Cyber- und Informationsraum

Locked Shields

Locked Shields

  • Übung
  • Cyber-Sicherheit
Datum:
Lesedauer:
2 MIN

Worum geht es bei der Übung Locked Shields?

Ziel der Übung ist, Angriffe auf komplexe Computernetzwerke und ITInformationstechnik-Systeme abzuwehren. Dabei steht die sogenannte kritische Infrastruktur im Vordergrund. Aber auch die Abwehr von Fake News wird geübt.

Einer des Blauen Teams am Computer

Betreiber der Fake-News gefunden - Gegenmaßnahmen werden eingeleitet

Bundeswehr/Martina Pump

Es ist die größte und komplexeste internationale Live-Fire-Cyber-Abwehrübung der Welt. Live-Fire bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich die Verteidigenden in Echtzeit gegen eine Vielzahl unterschiedlichster Cyber-Angriffe zur Wehr setzen müssen.

Die Nationen stehen dabei im direkten Wettstreit. Für das Erkennen und Abwehren von Angriffen gibt es Punkte beziehungsweise Punktabzug.

Teilnehmende sind militärische und zivile Cyber-Defence Fachleute der nationalen Streitkräfte, ein Team der NATONorth Atlantic Treaty Organization und zahlreiche ITInformationstechnik-Unternehmen. Das NATONorth Atlantic Treaty Organization Cooperative Cyber Defense Center of Excellence (CCDCOECenter for Cyber Defence Centre of Excellence) organisiert die Übung.

Wo findet die Übung statt?

Weltweit – Dutzende Teams mit jeweils etwa um die 40 Mitgliedern sitzen in ihren jeweiligen Heimatländern und verteidigen das ihnen zugewiesene Segment des „Gamenet“.

Sie werden von einem Red Team, an dem neben Cyber-Fachleuten des NATONorth Atlantic Treaty Organization-CCDCOECenter for Cyber Defence Centre of Excellence auch solche aus den teilnehmenden Nationen und der Wirtschaft beteiligt sind, angegriffen. Das Red Team startet seine Angriffswellen dabei in Echtzeit von Tallinn/ Estland aus.

Zwei Soldaten des blauen Teams unterhalten sch um einen Schadcode

Hier stimmt doch etwas nicht - möglichen Schadcode gefunden

Bundeswehr/Martina Pump

Das nationale Team Deutschlands operiert immer von einem zentralen Ort aus. Es sind zahlreiche ITInformationstechnik-Fachleute des Cyber- und Informationsraums dabei. Die Locked Shields ist quasi der Truppenübungsplatzaufenthalt für das Zentrum für Cyber-Sicherheit der Bundeswehr.

Was kennzeichnet die Übung?

Die Locked Shields Exercise läuft im Prinzip wie ein großes internationales Computerspiel ab. Es gibt Rollenspiele, audiovisuelle Kommunikation zwischen den Spielenden und ähnliche Angriffs- und Verteidigungsszenarien.

Tatsächlich gibt es Gewinnende, zum einen in der eigentlichen technischen Übung und zusätzlich auch in der „ITInformationstechnik Forensics Challenge“, in der das beste ITInformationstechnik-Forensik-Team ausgezeichnet wird.  Am letzten Tag der Übung werden die Gewinnenden in den einzelnen Kategorien mit Siegerpokalen prämiert.

Einer der Übungsleiter überwacht die Übung am Computer

Übungsleiter direkt vor Ort: Ähnlich einer normalen Übung braucht so ein Vorhaben ein waches Auge

Bundeswehr/Martina Pump

Charakteristisch für die Locked Shields sind außerdem die Farben:

  • Rot: Angreifende
  • Blau: Verteidigende
  • Weiß: Schiedspersonal und Medien-Simulations-Team
  • Gelb: Nutzende Simulation. Das heißt, Spielende, die Gesellschaft und Beschäftigte von Firmen und Institutionen spielen und in dieser Funktion nach Drehbuch Aktionen ausführen, um so Angriffe zu ermöglichen oder auch ganz allgemein den Druck auf die Verteidigenden zu erhöhen.
  • Grün: Mitarbeitende, die das reale Übungsnetz betreiben und Störungen beseitigen.

 
Wie oft findet die Übung statt?

Der Wettstreit findet jedes Jahr statt.