Heer

Als Zivilist gut ausgebildet in den Einsatz

Als Zivilist gut ausgebildet in den Einsatz

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
2 MIN

Schießen, Verwundete erstversorgen, einen Checkpoint betreiben: Melden sich zivile Angestellte für einen Auslandseinsatz, müssen sie diese Fertigkeiten des Soldatenhandwerks beherrschen. Daher erwartet sie bei der sechswöchigen Allgemeinen Soldatischen Ausbildung ein straffes Programm, wie im Oktober bei der Ausbildungs- und Unterstützungskompanie 92 in Munster.

Mehrere Soldaten stehen am Waldrand in einem Betongraben und haben ihre Gewehre zum treffsicheren Zielen auf Sandsäcke gelegt.

Feuerbereit: Beim Gefechtsschießen müssen die Teilnehmenden der ASA zeigen, was sie gelernt haben.

Bundeswehr/Philipp Leunert

Die Teilnehmenden der Allgemeinen Soldatischen Ausbildung (ASA) in Munster sind eine bunte Truppe: ziviles Personal der Bundeswehr sowie Postbeamte und Mitarbeiter des Zolls treffen hier zusammen. Von der 25-jährigen Verwaltungsangestellten bis zum 63-jährigen Elektriker reichten die zivilen Qualifikationen. Was die Zivilisten jedoch eint, ist, dass sie sich alle freiwillig für einen Auslandseinsatz der Bundeswehr gemeldet haben.

Ziel des Panzergrenadierlehrbataillons 92 ist es nun, die Teilnehmenden für den Einsatz, in dem sie Uniform tragen werden, militärisch auszubilden und für kommende Aufgaben zu befähigen. Danach können sie in Mali oder Afghanistan zusammen mit den erfahrenen Soldaten arbeiten.

Schießübung mit der P8 und dem G36

Mehrere Soldaten mit Schusswesten und Waffen stehen vor einem Ausbilder.

Ein Ausbilder erklärt den richtigen Umgang mit dem Gewehr G36.

Bundeswehr/Philipp Leunert

Jeder Soldat muss in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen. Bei Nebel, Wind und Dauerregen schossen die Lehrgangsteilnehmer schon in der zweiten Woche mit dem Gewehr G36, eine Grundlagenübung. Dabei ließen sich die Lehrgangsteilnehmer nicht mal von einem Wolf aus der Ruhe bringen, der sich auf die Schießbahn verirrt hatte. Neben dem Gewehr G36 ist die Pistole P8 die Standardwaffe eines Bundeswehrsoldaten. Daher verbrachten die Lehrgangsteilnehmer auch die dritte Woche auf der Schießbahn. „Beim Schießen mit der P8 trennt sich die Spreu vom Weizen“, erläuterte Hauptfeldwebel Mathias Müller, einer der Ausbilder. Insbesondere die richtige Handhabung der – vergleichsweise kleinen – Waffe und die notwendige Griffkraft stellten die Lehrgangsteilnehmer vor größere Herausforderungen als das G36. Unter den wachen Augen der Ausbilder schafften es jedoch schließlich alle die Grundlagenübung mit der Pistole erfolgreich zu absolvieren.

Zum Abschluss und gleichzeitig als Höhepunkt der Waffenausbildung wurde der feindliche Überfall auf eine Gruppe simuliert. Dabei mussten die Lehrgangsteilnehmenden beweisen, dass sie auch unter Beschuss einen kühlen Kopf behalten und das Gelernte umsetzen können. „Es war interessant so eine herausfordernde Situation in der Übung zu erleben. Das bringt uns allen sicher etwas für den Einsatz“, sagte Major Max-Benedikt Bauer, der als Rechtsberaterstabsoffizier in den Einsatz geht. In der fünften Lehrgangswoche absolvierten die Zivilisten die Sanitätsausbildung.

Der Checkpoint wird angegriffen

Ein Maschinengewehr ist in erhöhter Position auf einem Sandsack abgelegt, an einer Betonwand stehen Soldaten.

Mit einem Maschinengewehr wird der Checkpoint gesichert.

Bundeswehr/Philipp Leunert

In der letzten Woche stand eine Abschlussübung an: Mit großem Aufwand wurde der Betrieb eines Checkpoints simuliert. Der Stress durch die Bedrohung mit improvisierten Sprengsätzen sowie durch irreguläre Kräfte in Kombination mit der klirrenden Kälte forderte die Lehrgangsteilnehmenden enorm. Auch diese Aufgabe wurde gemeistert und die zivilen Fachleute gehen nun mit einem guten Gefühl in die anstehenden Einsätze.

Die Panzergrenadiere aus Munster erwarten im Dezember schon den nächsten Schwung an Rekruten. Dieses Mal dann wieder die „klassischen“.

von Sebastian Cymutta

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