Kapitel 2 – Gemeinschaft
Wo finde ich was?
Für Veteraninnen und Veteranen der Bundeswehr gibt es viele Möglichkeiten, sich zu organisieren, auszutauschen und Unterstützung zu finden.
TEXT Arthur Galbraith
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Das Veteranenbüro
Seit 2024 gibt es mit dem Veteranenbüro der Bundeswehr erstmals eine zentrale Anlaufstelle, die sich ausschließlich um die Belange von Veteraninnen und Veteranen kümmert. Das Büro berät, vernetzt und vermittelt beispielsweise an den Sozialdienst der Bundeswehr, an Verbände und Vereine sowie an die Leitstelle Lotsen. Der Grundsatz des gut zehnköpfigen Teams lautet dabei schlicht: Wir kümmern uns und lassen niemanden zurück.
An das Veteranenbüro können sich alle aktiven und ehemaligen Angehörigen der Bundeswehr sowie ihre Angehörigen wenden, wenn sie Fragen zu Leistungen, Rechten oder Unterstützungsangeboten haben – etwa zum Veteranenabzeichen, zu Feststellungsverfahren für PTBS und Wehrdienstbeschädigung oder zu Themen wie Reservistendienst und Wehrdienstbescheinigungen.

Foto: Bundeswehr/Christoph Kassette
Ansprechstellen:
Wer dient oder gedient hat und Hilfe oder Unterstützung braucht, wird damit nicht alleingelassen. Exklusive Vorteile und Leistungen, die nur für Veteraninnen und Veteranen gelten, gibt es zwar derzeit in Deutschland noch nicht. Von einigen Angeboten innerhalb der Bundeswehr und in ihrem direkten Umfeld können aber bereits alle Veteraninnen und Veteranen profitieren:
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„Eigenständige Stimme der Veteranen-Community“
Interview mit Oberst a. D. Peter Haupt, Schirmherr des Runden Tisches der Veteraninnen und Veteranen der Bundeswehr

Oberst a. D. Peter Haupt leitete acht Jahre lang das Referat Reservisten- und Veteranenangelegenheiten im BMVg und hat die Veteranenpolitik der Bundeswehr maßgeblich mitgeprägt. Seit Januar 2025 ist er Schirmherr des Runden Tisches der Veteranenverbände.
Foto: Bundeswehr/Leon Wille
Herr Haupt, was ist der Runde Tisch?
Oberst a. D. Peter Haupt: Der Runde Tisch wurde Ende 2024 als Dialog- und Netzwerkforum ins Leben gerufen. Er bietet Verbänden und Gruppierungen die Möglichkeit, sich auszutauschen, gemeinsam Ziele zu definieren und als geeinte Stimme gegenüber Politik und Bundeswehr aufzutreten. Die Initiative kam nicht von oben, sondern von den Organisationen selbst. Sie wollten sich nicht vom Verteidigungsministerium steuern lassen, sondern gemeinsam Ziele definieren und diese nach außen vertreten.
Wer sitzt mit am Tisch und wie wird man Mitglied?
Mehr als 30 Verbände und Gruppierungen sitzen mittlerweile am Tisch. Ihre Bandbreite könnte kaum größer sein: von kleinen regionalen Initiativen über Motorradclubs bis hin zu bundesweit aktiven Organisationen. Wer Interesse hat mitzumachen, wendet sich an das Veteranenbüro. Man stellt sich dann beim nächsten Treffen vor und beschreibt die eigene Arbeit. Der Runde Tisch entscheidet schließlich gemeinsam über die Aufnahme. Bisher wurde jede Gruppe, die sich mit Veteranenangelegenheiten befasst, auch aufgenommen.
Was verbindet sie alle?
Die verbindenden Klammern sind Kameradschaft, das Gedenken an die Gefallenen sowie der gemeinsame Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung und Wertschätzung. Jeder Verein und Verband bringt darüber hinaus seine besonderen Schwerpunkte ein: Manche bieten ein professionelles Fallmanagement für Einsatzversehrte oder deren Angehörige an, andere setzen auf Veranstaltungen, um Veteraninnen und Veteranen öffentlich sichtbarer zu machen. Einige Vereine organisieren wiederum Freizeiten und Reisen für ihre Mitglieder, um den Zusammenhalt untereinander zu stärken.
Welche Rolle spielt das Veteranenbüro dabei?
Das Veteranenbüro unterstützt den Runden Tisch administrativ. Es stellt den organisatorischen Rahmen, aber gibt inhaltlich nicht vor, worüber die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann tatsächlich sprechen. Die Unabhängigkeit ist bewusst gewollt: Der Runde Tisch ist kein verlängerter Arm des Ministeriums oder der Bundeswehr, sondern eine eigenständige Stimme der Veteranen-Community. Wir gehören nicht zum Veteranenbüro und das Veteranenbüro gehört nicht zu uns.
Wie oft tagt der Runde Tisch und was steht auf der Agenda?
Wir kommen mindestens dreimal im Jahr zusammen. Jedes Treffen sieht vor, dass der Schirmherr zuerst berichtet, was er seit der letzten Sitzung im Namen des Runden Tisches unternommen hat – ich lege also Rechenschaft gegenüber den Anwesenden ab. Mit wem habe ich gesprochen, wen getroffen und wo stehen wir bei unseren inhaltlichen Schwerpunkten: Derzeit arbeitet eine Arbeitsgruppe zum Thema Assistenzhunde, und das Thema Verwundetenabzeichen steht ebenfalls auf der Agenda. Danach sprechen die Anwesenden über die Themen, Aktivitäten und Termine der einzelnen Verbände und wie man sich gegenseitig unterstützen kann.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Rundes Tisches?
Der Runde Tisch soll eine starke Stimme der Veteranen-Community werden und eine zentrale Anlaufstelle, die fundierte Informationen gibt und von allen mitgetragene Interessen artikuliert. Wir möchten auch konkrete Initiativen anstoßen, um die Anerkennung und Wertschätzung für Veteraninnen und Veteranen in der Gesellschaft zu stärken. Das Thema lässt mich seit meiner Zeit im BMVg nicht los. Die sogenannte „stille Ankunft“ der letzten Einsatzkräfte aus Afghanistan am 30. Juli 2021 steht für mich sinnbildlich dafür, was sich ändern muss. Die Rückkehr fand damals ohne Beisein von Politik und Öffentlichkeit statt und hat viele aktive und ehemalige Soldatinnen und Soldaten geärgert. So was darf nicht mehr passieren.
Netzwerken
Der Runde Tisch der Veteranenverbände umfasst Vereine, Verbände, Arbeits- und Interessengruppen sowie Initiativen. Eine Übersicht.
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Das Veteranenabzeichen
Das Veteranenabzeichen der Bundeswehr ist in Form eines kleinen silbermetallischen Eisernen Kreuzes gestaltet, in dessen Mitte der Bundesadler abgebildet ist – das Hoheitszeichen der Bundeswehr. Es dient als sichtbares Zeichen: Ich habe gedient oder ich diene noch. Bis Ende März 2026 wurden mehr als 157.000 Veteranenabzeichen ausgehändigt – bei rund zehn Millionen anspruchsberechtigten Personen in Deutschland.
Tragehinweis Das Veteranenabzeichen misst 1,6 mal 1,6 Zentimeter und wird mit einem Metalldorn und Butterflyverschluss an der Kleidung befestigt. Es ist kein militärisches Ehrenzeichen im Sinne des Ordensgesetzes – es darf daher ausschließlich an der Zivilkleidung getragen werden, nicht an der Uniform. Befestigt wird es klassischerweise am Revers. Illustration: Y/C3 Visual Lab
Dein Weg zum Veteranenabzeichen
Wer das Veteranenabzeichen tragen möchte, muss es selbst beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr beantragen – die entsprechenden Formulare findest du im Heft zum Heraustrennen oder digital über den untenstehenden Link. Aktive Soldatinnen und Soldaten stellen den Antrag über ihren Disziplinarvorgesetzten. Ehemalige reichen das ausgefüllte Formular vorzugsweise ein.
per E-Mail (BAPersBw VI Veteranenabzeichen@bundeswehr.org)
oder senden den Antrag
per Post (Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr, Abteilung VI 1.1.2 Veteranenabzeichen, Luisenstraße 109, 53721 Siegburg).
Nach der Bewilligung wird das Abzeichen per Post an die Heimatadresse zugestellt oder – auf ausdrücklichen Wunsch – im Veteranenbüro in Berlin übergeben. Reise- und Übernachtungskosten werden dabei nicht übernommen. Wer das Abzeichen lieber in einem würdigen Rahmen entgegennehmen möchte, kann sich im Veteranenbüro sagen lassen, welche Kommunen und lokalen Institutionen mit dem Veteranenbüro zusammenarbeiten und feierliche Übergaben durchführen. Geplant ist, dass das Abzeichen künftig auch direkt zum Dienstzeitende in der Einheit übergeben werden kann.
Antrag digital Wenn du möchtest, kannst du deinen Antrag auch digital ausfüllen und direkt ans Veteranenbüro mailen.
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Blick nach vorn
Konkret geplant ist der digitale Veteranenausweis. Er soll Veteraninnen und Veteranen ermöglichen, sich bundesweit mit dem Smartphone auszuweisen und die Grundlage schaffen für weitere Benefits: freier Eintritt bei Veranstaltungen, Rabatte, gesellschaftliche Sichtbarkeit. Ein genauer Zeitplan steht noch aus, angestrebt wird die Einführung zum Veteranentag 2027. Eines steht aber fest: Noch vor 2030 soll er kommen.
Illustration: Y/C3 Visual Lab
Parallel wächst das Veteranenbüro selbst: 2025 erfolgte eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Dienststelle, mit dem Ziel, durch eine Steigerung des Personals konzeptionell und in der Fläche stärker präsent zu sein. Auch auf kommunaler Ebene tut sich etwas. Immer mehr Gemeinden wollen vom Veteranenbüro wissen, wie sie Veteraninnen und Veteranen vor Ort sichtbar machen und einbinden können. Eine interaktive Deutschlandkarte soll künftig zeigen, wo lokale Angebote und Veranstaltungen stattfinden.
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Der Wald der Erinnerung
Seit Gründung der Bundeswehr sind mehr als 3.440 Soldatinnen und Soldaten (Stand März 2026) bei der Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen. 120 von ihnen starben im Zusammenhang mit einem Auslandseinsatz oder einer anerkannten Mission – 37 davon in Gefechten oder bei Anschlägen. Der Wald der Erinnerung in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Schwielowsee bei Potsdam bietet Raum für persönliches Gedenken. Führungen finden regelmäßig und auf Anfrage statt, auch für zivile Besucherinnen und Besucher oder Schulklassen. Der Besuch ist für alle kostenlos. Eine Anmeldung mindestens sieben Tage vor dem Besuch wird empfohlen.

Foto: Bundeswehr/Marc Tessensohn
Adresse: Werderscher Damm 21–29, 14548 Schwielowsee
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 16 Uhr
walddererinnerung@bundeswehr.org
03327 50 3873 oder 3874
Foto: Bundeswehr/Marc Tessensohn
© Y – Das Magazin der Bundeswehr 2026