Etwas zurückgeben wollen…

Etwas zurückgeben wollen…

  • Familienbetreuung

…ist das Hauptmotiv der ehrenamtlich Mitarbeitenden der Familienbetreuungsorganisation der Bundeswehr.
Immer wieder wurde dieser Grund genannt, wenn Oberstleutnant Martin Kasten nach der Motivation der ehrenamtlich Mitarbeitenden gefragt hat in der Familienbetreuung mitzuarbeiten. Über 260 Frauen und Männer engagieren sich in ihrer Freizeit für die Angehörigen von Soldaten und zivilen Mitarbeitern bei einsatzbedingten Abwesenheiten.

Gleichgesinnte für den Austausch

Immer wenn miltärisches oder ziviles Personal in den Einsatz, auf eine Mission, eine einsatzgleiche Verpflichtung geht, oder aber neuerdings auch an einer Übung von mehr als 30 Tagen Dauer teilnimmt, können die Angehörigen zu einer monatlichen Informations- und Betreuungsveranstaltung eingeladen werden. Ein Tag in Gesellschaft nur von Angehörigen, denen es genauso geht wie einem selbst, wenn einem der geliebte Partner fehlt oder wenn Mama, Papa, Sohn, Tochter, Freund, Freundin, bester Kumpel, BFF oder vergleichbar, mal wieder mit der Bundeswehr längere Zeit weg ist. Hier wird erklärt, was eigentlich im Einsatz passiert, wo man Hilfe bekommen kann, wo man Fragen stellen und Antworten direkt aus der Bundeswehr bekommen kann. Viel Aufwand für eine Veranstaltung mit im Durchschnitt knapp 70 Gästen. Klar, dass sich die Besatzungen der 31 Familienbetreuungszentren (FBZ) und mittlerweile 32 Familienbetreuungsstellen (FBSt) der Bundeswehr im In- und Ausland personell an ihre Grenzen gebracht fühlen.

Gemeinsam stark

Von Anfang an sind daher freiwillige Helfer bei allen Veranstaltungen dabei. Diese ehrenamtlich Mitarbeitenden helfen beim Empfang, unterstützen bei der Versorgung der Gäste, kümmern sich um die Veranstaltungstechnik, fahren die Fahrzeuge oder schenken auf der Pier Kaffee an die wartenden Angehörigen von Schiffsbesatzungen aus. Sie halten den hauptamtlichen Mitarbeitern der Familienbetreuung den Rücken frei.

Bundeswehr/Martin Kasten

Aber hauptsächlich sind sie für jeden bei der Veranstaltung ansprechbar. Meist sind es Angehörige von ehemaligen Einsatzteilnehmenden, die sich gut betreut gefühlt hatten. Die Betreuungsveranstaltungen genutzt hatten, um sich zu informieren und „dran zu bleiben“ an ihrem Soldaten. Häufig hatten sie sich sehr wohl gefühlt auf den Veranstaltungen, die monatlich für sie durch die FBZ oder FBSt organisiert wurden, um aus dem Alltagstrott ohne den eigenen Soldaten herauszukommen. Man musste sich vor niemandem rechtfertigen und jeder im Raum verstand, was man grade durchmachen musste.



Alle hatten Verständnis und niemand sprach Sätze wie: „Dein Mann hat es sich doch so ausgesucht.“ Oder „Dafür bekommt ihr doch extra Einsatzgeld“.

Kein Geld der Welt konnte die Angst um den eigenen Soldaten und die Einsamkeit ohne ihn oder sie nehmen. Aber hier, in der Veranstaltung der Familienbetreuung, waren fast alle in der gleichen Situation. Man war doch nicht alleine. Man war Viele.
Dieses Gefühl zurückzugeben und mit anderen auch weiterhin zu teilen ist es, was viele Ehrenamtliche in ihrer Freizeit zu den Familienbetreuungszentren und Familienbetreuungsstellen bringt, um mitzumachen bei einer großartigen Sache: Ängste nehmen, Gemeinsamkeit erleben und füreinander da sein, wenn der Partner dienstbedingt wieder länger für die Bundeswehr unterwegs ist.