Cyber- und Informationsraum
Soldaten schauen gemeinsam auf einen Bildschirm.
Bundeswehr/Martina Pump

Auftrag des Organisationsbereich CIR

Ähnlich wie Heer, Luftwaffe und Marine für die Dimensionen Land, Luft, Weltraum und See zuständig sind, sind die Angehörigen des neuen Organisationsbereiches ganzheitlich für die Dimension Cyber- und Informationsraum verantwortlich.

Was ist der Cyberraum?

Der Cyberraum ist der virtuelle Raum aller auf Datenebene vernetzten ITInformationstechnik-Systeme im globalen Maßstab. Ihm liegt – als universelles und öffentlich zugängliches Verbindungs- und Transportnetz – das Internet zugrunde, welches durch beliebige andere Datennetze ergänzt und erweitert werden kann. Ebenso gehören ITInformationstechnik-Systeme, die über Datenschnittstellen verfügen, ansonsten aber von öffentlich zugänglichen Netzen und dem Internet separiert sind, dazu.

Der Informationsraum

Für die Menschen des Organisationsbereichs CIRCyber- und Informationsraum spielt jedoch auch der Informationsraum ein wichtige Rolle. Der Informationsraum ist der Raum, in dem Informationen generiert, verarbeitet, diskutiert und gespeichert werden. Dabei sind Informationen, ihre Verteilung, Wahrnehmung und Interpretation kritische Faktoren im 21. Jahrhundert.

Der Auftrag des Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum

Ähnlich wie Heer, Luftwaffe und Marine für die Dimensionen Land, Luft und See zuständig sind, sind die Angehörigen des neuen Organisationsbereiches ganzheitlich für die Dimension Cyber- und Informationsraum verantwortlich. Sie stellen zum einem den Schutz und Betrieb des ITInformationstechnik-Systems der Bundeswehr, sowohl im Inland als auch im Einsatz (Dauereinsatzaufgabe) sicher, zum anderen stärken sie die Fähigkeiten zur Aufklärung und Wirkung im Cyber- und Informationsraum stärken und entwickeln diese weiter. Zudem unterstützen sie mit dem Geoinformationswesen der Bundeswehr alle anderen Bereiche der Bundeswehr bei ihrer Auftragserfüllung und tragen durch Austausch und Kooperation mit den anderen Institutionen, in einer digitalisierten Umgebung zu einer gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge bei und stärken die Cyber-Sicherheitsarchitektur.

von  PIZ CIR  E-Mail schreiben

Ähnlich wie zivile Unternehmen und Konzerne muss die Bundeswehr Informationen effektiv übertragen, verarbeiten und managen – und das nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch in den Einsatzländern der Bundeswehr. Von zentraler Bedeutung ist daher der Schutz und Betrieb der ITInformationstechnik-Infrastruktur der Bundeswehr.

Das Militärische Nachrichtenwesen leistet einen wesentlichen Beitrag zum Schutz deutscher und verbündeter Soldaten und stellt einen wichtigen Beitrag für ein umfassendes Lagebild zur Verfügung. Dabei steht das Erkennen und Abwehren von Anomalien und Angriffen im eigenen digitalen Territorium der Bundeswehr im Mittelpunkt.

Der Geoinformationsdienst der Bundeswehr bringt sämtliche Geo-Faktoren und deren Auswirkungen lagebezogen in die Planungs- und Entscheidungsprozesse der Streitkräfte und des Bundesministeriums der Verteidigung ein. Durch schnelle und genaue Informationen kann zudem Material ressourcenschonend eingesetzt werden

Durch enge Zusammenarbeit mit anderen nationalen und internationalen Institutionen tragen die Angehörigen des Organisationsbereichs CIRCyber- und Informationsraum zu einer gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge bei. Dort stärken sie die Cybersicherheitsarchitektur Deutschlands.

Porträt Generalleutnant Ludwig Leinhos
Inspekteur Cyber- und Informationsraum, Generalleutnant Ludwig Leinhos
"Wir stellen die nicht-kinetischen Mittel und Fähigkeiten zur Verteidigung Deutschlands bereit"

  • 14.500 Menschen

  • über CIRCyber- und Informationsraum Gesamtverantwortung

  • 23 Standorte weltweit

Der Hintergrund

Feature Bundeswehr IT Technik

Die Digitalisierung bringt große Chancen aber auch Risiken

Bundeswehr/Jonas Weber

Cyber-Angriffe auf Staaten und deren kritische Infrastrukturen sind schon lange keine Fiktion mehr, sondern Realität. Die mögliche Anonymität von Angriffen und die kostengünstigen Möglichkeiten zur asymmetrischen Wirkung haben Cyber-Angriffe und Maßnahmen im Informationsumfeld zu einem wirkungsvollen Mittel gemacht - häufig um Ziele unterhalb der Schwelle eines militärischen Angriffs durchzusetzen.

Ausbau der staatlichen Handlungsfähigkeit

Die damit einhergehenden immer komplexeren Angriffe erfordern den Ausbau der staatlichen Handlungsfähigkeit zum Schutze unseres demokratischen Systems und seiner wirtschaftlichen Grundlagen. Der Ausbau von Cyber-Fähigkeiten ist daher ein essentieller Beitrag zur gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge und bietet zusätzliche Handlungsoptionen für Konfliktverhütung und Krisenbewältigung einschließlich der Begegnung hybrider Bedrohungen.

Cyber-Sicherheitsstrategie 2016

Mit der Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland (PDF, 1,5 MB)vom November 2016 hat die Bundesregierung einen ressortübergreifenden, strategischen Rahmen für die Bundesrepublik Deutschland geschaffen. Das neue Strategiepapier baut auf den sicherheitspolitischen Aspekten des Weißbuches 2016 auf und ist eine weitere Grundlage auf dem Weg, Cyber-Sicherheit für Deutschland zu erreichen. Die gesamtstaatliche Cyber-Sicherheitsarchitektur weist den verschiedenen Ressorts unterschiedliche Aufgaben zu. Die Cyber-Abwehr unterliegt der Verantwortung des Bundesministeriums des Inneren während das Auswärtige Amt für die Cyber-Außen- und internationale Cybersicherheitspolitik verantwortlich zeichnet. Verteidigungsaspekte der gesamtstaatlichen Cyber-Sicherheitsarchitektur werden gemäß Weißbuch 2016 als originäre Aufgaben des Bundesministeriums der Verteidigung und als verfassungsgemäßem Auftrag der Bundeswehr zugewiesen.



Weitere Themen