Cyber- und Informationsraum

Cyber-Abwehr international – Cyber Coalition 2019

Auf der größten und wichtigsten Cyber-Abwehr-Übung der Welt trainiert die NATONorth Atlantic Treaty Organization die Zusammenarbeit.

Eine Soldatn in einem Raum voller Bildschirme
2Bundeswehr/Martina Pump

Was ist die Übung Cyber Coalition?

Die Übung Cyber Coalition ist die größte und wichtigste Cyber-Abwehr-Übung der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Da die Bedrohungen aus dem Cyber-Raum täglich zu nehmen und vor allem komplexer werden, trainiert die NATONorth Atlantic Treaty Organization auf dieser Übung die Kommunikationsbeziehungen und Abläufe bei Cyber-Angriffen. Auch die Bundeswehr beteiligt sich an dieser NATONorth Atlantic Treaty Organization-Übung.

Bei der Übung Cyber Coaltion geht es darum, Prozesse bei Cyber-Angriffen und Kommunikationsbeziehungen innerhalb der NATONorth Atlantic Treaty Organization gemeinsam zu trainieren und zu verbessern. Auch die Wege der Kommunikation zwischen militärischen und zivilen Stellen bei Cyber-Angriffen werden dabei genauer hinterfragt und intensiviert. 

Bei der Cyber Coalition geht es um Zusammenarbeit. Es gilt gemeinsam zu erkennen, „Wo gibt es Schwachstellen, wie kann ich diese Schwachstellen technisch schließen, wer hat bereits Erkenntnisse über Angriffe und die dabei genutzte Methodik und wer braucht und kann diese Informationen innerhalb der NATONorth Atlantic Treaty Organization verwenden?“ Der Schwerpunkt der Übung liegt deshalb auf Kommunikations- und Zusammenarbeitsbeziehungen und ist kein Wettkampf zwischen den einzelnen Teilnehmern. Ein wirksamer Schutz der NATONorth Atlantic Treaty Organization gegen Cyber-Angriffe kann nur gewährleistet werden, wenn alle über das selbe Lagebild verfügen, sich gegenseitig über Entwicklungen informieren und an einem Strang ziehen.  

Die Übung findet einmal jährlich statt.

Die Übung findet in allen Staaten der NATONorth Atlantic Treaty Organization statt. Dabei arbeiten die Übungsteilnehmer hauptsächlich an den „normalen“ Arbeitsorten. Unter anderem wird auch die estnische Cyber Range genutzt, die eine realistische Netzwerk-Infrastruktur simuliert. Mit einem Online-Zugang arbeiten dann die unterschiedlichen Teilnehmer in ihren Heimatländern im Trainings-Netzwerk.
2019 übten große Teile der Bundeswehr zusammen mit dem I. Deutsch-Niederländischen Korps in Münster.

  • rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • 5 Tage Übungszeitraum

  • 10 komplexe Incidents

Das fiktive Szenario

Ein Computer vor einer Karte

Im Szenario sieht sich die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission wiederholt Cyber-Angriffen ausgesetzt.

Bundeswehr/Michael Haamann

Die Cyber Coalition 2019 ist in ein fiktives Szenario eingebunden. Dabei führt die NATONorth Atlantic Treaty Organization seit 2011 eine Stabilisierungsmission in dem Staat Tytan durch. Die Mission beinhaltet den Schutz kritischer Infrastruktur und humanitäre Hilfe, denn die Lage in Tytan ist instabil. Korruption, Erpressung und organisiertes Verbrechen prägen die schwache Demokratie. Auch die Beziehungen zu den zwei Nachbarstaaten sind konfliktbeladen. Einer dieser Staaten verfügt auch über die Möglichkeiten zur Cyberkriegsführung. Nach den Wahlen 2018 in Tytan treten vermehrt Cyber-Angriff auf - auch gegen die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission gerichtet.

Ein Soldat sitzt an einem Rechner

Cyber Coalition 19 - Ein Tag in der Operationszentrale

Was tun, wenn die Kommunikation sabotiert wird - eine Reportage.

Menschen auf der Cyber Coalition 19

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Rechtsberatung auf Cyber-Übungen

Hände halten einen Stift

Die Rechtslage muss gründlich bei Cyber-Angriffen geprüft werden. Das ist unter anderem Aufgabe der Rechtsberaterinnen und Rechtsberater in der Bundeswehr.

Bundeswehr/Martina Pump

An den Bereich Recht denkt man bei einer Cyber-Abwehr-Übung erst einmal nicht direkt. Trotzdem agieren Rechtsberaterinnen und Rechtsberater auf der Übung Cyber-Coalition. Die Übung Cyber-Coalition behandelt unter anderem den Einsatz eines deutschen Kontingentes im Rahmen eines mandatierten Auslandseinsatzes. Dabei kommen wie in jedem Auslandseinsatz der Bundeswehr auch immer rechtliche Problemstellungen auf. Es handelt sich dabei um verschiedenste Fragen, wie zum Beispiel solche, wie mit den Einsatzregeln – den Rules of Engagement – zu verfahren ist. Des Weiteren ob diese Einsatzregeln im Einklang mit den Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und dem nationalen Recht stehen und welches Handeln der Soldatinnen und Soldaten vor Ort völkerrechtlich zulässig ist. Letztendlich ist die Grundlage für das Handeln deutscher Soldatinnen und Soldaten im Inland sowie im Ausland immer auch rechtlicher Natur - auch im Cyber- und Informationsraum.

Cyber Coalition 2018

Auch 2018 haben Angehörige des Organisationsbereichs CIRCyber- und Informationsraum an der Übung Cyber Coalition teilgenommen. Im damaligen Szenario sollten die Wahlen 2018 im fiktiven Einsatzland „Tytan“, durch die NATONorth Atlantic Treaty Organization abgesichert werden. Während der Wahlen verschlüsselten dann Unbekannte ein wichtiges fiktives Befehlsdokument und gefährdeten so den Auftrag der eingesetzten Truppe.

Warum brauchen wir Übungen zur gesamtstaatlichen Sicherheit?

Cyber-Angriffe auf Staaten und deren kritische Infrastrukturen sind schon lange keine Fiktion mehr, sondern Realität. Die mögliche Anonymität von Angriffen und die kostengünstigen Möglichkeiten zur asymmetrischen Wirkung haben Cyber-Angriffe und Maßnahmen im Informationsumfeld zu einem wirkungsvollen Mittel gemacht – häufig um Ziele unterhalb der Schwelle eines militärischen Angriffs durchzusetzen. Diese Cyber-Angriffe abzuwehren und schon im Vorfeld entegenzuwirken, gilt es zu trainieren - vor allem im Zusammenspiel mit allen Beteiligten wie beispielsweise dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik oder anderen NATONorth Atlantic Treaty Organization-Staaten. Denn gerade Abläufe, Prozesse und Verantwortlichkeiten sind im Cyberraum noch nicht völlig festgelegt und bedürfen einer ständigen Überprüfung auf gemeinsamen Übungen.