Kampfjets der Bundeswehr - Tornado Teil 2

Kampfjets der Bundeswehr - Tornado Teil 2

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RA: Es wird laut, wenn der Tornado startet, sehr laut sogar. Und genau das macht den Kampfjet aus, denn er startet grundsätzlich mit Nachbrenner. OTL Sven vom Taktischen Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ hat schon viele Starts mit dem Tornado hingelegt.

OTL Sven: Beim Tornado geht es ohne Nachverbrennung gar nicht. Und da man so viel Sprit verbraucht, will man ja irgendwann wieder aus dem Nachbrenner herausgehen und dann steigt der Tornado mit ca. 3500 Tausend Fuß pro Minute. Der Eurofighter schafft immer mehr als 6000 Fuß pro Minute – ganz locker, auch ohne Nachverbrennung

RA: Wenn der Tornado erstmal in der Luft ist – er steigt mit einem Winkel von etwa 5 Grad – ist er zu beinahe allem fähig. Er klärt auf, stört das Radar und fängt andere Kampfflugzeuge ab. Seine Spezialität ist jedoch der Tiefflug auf Baumwipfelhöhe. Obwohl er so viel kann, kann er nicht alles gleichzeitig.

OTL Sven: Während der Eurofighter-Pilot im Grunde genommen immer mit dem Schubhebel arbeiten kann, wenn er Energieprobleme hat – oder fast immer mit dem Schubhebel arbeiten kann, wenn er Energieprobleme hat – muss der Tornado entweder Geschwindigkeit aufgeben, um Höhe zu machen, oder zum Beispiel Höhe aufgeben, um Geschwindigkeit zu machen.

RA: Und tatsächlich hat der Tornado die eine oder andere weitere Schwäche. Manch böse Zunge nennt ihn sogar die fliegende Ölwanne. Rüdiger Knöpfel war Testpilot und nimmt es gelassen.

Rüdiger Knöpfel: Ja, es gibt böse Zungen: Im Vergleich zum Alpha-Jet, der wirklich trocken war – da lief überhaupt nichts heraus – war schon ein bisschen peinlich, wenn man immer die Ölwannen darunter stellen musste. Was aber wesentlich peinlicher war, war, dass man das Cockpit immer abkleben musste, damit kein Regen hereinkam. Denn die Dichtung wurde pneumatisch aufgeblasen, hielt allerdings nur ein, zwei Stunden, wenn das Triebwerk aus war. Dann war dort eben ein kleiner Spalt dazwischen. Und wenn man ihn draußen stehen lassen musste, also nicht in einem Shelter, dann musste man ihn abkleben.

RA: Trotz des einen oder anderen kleinen Makels ist und bleibt der Tornado mit seinen 60.000 PS ein ganz besonderer Kampfjet. Doch auch seine Tage sind gezählt: Der Eurofighter hat ihn bereits zum größten Teil abgelöst. Geplant ist, dass der Tornado noch bis 2020 fliegt und danach in Rente geht.

von Janette Wieland