Cyber- und Informationsraum

Wie arbeiten Sie in der Pandemie, Herr Feldwebel?

Wie arbeiten Sie in der Pandemie, Herr Feldwebel?

  • Menschen
  • Cyber- & Informationsraum
Datum:
Ort:
Storkow
Lesedauer:
2 MIN

Ich bin Feldwebel Radzuweit aus der 1. Kompanie des Informationstechnik-Bataillons 381 in Storkow. Zurzeit bin ich eingesetzt als ITInformationstechnik-Feldwebel und befinde mich noch in meiner Ausbildung für den Dienstposten. Nach Abschluss aller Lehrgänge werde ich für das System SATCOMBw, also  Satelliten-gestützte Kommunikation, zuständig sein.

Ein Mann mit Kindern im Homeschooling

Feldwebel Radzuweit ist seit dem Beginn des Lockdowns im Homeoffice und betreut seine schulpflichtigen Kinder im Homeschooling.

Bundeswehr/ITBtl 381

Herr Feldwebel, wie arbeiten Sie in der Pandemie?

Ich bin Vater und Ehemann in einer Patchwork Familie. Meine Frau und ich haben zusammen vier Kinder, zwei sind acht Jahre alt, eines ist fünf und die Kleinste in der Familie ist acht Monate alt. Aufgrund der aktuellen Lage mit dem Coronavirus sind die Schulen geschlossenen. Dadurch bin ich seit dem Beginn des Lockdown im Home-Office und betreue meine schulpflichtigen Kinder im Home-Schooling. Da die beiden Acht-Jährigen nicht nur unterschiedliche Klassen, sondern auch unterschiedliche Schulen besuchen, entstehen hier die ersten Herausforderungen. Vor allem, weil an den beiden Schulen komplett andere Unterrichtsformen in der Phase des Lockdown gewählt wurden. Die eine macht jeden Tag um 9 Uhr Online-Unterricht für eine Stunde. Dabei werden alle täglichen Aufgaben durchgesprochen und die vom Vortag kontrolliert. Die Schule meines anderen Sohnes bietet derzeit nur unregelmäßig Online-Unterricht an, dann auch nur für maximal 30 Minuten. Die Aufgaben werden zwar alle Online über den Server der Schule oder die Schulbücher und -hefte bereitgestellt, dennoch bleiben bei meinem Sohn viele Fragen offen. Fast täglich halte ich daher mit den Lehrern Rücksprache.

Als Feldwebel hat man zwar Erfahrung in den Bereichen des Ausbildens, doch dann geht es hauptsächlich um junge Erwachsene. Es ist etwas vollkommen anderes Kinder zu unterrichten. Das ist eine große Herausforderung, die meine Kinder und mich selbst auch an die Grenzen bringt. Dennoch bin ich meinem Chef und dem Verband dankbar, dass diese Art der Dienstgestaltung überhaupt für mich möglich ist und ich so Familie und Beruf in Einklang bringen kann.

Welche Schwierigkeiten oder Veränderungen ergeben sich für Sie durch die Pandemiesituation?

Neben den Herausforderungen im Home-Schooling, besteht für mich die größte Schwierigkeit darin, dass meine Ausbildung sich wohl verzögern wird. Denn aktuell bin ich noch in der Fachausbildung für meinen Dienstposten. Durch Absagen und Begrenzung der Teilnehmerzahl für die Lehrgänge ist die Ausbildung für mich derzeit deutlich erschwert.

Was lernen Sie aus solchen Zeiten?

Dass ich mich auf meine Kameraden und Vorgesetzten absolut verlassen kann. In einer für uns alle doch etwas schwierigen Zeit, war es mir möglich, für meine Familie da zu sein. Dafür bin ich dankbar. Und sicher habe ich auch gelernt, mich in Geduld zu üben.

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