Raum für Fitness: Bundeswehr investiert in neue Sporthallen

Raum für Fitness: Bundeswehr investiert in neue Sporthallen

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Mehr Sport in der Grundausbildung, mehr hauptamtliche Sporttrainer für die Truppe und immer mehr neue Sporthallen in den Kasernen. Die Bundeswehr tut viel, um die Fitness ihrer Soldaten zu verbessern. In den letzten fünf Jahren wurden rund 30 Sporthallen saniert oder neu gebaut. Weitere werden in den nächsten Jahren dazu kommen. Warum das notwendig ist, zeigt das Beispiel Strausberg.

Strausberg bei Berlin ist ein ehemaliger Standort der Nationalen Volksarmee. „Es gibt hier zwei große und eine kleine Kaserne“, sagt Oberstleutnant Ralf Martin Koch, Kasernenkommandant der beiden größeren Liegenschaften. Gemeint sind die von-Hardenberg- und die Barnim-Kaserne. Die kleinere Kaserne beherbergt den Campus des Zentrums Informationsarbeit Bundeswehr. Als die Bundeswehr die Kasernen 1990 übernahm, entsprachen die Sportstätten dem damaligen Niveau. „Es gab nur einen Sportplatz mit einer geschotterten Laufbahn - keine richtigen Sportstätten“, so Koch.

Mann beim Weitsprung

Große Sprünge: Die Bundeswehr tut viel für die Fitness ihrer Soldaten.

Bundeswehr/Marco Dorow

Nicht jede Kaserne hat eine Sporthalle

Obwohl jeder Soldat verpflichtet ist, Sport zu treiben, hat nicht jede Kaserne einen Anspruch auf eine Sporthalle und einen Sportplatz. Über 500 Soldaten müssen dort ihren Dienst tun, damit sich der Bau einer großen Sporthalle mit Konditionsraum lohnt. Mit nur ein paar hundert Soldaten waren die Barnim- und die von-Hardenberg-Kaserne nicht anforderungsberechtigt. Die Pflicht zum Dienstsport bleibt allerdings bestehen. „Mit der Stadt Strausberg gab es einen Kooperationsvertrag zur Nutzung der zivilen Sportanlagen für die Soldaten vor Ort“, erklärt der Kasernenkommandant.

Auch Angestellte dürfen zum Sport

Ab dem Jahr 2000 führten Umstrukturierungen und Verlegungen von Verbänden schließlich dazu, dass in beiden Kasernen ausreichend Soldaten ihren Dienst versahen, um Sporthallen bauen zu lassen. Hinzu kommt, dass auch die Angestellten und Beamten der Bundeswehr mittlerweile das Recht haben, zweimal in der Woche für eine Stunde Gesundheitssport zu treiben.

Sporthalle

Ein Dilemma: Trotz der Pflicht zum Dienstsport hat nicht jede Kaserne eine Sportstätte.

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Eine Sporthalle für alles und alle

Sporthallen der Bundeswehr unterschieden sich nicht von denen im zivilen Bereich. In der Bundeswehr wird in der Regel ein Sporthallentyp mit oder ohne Galerie für rund 3,5 Millionen Euro gebaut. Die Halle einschließlich Galerie ist für maximal 200 Besucher ausgelegt. Der Innenraum der Halle misst 22 mal 44 Meter und ist durch eine Trennwand teilbar. Platz für Handball, Tennis, Volleyball, Basketball, Fußball und Badminton. In einem Anbau befinden sich Umkleide-, Sanitär- und Lagerräume sowie ein Konditionsraum mit Fitnessgeräten.

Knapp vier Jahre vergingen von der Bedarfsforderung der Halle bis zum Baubeginn im März 2017 in der von-Hardenberg-Kaserne. Im kommenden Mai soll die Halle eingeweiht werden. Ein dazugehöriger neuer Sportplatz mit Kleinspielfeld und Beachvolleyballplatz für rund 1,5 Millionen Euro wurde bereits im vergangenen Mai fertig gestellt. Rund 900 Soldaten werden zukünftig die Sporthalle nutzen. „Jetzt haben wir eine neue Kooperation mit der Stadt. Nach Dienst stehen Hallenzeiten für Vereine und die Polizei zur Verfügung“, sagt Koch.

von Alexandra Möckel