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April 2020 – Sperren

April 2020 – Sperren

  • Landes- und Bündnisverteidigung
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2 MIN

Der Kalender des Heeres erzählt zwölf Geschichten aus dem Gefechtstagebuch der Brigade Eulenschlag. Im April geht es um Sperren.

Drei Soldaten stehen am Minenverlegesystem 85 auf dem Feld und verlegen eine Sperre aus Panzerabwehrminen.

Mit dem Minenverlegesystem 85 legen die Soldaten eine Sperre aus Panzerabwehrminen in den Boden. Doch nicht nur das Anlegen, sondern auch das Überwachen der Sperre ist nötig, um den Feind aufzuhalten.

Bundeswehr/Mario Bähr

7. April

Wir sind immer noch im Verfügungsraum zur Auffrischung. Das Panzerbataillon 34 wurde während des Flankenangriffes zerschlagen. Sie waren nach dem Einschwenken zu schnell gewesen und zeigten die eigene Flanke. 60 Prozent der Soldaten fielen. Die anderen Bataillone sind weit weniger dezimiert; im Schnitt um ein Drittel. Feldersatz ist zwar da, aber alle müssen sich nun erst einmal finden.

10. April

Es haben sich im Gefecht verschiedene taktische Mängel gezeigt. Was nützt zum Beispiel die beste Sperre, wenn sie nicht überwacht wird? Umgehungen sind dem Feind jedenfalls einige Male gelungen. Den Bataillonskommandeuren befahl ich, künftig die Augen an den Feind zu bringen. Die Sperre soll wie ein unüberwindbares Hindernis wirken. Es muss allen klarer werden, was Lenken und Schlagen des Feindes meint.

Auf grauem Hintergrund steht eine taktische Skizze einer Verzögerungsoperation, dabei eingezeichnet zwei Sperren.

Sperren sollen für den Feind wie ein unüberwindbares Hindernis wirken. Mit ihnen lenken die Soldaten den Feind. Dieser soll sukzessive runtergekämpft und zerschlagen werden.

Bundeswehr/PIZ Heer

12. April

Mein G3 ist in seinem Element. Beim letzten Lagevortrag schärfte er den Kommandeuren ein, dass Kampfunterstützung nicht unendlich zur Verfügung steht. Auch neue, digital schaltbare Minen können versagen. Das Einmaleins muss sitzen: soll heißen, dass man zum Beispiel die Minengassen auch bei Nacht finden muss und den Überblick behalten, welche Sperre geschlossen ist und welche nicht „Der Sperrplan muss permanent gefüttert werden. Der Stab braucht ein klares Lagebild, jeder Zeit!“ Recht hat er.

14. April

Das Panzerbataillon 34 hat nun zwei fast vollständig frische Kompanien. Auch die Chefs sind neu. Ich schaue mir mit dem Kommandeur die Pionierausbildung an. Vor zwei Wochen waren wir noch im Gefecht und konnten nachdrücklich unsere Erfahrungen vermitteln. Es darf zum Beispiel keine Zweifel geben, wo die sperrfreien Räume sind, denn der nächste eigene Gegenstoß kommt bestimmt, eventuell auch bei Nacht.

15. April

Panzergrenadierbataillon 31 übte heute den Umgang mit Richtminensperren. Wirkungsbereiche, Lichtwellenleiter und Zeitansatz sind hier die Themen. Die Grenadiere legen am Ende des Tages deutlich routinierter auch mehrreihige S-Drahtsperren.

17. April

Das Panzerbataillon 32 vertat eine wichtige Chance während unseres Verzögerungsgefechts. Nachdem zwei Kompanien Feind auf eine Sperre aufgelaufen waren, hätte der geplante Feuerschlag zum Zerschlagen abgerufen werden müssen. Der Kommandeur muss nun verantworten, dass zwei Drittel ausweichen konnten, weil Flankenfeuer zu diesem Zeitpunkt nur von einem Zug kam. Ich nehme niemandem Fehler übel. Es ist wichtig zu lernen.

von Christian  Grothaus

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