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90 Kilometer vor dem Polarkreis

90 Kilometer vor dem Polarkreis

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  • Heer
Datum:
Ort:
Schweden
Lesedauer:
1 MIN

Ideale Bedingungen rund 90 Kilometer vor dem Polarkreis: Ende Januar sind Temperaturen um die minus 20 Grad und jede Menge Schnee in dieser Region garantiert. Doch nicht nur das Wetter auch die schier unendliche Weite der Wälder sind wie geschaffen für die arktische Einsatzprüfung, sagen die Heeresflieger der Division Schnelle Kräfte.

Landschaftsaufnahme: verschneites weites Schweden in düster wirkendem Sonnenlicht

Arktisch und einsam: wie gemacht für Einsatzprüfungen unter extremen Bedingungen

Bundeswehr/Marco Dorow

Rund 2.000 Kilometer nördlich von Berlin liegt der kleine nordschwedische Ort Vidsel. Weiter nach Norden erstreckt sich das Testgelände Vidsel. Die Soldatinnen und Soldaten der Division Schnelle Kräfte sind mit ihren Hubschraubern aus Deutschland angereist, um das Gelände zu nutzen.

Vidsel ein ganz besonderes Areal

Aus einem Hangar wird ein Hubschrauber mit einem Rangierfahrzeug gezogen.

Die Testgelände Vidsel bietet ideale Infrastruktur für die Heeresflieger.

Bundeswehr/Marco Dorow

An den südlich gelegenen Flugplatz mit einer 2.300 Meter langen Start- und Landebahn schließt nördlich ein weiteres 1.650 Quadratkilometer großes Sperrgebiet an. Das 1958 in Betrieb genommene Raketenversuchsgelände Vidsel ist für Flugzeuge und Lenkwaffen besonders geeignet. Bei Bedarf wird ein weiteres Versuchsgelände für die Luft- und Raumfahrt mit in den Sperrkreis integriert. In einem solchen Fall entsteht ein für deutsche Verhältnisse unvorstellbares, zusammenhängendes Testgebiet mit einer Ausdehnung von über 350 Kilometern. Die gesperrte Bodenfläche umfasst dann rund 3.300 Quadratkilometer mit dem dazugehörigen Luftraum. Die Flächen des Saarlandes und Berlins gemeinsam sind in etwa genauso groß.

Blick in ein Museum, im Vordergrund ein Landschaftsmodell mit darüber fliegenden Flugzeugen

Ein liebevoll eingerichtetes und geleitetes Museum erzählt die abwechslungsreiche Geschichte des Testgeländes.

Bundeswehr/Marco Dorow

Zudem ist das Testgebiet idealerweise sehr dünn besiedelt. Mit 232 Einwohnern auf einen Quadratkilometer zählt Deutschland zu den dichtbesiedelten Ländern der Welt, in Nordschweden sind es dagegen nur zwei Einwohner pro Quadratkilometer. Auf dem Testgelände im Norden Schwedens wurden bisher alle militärischen Flugzeuge des schwedischen Militärs aber auch vieler europäischer Armeen getestet. Dazu gehören der Militärtransporter Transall C-160 oder das Kampfflugzeug Eurofighter. Ein kleines eigenes Museum in Vidsel erzählt die Geschichte des Testgeländes.

von René Hinz

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