Heer

20 Jahre Multinationales Korps Nordost

20 Jahre Multinationales Korps Nordost

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Datum:
Ort:
Stettin
Lesedauer:
6 MIN

Mehr als 50.000 Besucher haben gemeinsam mit den Soldatinnen und Soldaten des Multinationalen Korps Nordost dessen 20. Geburtstag in Stettin gefeiert. In der polnischen Stadt an der Oder sind am 21. und 22. September 2019 zahlreiche hochrangige Gäste aus mehr als 25 Nationen mit dabei.

Sechs Soldaten marschieren mit der Korpsfahne über eine breite Straße, die von Menschen gesäumt ist.

Oberstleutnant Henrik von Holck (l.) marschiert als Führer der Ehrenformation des Korps auf den Festplatz ein.

Bundeswehr/Marco Dorow

Bereits 21 Jahre ist es her, als die Verteidigungsminister Dänemarks, Deutschlands und Polens vertraglich beschlossen, das Hauptquartier des Multinationalen Korps Nordost in Stettin aufzustellen. Tatsächlich ist das Korps seit dem 18. September 1999 das für den Ostseeraum zuständige NATONorth Atlantic Treaty Organization-Hauptquartier. Heute stellt es gemeinsam mit der Stadt Stettin auch ein Symbol für die polnische Integration innerhalb Europas und in die NATONorth Atlantic Treaty Organization dar.

Im Weißbuch 2016 spricht die ehemalige Bundesministerin der Verteidigung Ursula von der Leyen über die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Engagement in der europäischen Sicherheitspolitik. Wichtig sei hierbei die Vernetzung Deutschlands mit Verbündeten und Partnern in internationalen Bündnissen. Das Multinationale Korps Nordost hatte mit Polen als damaliges NATONorth Atlantic Treaty Organization-Neumitglied einen wichtigen Partner gewonnen und gehört neben Dänemark und Deutschland zu den sogenannten Rahmennationen. Seit dieser Zeit ist das Hauptquartier kontinuierlich gewachsen. Heute dienen 400 Soldatinnen und Soldaten aus insgesamt 25 Nationen in dem Korps, das als Sicherheitsgarant für die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke fungiert.

Nationalhymnen als Symbol für Multinationalität

Zahlreiche Soldaten verschiedener Länder sind zugweise angetreten. Hinter ihnen wehen die Nationalflaggen im Wind.

Die Rahmennationen Polen, Dänemark und Deutschland sind mit ihren Ehrenformationen angetreten.

Bundeswehr/Marco Dorow

Ready Today – Prepared for Tomorrow

Zwei Generale marschieren nebeneinander her.

Der Kommandeur des Multinationales Korps Nordost, Generalleutnant Sławomir Wojciechowski (l.) und Brigadegeneral Kay Brinkmann (r.), Führer der Paradeaufstellung, schreiten die Front ab.

Bundeswehr/Marco Dorow

Geburtstag ist ein Meilenstein

Ein General steht an einem Rednerpult und spricht. Vor ihm stehen Menschen und hören zu.

Generalleutnant Stephan Thomas, Kommandeur Deutscher Anteil Multinationales Korps, bezeichnet in Stettin den Geburtstag als Meilenstein.

Bundeswehr/Marco Dorow

Leopard und Puma begeistern die Gäste

Ein Besucher steht mit einem Soldaten vor einem Panzer und unterhält sich.

Die Besucher sind besonders interessiert an dem Kampfpanzer Leopard 2A6.

Bundeswehr/Marco Dorow

Unter den tausenden Besuchern interessierte sich vor allem Jürgen Kricheldorf für den modernen Kampfpanzer Leopard. Der ehemalige NVANationale Volksarmee-Panzersoldat und Oberstleutnant außer Dienst lebt die deutsch-polnische Freundschaft. Seit 15 Jahren wohnt er mit seiner polnischen Ehefrau in der Stadt. „Es freut mich besonders, dass heute so viele deutsche Soldaten Stettin ihr Zuhause nennen. Es zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben, weg vom Konflikt hin zum Frieden“, sagte er.

Stettin – eine Kulturstadt

Im Gespräch mit Hauptmann Christoph Fojcik, Kompaniechef im Panzerbataillon 414 im niedersächsischen Bergen, blickte Kricheldorf zurück auf seinen ehemaligen Panzer: „In meiner Zeit rollten wir mit dem T-55 B durch das Gelände. Der Leopard ist da natürlich eine ganz andere Hausnummer.“ Fojcik freute sich indes, in Stettin mit seinem Panzer dabei sein zu können: „Ich bin nicht das erste Mal hier. Als Historiker ist die polnische Stadt für mich eine kulturelle Hochburg. Von daher war es klar, dass ich bei dem Jubiläum sehr gerne dabei bin. Aus Sicht eines Soldaten kann ich die damalige Entscheidung, dass Hauptquartier des Korps hier aufzustellen, nur begrüßen. Es ist ein richtiges Signal für die internationale Zusammenarbeit.“

Zwei Geburtstage an einem Tag

Ein Mann am Lenkrad eines Lkw, die Türen der Fahrerkabine sind geöffnet und er lächelt in die Kamera.

Thorsten Breitsprecher ist aus Deutschland angereist und freut sich über die vielen militärischen Fahrzeuge.

Bundeswehr/Marco Dorow

Auch die polnischen Besucher zeigten sich begeistert von der großen Auswahl an deutschen Militärfahrzeugen: Die Familie Barczak mit den beiden kleinen Kindern Inka und Wit freute es besonders, dass die deutschen Soldaten auf der Promenade vertreten waren. „Im Internet haben wir von dem Geburtstag erfahren. Ein solch großes Aufgebot hatten wir nicht erwartet. Ich persönlich freue mich auch über die Anwesenheit der Dänen und Deutschen in Stettin. Das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit“, erzählt Karolina Barczak.

Besucher in Scharen

Der polnische Soldat Rynaud Fal interessierte sich besonders für den neuen Schützenpanzer Puma. Hauptfeldwebel Marcel Elger, Kommandant im Panzergrenadierlehrbataillon 92, war in seinem Element und erklärte dem Polen im Detail das hochmoderne Fahrzeug der Grenadiere. „Die Besucher kommen in Scharen, um die Fahrzeuge zu sehen“, so Elger. Das bestätigt auch Hauptmann Stefanie Eiweleit, die vor Ort den Spähwagen Fennek der Pioniere vorstellt. „Der Andrang ist riesig und die Stimmung super. Dadurch, dass unser Fahrzeug im Vergleich zu den Panzern so tief liegt, kommen die Besucher auch schneller in den Fennek hinein. Die Schlange wird immer länger.“

Feuershow und Serenade

Eine Militärkapelle spielt in der Dämmerung, im Hintergrund die Lichter eines Marineschiffes.

Das Heeresmusikkorps aus Neubrandenburg spielt für die Ehrengäste sechs ausgewählte Musikstücke inklusive der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Hymne.

Bundeswehr/Marco Dorow
von Maximilian Kohl

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