Ein Hut, der was hermachen könnte: Ein neuer Gefechtshelm

Ein Hut, der was hermachen könnte: Ein neuer Gefechtshelm

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RA: Den Gefechtshelm allgemein haben wir seit ungefähr Mitte der 90er Jahre. Er bietet Splitterschutz und ist schusssicher gegen das Kaliber 9mm mit Weichkerngeschoss - aber seit den 90ern. Das ist ja eine sehr lange Zeit. Jan Adolph verantwortlich im Referat E 3.4 im BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr u.a. für Helme, Schutzwesten und Trageausstattungen sagt aber da kommt was Neues:

JA: Wir werden den Gefechtshelm allgemein in absehbarer Zeit, d.h. wir werden nächstes Jahr in die Ausschreibung gehen, auch ablösen. Hier werden wir einige neue Eigenschaften, nennen wir sie Features, wie beispielsweise die Befestigung von Nachsichtgeräten oder auch anderes Zusatzgerät am Helm damit realisieren und uns vielleicht auch modernere Werkstoffe zu Nutze machen. So können wir hier ggfs. noch zu einer Gewichtsersparnis kommen.

RA: Das klingt auf jeden Fall nach einem vielversprechenden neuen Artikel...aber jetzt mal Butter bei die Fische, wann kommt denn dann der neue Helm?

JA: Eine Ausschreibung einschließlich Trageversuche dauert im Schnitt schon ein bis anderthalb Jahre. Natürlich ist die Beschaffung von Gefechtshelmen für die gesamte Bundeswehr ein sehr lukrativer Auftrag. Daher werden sich sicher mehrere Anbieter finden und natürlich unterliegen unsere Entscheidungen und die Entscheidungen der Vergabestelle letztlich der Nachprüfung durch ein ordentliches Gericht. Das Vergaberecht sieht das vor wenigstens zwei Instanzen und hier kann es dann auch dazu kommen, dass ein solches gerichtliches Verfahren ein weiteres Jahr benötigt.

RA: Erklärt Jan Adolph. Bedarf, Haushaltsmittel und die funktionale Forderung aus der Truppe, all das spielt eine Rolle bevor überhaupt an Beschaffung zu denken ist. Da versteht man doch besser, warum Beschaffungsprojekte eine gewisse Zeit brauchen. Hauptfaktor ist aber sicher die Wirtschaftlichkeit:

JA: Die Wirtschaftlichkeit der Beschaffung ist eigentlich der entscheidende Faktor. Es gibt Zuschlagskriterien mit Ausschlussrelevanz, das sind zum Beispiel solche harten Faktoren wie Schutz und dann gibt es die Kriterien mit Zuschlagsrelevanz, das sind zum Beispiel Aspekte wie der Tragekomfort. Hier kann ich ja nicht sagen „gut oder schlecht“, sondern ich werde in der Regel Schulnoten vergeben. So komme ich zu einer Reihung der Angebote und letzten Endes wenn die Angebote alle samt die Kriterien mit Ausschlussrelevanz erfüllen und die Kriterien mit Zuschlagsrelevanz verschieden gut, setzt man eben diese Forderungserfüllung in Relation zum Preis des Angebotes.

RA: Die Message die Jan Adolph hier betont ist:

JA: Wirtschaftlich heißt nicht, dass man das billigste nimmt, aber man muss abwägen zu welchem Preis man noch bereit ist eine angemessene Forderungserfüllung eben einzukaufen.

von Maren Bestehorn