Das tragen Gebirgsjäger am Polarkreis

Das tragen Gebirgsjäger am Polarkreis

Ort:
Norwegen
Lesedauer:
2 MIN

Die Gebirgsjäger sind Spezialisten im Kampf unter extremen Klima- und Geländebedingungen. Egal ob in der Wüste oder im Eis – körperliche
Leistungsfähigkeit und der Wille, im Kampf über Grenzen hinauszugehen, zeichnen sie. Wir haben uns im eisigen Norwegen die Kleidungs- und Ausrüstungsstücke angesehen, die die Frauen und Männer im Winterkampf tragen.

Zwei Gebirgsjäger in weißem Tarnanzug hocken im Schnee.

Die Gebirgsjäger tragen für ihren Auftrag bei eisiger Kälte besondere Bekleidung.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Um sich vor extremer Kälte zu schützen, haben Menschen schon immer auf das bewährte Zwiebelschalenprinzip bei der Auswahl ihrer Kleidung vertraut. Mehrere Stoffschichten übereinander bieten der Luft Raum zur Zirkulation und halten die Wärme besser als nur eine dicke Hülle. Das Kleidungssystem der Soldaten, die sich viel draußen im Schnee bewegen, funktioniert genau nach diesem Prinzip. Mittlerweile haben sich die Materialien einiger Kleidungsstücke weiterentwickelt. Manche sind jedoch bis heute aus natürlichen Rohstoffen gefertigt, die sich seit Jahrhunderten bewährt haben. Sind die Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 im Schnee unterwegs, trifft Goretex auf Daune und Merinowolle.

Wolle als erste Wärmeschicht

Ein Soldat trägt ein grünes, enges, langärmliges Wollunterhemd und steht im Schnee.

Unterwäsche aus Merinowolle wärmt die Soldaten direkt auf der Haut.

Bundeswehr/ Maximilian Schulz

Als erste Schicht tragen die Soldaten lange Unterwäsche aus Merinowolle direkt auf der Haut. Merinowolle ist nicht nur nachhaltig in der Produktion. Sie ist vor allem weich und lässt die Luft zirkulieren. Das Material transportiert dadurch die Feuchtigkeit, die bei der Bewegung entsteht, nach außen und bietet gleichzeitig ein angenehmes Wärmepolster. Auch die wadenhohen Socken haben einen hohen Merinowollanteil. Je nach Witterung werden über der Wäsche zusätzliche Schichten, wie beispielsweise eine Softshelljacke, getragen. Bei extremen Minusgraden greifen die Soldaten auf die Daunenjacke zurück, die als Wärmeschicht unter dem Schneetarnanzug besonders gut isoliert. 


Die äußere Schicht sorgt dafür, dass Feuchtigkeit und Wind möglichst nicht von außen nach innen gelangen. Der Schneetarnanzug ist aus mehreren speziellen Membranschichten gefertigt und lässt dadurch die Feuchtigkeit, die vom Körper kommt, nach außen durch. Die Nähte sind mit einer zusätzlichen Membranschicht beklebt. Um im Gelände nicht aufzufallen, ist der Windbreaker obendrein mit Schneetarn bedruckt.

Bett im Schnee

Nicht nur in der Bewegung im Gefecht, sondern auch in der Ruhephase muss die Ausrüstung der Soldaten an die klimatischen Bedingungen angepasst sein. Für die Übernachtung bei extremer Kälte nutzen die Soldaten Daunenschlafsäcke, die allein einen Komfortbereich bis circa minus 40 Grad haben. Um sich vor Schnee und Wind zu schützen, nehmen die Gebirgsjäger das sogenannte Observerzelt, zu Deutsch Beobachterzelt. Es ist für eine Person gedacht und besteht aus regenabweisenden, atmungsaktiven Materialien. 

Schutz für den Kopf

Ein Gebirgsjäger steht in weißem Gefechtsanzug neben einem Überschneefahrzeug vom Typ Hägglunds.

Rollt man die gestrickte Sturmhaube zusammen, kann sie auch als Mütze getragen werden.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

In der kalten Jahreszeit wird die meiste Wärme des Körpers über den Kopf abgegeben. Um nicht auszukühlen oder Erfrierungen an den Ohren zu erleiden, müssen die Soldaten ihren Kopf schützen. Je nach Einsatz werden verschiedene Ausrüstungsgegenstände, wie beispielsweise die gestrickte weiße Sturmhaube oder die olivfarbene Fleecemütze getragen. In der Kombination ergibt das einen effektiven Kälteschutz. 

von Peter Müller