Cyber- und Informationsraum
Steadfast Cobalt

Zwischen Amt und Reserve - Projektüberwachung durch Oberleutnant W.

Zwischen Amt und Reserve - Projektüberwachung durch Oberleutnant W.

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Datum:
Ort:
Gerolstein
Lesedauer:
4 MIN

Zu Rüstungsprozessen gehört nicht nur die Beschaffung neuer Systeme. Auch die Überwachung der Projekte in der Nutzungsphase ist wesentlicher Bestandteil. Regierungsoberinspektorin Julia W. aus dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr  begleitet diesen Übergang regelmäßig. Als Reservedienstleistende informiert sie sich bei Steadfast Cobalt über eines ihrer Projekte.

Ein Frau spricht mit einem Mann

Überzeugte sich als Reservedienstleistende selbst, wie eines ihrer Projekte im Truppenalltag funktioniert - Regierungsoberinspektorin Julia W.

Bundeswehr/Stefan Uj

„Wie funktioniert bei der Truppe vor Ort das, was wir bereits vorher im Rahmen der Beschaffung begleitet haben?“ Mit dieser Fragestellung im Hinterkopf sieht sich Julia W. während Steadfast Cobalt genauer um. Ihr Fokus liegt dabei auf Beschaffungsprojekten aus dem Bereich Informationssicherheit, die für die schnelle NATO Eingreiftruppe VJTFVery High Readiness Joint Task Force relevant sind und während der Übung zertifiziert werden sollen. Ihre Teilnahme spiegelt somit auch ihr Interesse daran wider, wie es mit den Projekten weitergeht: „Zum einen bin ich hier, um zu schauen, wie unsere Projekte in der Truppe tagtäglich genutzt werden. Zum anderen erwarte ich mir von den Gesprächen Erkenntnisse darüber, was wir an den hier genutzten Geräten oder denen, die wir zukünftig beschaffen, verbessern können.“

Inputs aus erster Hand

Auch wenn im Rahmen der Beschaffung die Forderungen der zukünftigen Nutzer, also der Truppe, bereits einfließen, beschreibt Julia ihre Rolle während der Übung als eine Art Verbindungselement zwischen der Beschaffung und der Truppe vor Ort. Dabei ist ihr diese Rolle wie auf den Leib geschnitten. Als für die Überwachung aller VJTFVery High Readiness Joint Task Force -relevanten Projekte der Informationstechnik zuständige Beamtin im BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, übt Julia als Reserveoffizierin bei der Panzergrenadierbrigade 37 - S6, um den unmittelbaren Blick auf „ihre“ Projekte zu bekommen. „Das direkte, oftmals ungeschönte Feedback hier vor Ort ist von elementarer Bedeutung“ sagt Julia, „um die dann gewonnenen Erkenntnisse in meine Arbeit im BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr einfließen lassen zu können.“

Um diese Inputs so direkt wie möglich zu bekommen, sucht W. den engen Schulterschluss mit denen, die die Projekte und Systeme letztlich im dienstlichen Alltag beherrschen müssen: den Administratorinnen und Administratoren. Im direkten Austausch lässt sie sich aktuelle Vorgehensweisen und Arbeitsschritte erklären. Durch diesen Dialog erhält sie ein genaues Bild darüber, wie die Admins mit einzelnen Systemen zurechtkommen und wie einzelne Arbeitsschritte optimiert werden könnten. Dabei erhält Julia oft neue Anregungen und nimmt diese gerne auf: „Natürlich wollen wir den Soldatinnen und Soldaten die besten Produkte zur Verfügung stellen, deswegen notiere ich mir die Anmerkungen, Gedanken und Vorschläge, nehme diese mit und überprüfe mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Projektabteilungen des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, inwiefern diese umgesetzt werden können.“ Für einzelne System ist hierbei immer das Zusammenspiel mit anderen System im Verbund zu betrachten. „Wenn die vorgeschlagenen Alternativen nicht mit anderen Systemen harmonieren, dann können wir das zwar nicht unmittelbar umsetzen.“  Solche Überlegungen können jedoch der Ausgangspunkt sein, um Anpassungen vorzunehmen oder neue Lösungen zu finden.

AHA-Erlebnis

Daneben stand für die wissbegierige Reserveoffizierin im Vordergrund, Augen und Ohren offen zu halten und sich auch mal Systeme und Material aus der Nähe anzusehen, die sie ohne die Wehrübung bei Steadfast Cobalt sonst nur aus einer anderen Perspektive kennengelernt hätte.

Bei ihrem Austausch mit anderen Teilnehmenden an der Übung muss sie nicht selten auch Aufklärungsarbeit leisten. Im Vordergrund stehen dabei häufig Fragen zu den Prozessen, Vorgaben und Grenzen im Beschaffungswesen: „Viele Kameradinnen und Kameraden kommen zu mir und fragen: Warum kaufen wir nicht einfach dieses oder jenes?“ In aller Regel bekommen die Soldatinnen und Soldaten nur das Endergebnis eines Beschaffungsprojektes mit, ohne den langen Arbeitsweg und die Entscheidungen davor zu kennen. Julia erkläre dann den Rüstungsprozess, die unterschiedlichen Aufgaben und Rollenträger sowie die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen, die es im Einzelfall abzuwägen gelte. „Hinsichtlich der komplexen Rahmenbedingungen ist dann oft dieses Aha-Erlebnis im Gesicht,“ berichtet Julia von solchen Begegnungen.

Faible für ITInformationstechnik

Dieses hat sie in der Vergangenheit auch persönlich oft am eigenen Leib gespürt, denn nach eigener Aussage waren ihre fachliche Berührungspunkte mit ITInformationstechnik vor ihrem beruflichen Werdegang im BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr eher gering gewesen: „Ich bin eine Beamtin im gehobenen nichttechnischen Dienst, die ein Faible für ITInformationstechnik hat, für Technik.“ Die notwendige Qualifikation habe sie sich durch entsprechende Weiterbildungen, aber auch durch eine gehörige Portion Interesse und Engagement erlangt. Und das Interesse ist ihr deutlich anzumerken: „Ich mag die Komplexität und ich mag Herausforderungen. Das hat man bei der ITInformationstechnik immer.“ Während Steadfast Cobalt hatte Julia oft die Möglichkeit, genau diese Herausforderungen mitzuerleben. Als prägnantes und gleichzeitig für alle nachvollziehbares Beispiel für die Komplexität von Systemen führt sie an: „Wenn heute etwas reibungslos funktioniert, kann es morgen schon wieder ganz anders sein, nur weil etwas Neues angeschlossen oder ein Update installiert wurde. Das ist dann Teil meines Jobs im BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, solche Probleme zu erkennen und gemeinsam mit der zuständigen Projektleitung zu verhindern, damit sich die Truppe zukünftig auf ihr Gerät verlassen kann.“

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