Kampfjets der Bundeswehr - Alarmrotte Teil 2

Kampfjets der Bundeswehr - Alarmrotte Teil 2

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RA: Sobald der Alarm losgeht, sind Stress und Hektik angesagt: Piloten und Wartungscrew rennen zu ihrer Ausrüstung und den Flugzeugen, Bei Eurofighter-Pilot Sven – Rufname „Zwock“ – sitzt dann jeder Handgriff:

OTL Sven: Also, zuerst einmal ist es ein bisschen hektisch. Das ist, denke ich, durchaus normal. Wenn die Alarmglocke schrillt, lass ich alles stehen und liegen. Ganz egal, was ich dann gerade mache – es geht erst einmal los ans Flugzeug. Dazu muss ich aber erst einmal umziehen – das dauert im Normalfall so zwischen ein und zwei Minuten.

RA: Nur wenige Minuten später sitzt „Zwock“ dann schon im Cockpit seines Eurofighters. Trotz der Hektik gilt es, Ruhe zu bewahren:

OTL Sven: Man selber muss sich eventuell so stark unter Kontrolle halten, dass man nicht direkt wie ein Irrer losrennen will, sondern sich zwischendurch noch einmal zusammennimmt, einmal alles nachcheckt und dann erst loslegt.

RA: Auch bei der Wartungscrew weiß jeder, was er zu tun hat. Denn immerhin gibt es bei den Kampfjets der Alarmrotte einen entscheidenden Unterschied zu den anderen Flugzeugen. Stabsfeldwebel Stefan ist Teil der Wartungscrew:

SF Stefan: Im Unterschied zum normalen Flugbetrieb sind die natürlich scharf bewaffnet. Dementsprechend ist eine sehr hohe Konzentration gefordert vom einzelnen Wartungspersonal und allen, die dabei mitwirken. Hier wird dann auch schon dafür Sorge getragen, dass die Sicherheit ganz oben steht.

RA: Und tatsächlich hatten die Piloten des Taktischen Jagdbombergeschwaders 32 „Boelcke“ in Nörvenich schon den einen oder anderen echten Alarm:

OTL Sven: Als wir in Estland die baltischen Staaten als QRAQuick Reaction Alert mit überwacht haben, da hatten sehr, sehr viel aus dem Geschwader hier auch QRAQuick Reaction Alert-Alpha-Scrambles. Alpha-Scramble heißt also: einen „heißen“ Einsatz. Und dabei sind bei uns relativ viele Leute „in den Genuss“ gekommen, dass sie einen Alarmstart machen mussten, um diese Luftfahrzeuge zu identifizieren und zu melden, was das für ein Flugzeug ist und in welche Richtung es gerade fliegt.

RA: Bisher ist übrigens glücklicherweise jeder Einsatz ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen. Sollte also irgendetwas in der Luft sein, was dort nicht hingehört – in nur wenigen Minuten ist die Alarmrotte zur Stelle!

von Janette Wieland