Die MiGMikoyan-Gurewitsch-29: Russische Jäger am gesamtdeutschen Himmel

Die MiGMikoyan-Gurewitsch-29: Russische Jäger am gesamtdeutschen Himmel

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Ort:
Berlin
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Im Hangar 3 auf dem ehemaligen Flugplatz Berlin-Gatow steht die einzige verbliebene MiGMikoyan-Gurewitsch-29 der Bundeswehr. Sie ist Teil der Dauerausstellung „Zwischenlandung“ des Militärhistorischen Museums. Das Besondere an dem Kampfjet: Er flog erst für die Luftstreitkräfte der NVANationale Volksarmee und dann für die gesamtdeutsche Luftwaffe.

Jagdflugzeug MiG-29 in der Instandsetzungshalle

Im Jahr 2000 stand diese MiGMikoyan-Gurewitsch-29 noch in der Instandsetzungshalle des Jagdgeschwaders 73 in Laage. Heute steht die letzte MiGMikoyan-Gurewitsch der Bundeswehr als Ausstellungsstück im Museum.

Bundeswehr/Detmar Modes

NATO-Code MiGMikoyan-Gurewitsch-29 „Fulcrum“

Ende März 1988 stellten die Luftstreitkräfte der NVANationale Volksarmee 24 Kampfjets dieses Typs beim Jagdfliegergeschwader 3 in Preschen in Dienst. Auf dem Militärflugplatz im südlichen Brandenburg verfügten die Luftstreitkräfte der NVANationale Volksarmee damit über 20 einsitzige MiGMikoyan-Gurewitsch-29A als Abfangjäger und vier zweisitzige MiGMikoyan-Gurewitsch-29UB als Trainingsflugzeuge. Die MiGMikoyan-Gurewitsch-29, entworfen vom Moskauer Konstruktionsbüro Mikoyan und Gurevich, war sowjetische Spitzentechnologie und galt als eines der besten Jagdflugzeuge der Welt. Von der NATO erhielt die MiGMikoyan-Gurewitsch-29 den Codenamen „Fulcrum“. Bis zum letzten NVANationale Volksarmee-Flugdienst am 27. September 1990 absolvierten die MiGMikoyan-Gurewitsch des Jagdfliegergeschwaders 3 etwa 4.000 Flugstunden.

Staatssekretär Wilz und ein Offizier vor eienr MiG-29 bei ihrer Indienststellung

Offizielle Indienststellung des Mig-29 Geschwaders der deutschen Luftwaffe durch den parlamentarischen Staatssekretär Bernd Wilz in Preschen im Juni 1993

Bundeswehr/Kiesel

Luftwaffe erhält Abfangjäger erst im Juni 1993

Mit der Wiedervereinigung im Oktober 1990 übernahm die Bundeswehr alle MiGMikoyan-Gurewitsch-29. Aus dem Jagdfliegergeschwader 3 wurde das Erprobungsgeschwader MiGMikoyan-Gurewitsch-29, das weiterhin in Preschen beheimatet war. Auf dem brandenburgischen Militärflugplatz in Preschen und an der Wehrtechnischen Dienststelle 61 im bayerischen Manching wurden die sowjetischen Kampfjets erprobt und umgerüstet. 1993 wurden die Maschinen dann in das neu aufgestellte Jagdgeschwader 73 integriert. Zunächst verblieben die 24 Maschinen in Brandenburg, bis sie 1994 auf den Militärflugplatz nach Rostock-Laage verlegten.

Beliebter Übungsgegner bei NATO-Manövern

In der Luftwaffe flogen MiGMikoyan-Gurewitsch-29 in der Alarmrotte zur Überwachung des deutschen Luftraums. Daneben waren die deutschen MiGMikoyan-Gurewitsch-29 gern gesehene Sparringspartner bei Manövern in den USA, denn kein anderes NATO-Land verfügte bis dato über Kampfjets aus der ehemaligen Sowjetunion. Doch mit der Einführung des Eurofighters war dann auch das Ende der MiGMikoyan-Gurewitsch-29 in der Luftwaffe absehbar.

Eurofighter beim Start

Als der Eurofighter durchstartete, war die Dienstzeit der MiGMikoyan-Gurewitsch 29 beendet

Bundeswehr/Jane Schmidt

Eine Maschine bleibt in Deutschland

So wurde am 24. Juni 2003 in einem Überlassungsvertrag mit Polen die Übergabe von 22 MiGMikoyan-Gurewitsch-29 an die polnischen Luftstreitkräfte beschlossen und im August des Folgejahres vorgenommen. Bis zur Außerdienststellung hat das Geschwader mit der MiGMikoyan-Gurewitsch-29 über 30.000 Flugstunden absolviert. Die letzte verbliebene MiGMikoyan-Gurewitsch-29 – eine wurde 1996 bei einem Absturz zerstört – verblieb zunächst am Standort Rostock-Laage, bis sie dann ihren heutigen Platz im Hangar 3 in Berlin-Gatow fand.