabfertigungsanlage.

Über die Kontroll- und Flugabfertigungsanlage KOFA ist der Einsatzführungsdienst sicher unter anderem mit Piloten, Tower und Lotsen verbunden.

Bundeswehr/Johannes Heyn
Ein Tastentelefon mit der Aufschrift am Hörer: "Do not discuss classified information".

Natürlich gibt es auch normale Telefone, zum Beispiel für Nachbesprechungen mit Piloten. Für vertrauliche Informationen sind diese aber nicht geeignet.

Bundeswehr/Johannes Heyn

Nach wenigen Minuten klingelt das Telefon und die ersten Luftfahrzeuge werden von der Flugsicherung an den Radarleitoffizier übergeben.  Während der Radarleitoffizier seinen Kampfflugzeugen das taktische Einsatzlagebild mit den „Brevity-Codes“ beschreibt und Steuerkommandos gibt, um das Einsatzziel zu erreichen, erhält er weitere Informationen. Außerdem trifft er Absprachen mit den zuständigen Stellen der Flugsicherung zum den Luftraum durchfliegenden Fremdverkehr und holt aktuelle Daten zu Wetterbedingungen, Flugplatzdaten und anderen Einflussfaktoren ein. Irgendwann ist das Ziel der Mission erreicht und die Kampfflugzeuge kehren zu ihrer Basis zurück. Auch hierzu koordiniert der Einsatzführungsfeldwebel alle erforderlichen Maßnahmen, bevor die Jets die Funkfrequenz verlassen und in Richtung Heimatflugplatz abdrehen.

Meine Arbeit ist äußerst komplex. Nie kommt Routine auf. Eine besonders interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit.

Mit weiteren Soldaten sitzt Julia Becher im Besprechungsraum.

Beim täglichen Briefing im Control and Reporting Center (CRC) sind das Wetter und die geplanten Flüge Thema, ebenso auch eventuelle VIP-Flüge

Bundeswehr/Johannes Heyn

Julia Becher kam 2011 nach ihrer Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel mit 22 Jahren zur Bundeswehr. Nach ihrer Grundausbildung in Heide wurde sie zum Einsatzführungsbereich 3 in Schönewalde versetzt. Nach ihrem Feldwebellehrgang und den Fachlehrgängen wurde sie Einsatzführungsfeldwebel und nach Zusatzqualifikationen das auch mit dem „Waffeneinsatz“. Seitdem arbeitet sie nicht nur selbst als Assistentin des Radarleitoffiziers, sondern bildet auch junge Kameraden als Einsatzführungsfeldwebel Waffeneinsatz aus.