Landesregiment Bayern – Pilotprojekt für die Reserve

Landesregiment Bayern – Pilotprojekt für die Reserve

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Soldat im Feldanzug kniend in einem Gebüsch, das Gewehr im Anschlag.

Wach- und Sicherungsaufgaben: Ein Soldat des Landesregiments bei einer Übung um fränkischen Roth.

Bundeswehr/Felicia Englmann

Das Landesregiment Bayern ist deutschlandweit das erste Landesregiment. Es untersteht dem Landeskommando Bayern und dessen Kommandeur, Brigadegeneral Thomas Hambach. Kommandeur des Landesregiments ist Oberst d.R. Stefan Berger. Das Landesregiment besteht aus drei Kompanien der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSU) mit rund 300 Soldatinnen und Soldaten der Reserve: Die RSU-Kompanien Ober-, Unter- und Mittelfranken. Die RSU-Kompanien sind mit Reservisten und Reservistinnen besetzt. Hinzu kommt eine Stabs- und Versorgungskompanie.

Neue Führungsstruktur für die RSU-Kompanien

Das Landesregiment Bayern ist ein Pilotprojekt von Bundeswehr und Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr. Mit dem Projekt prüft die Bundeswehr, ob es effektiv ist, RSU-Kräfte in der Struktur eines Regiments zu führen. Als Einheit der territorialen Reserve dient das Landesregiment der Landes- und Bündnisverteidigung und dem Heimatschutz. In einer modernen und leistungsstarken Reserve müssen sich die Soldaten und Soldatinnen der Reserve einfach in die bestehenden aktiven Strukturen einbinden können. Mit der Regimentsstruktur sollen die RSU-Kräfte unter einheitlicher Führung reaktionsschneller werden und durch gemeinsame Ausbildungen und Übungen ihre Fähigkeiten verbessern. Der Patenverband der fränkischen RSU-Kompanien, das Logistikbataillon 467 in Volkach, unterstützt die Reservisten und Reservistinnen und damit das Landesregiment bei ihren Ausbildungen.

Gruppe von Soldaten im Feldanzug im Freien bei einer Besprechung.

Stark für den Heimatschutz: Soldaten der RSU-Kompanie Oberfranken, ein Teil des Landesregiments Bayern, bei der Ausbildung.

Bundeswehr/Felicia Englmann


Reservisten aktiv im Heimatschutz

Landes- und Bündnisverteidigung sowie Heimatschutz sind vielgestaltig. RSU-Kräfte des Landesregiments können beim Schutz von Anlagen, Einrichtungen und Liegenschaften der Bundeswehr eingesetzt werden, um die aktive Truppe zu entlasten. In der Katastrophenhilfe können RSU-Kräfte zivilen Organisationen im Rahmen von Hilfeleistungen unterstützen. Zuletzt etwa haben Reservisten und Reservistinnen der bayerischen RSU-Kompanien als Helfer bei der Schneekatastrophe im Januar 2019 im Alpenraum unterstützt und in Reit im Winkl Dächer freigeräumt. Auch beim Hochwasser 2016 in Simbach am Inn waren RSU-Kräfte des Landeskommando Bayern im Einsatz.

Drei Jahre Pilotphase in Bayern

Das Pilotprojekt Landesregiment läuft seit Dezember 2018 und wird bis Dezember 2021 fortgeführt. Die Ergebnisse sollen nicht nur auf das gesamte Bundesland Bayern, sondern auf alle Bundesländer übertragbar sein. Bei Erfolg können mit den Ergebnissen des Pilotprojekts in allen Bundesländern Landesregimenter aufgestellt werden. Für Aufgaben der Versorgung und Unterstützung der Regimentsführung im Landeskommando Bayern werden Reservistinnen und Reservisten gesucht, die aktuell noch in keiner Beorderung sind. Interessierte Reservistinnen und Reservisten aus militärischen Laufbahnen finden Ausschreibungen für Stellen im Rahmen des Pilotprojekts Landesregiment Bayern online unter „Stellenangebote für Reservisten“.