Heer

Übung Rapid Scout: Freyunger Aufklärer trainieren gemeinsam mit US-Soldaten

Übung Rapid Scout: Freyunger Aufklärer trainieren gemeinsam mit US-Soldaten

  • Multinationalität
  • Heer
Datum:
Ort:
Bayern
Lesedauer:
3 MIN
Ein Soldat hebt den Arm und streckt den Daumen hoch, vor ihm eine weiße Drohne auf dem Rasen.

Der Systemfeldwebel gibt das Startsignal für die Aufklärungsdrohne LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung.

Bundeswehr/Sebastian Zäch

Wenige Wochen trennen das Aufklärungsbataillon 8 aus Freyung in Bayern vom bevorstehenden Einsatz in Mali. Um bestmöglich vorbereitet in die Stabilisierungsmission zu starten, haben die Aufklärer vom 20. bis 23. Mai mögliche Szenarien gemeinsam mit USUnited States-Soldaten des 2nd Cavalry Regiment aus Vilseck in Bayern geübt.

Bei der Gefechtsübung Rapid Scout (Schneller Späher) sollten letzte Ausbildungslücken für den kommenden Einsatz in Mali geschlossen und die Zusammenarbeit mit anderen Nationen trainiert werden. Die zum Großteil freilaufende Übung, das heißt auch im freien Gelände außerhalb der Kaserne und des Truppenübungsplatzes, beobachteten die Bürger der betroffenen drei Landkreise Freyung-Grafenau, Regen und Cham interessiert.

An der Übung nahmen fast 150 deutsche und 30 USUnited States-Soldaten teil. Das Aufklärungsbataillon 8 hat bereits Erfahrung in Mali sammeln können. Vor zwei Jahren war der Verband mit einer gemischten Aufklärungskompanie am Gelingen der Mission der Vereinten Nationen MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali in Mali beteiligt.

Aufklärungsbataillon 8 setzt LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung ein

Vorbereitet wird die Übung Rapid Scout mit dem Aufklärungssystem LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung (Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungsausstattung). Die Aufklärungsdrohne liefert Bilder in Echtzeit und trägt somit direkt zur Sicherheit der Soldaten bei. Speziell ausgebildetes Personal, sogenannte Luftbildauswerter, bereitet die Bilder und Videos auf und meldet bei Unregelmäßigkeiten direkt dem Gefechtsstand. Dieser kann dann der Marschkolonne wichtige Hinweise auf der Marschroute geben.

Dauerregen und Demonstranten

Auf veregneter Straße fahren Panzer hintereinander. Am Straßenrand steht ein Jugendlicher und hebt einen Arm.

USUnited States-Soldaten auf ihrem Panzer vom Typ Striker fahren auf der Landstraße in Kolonne. Vereinzelt protestieren Jugendliche.

Bundeswehr/Alexander Blöchl

Die deutschen und amerikanischen Soldaten verlassen bei Regen, der die vier Übungstage weitestgehend anhält, die Kaserne am Goldenen Steig. „Demonstranten“ am Rand der Marschkolonne zeigen den Soldaten deutlich ihren Unmut. Professionell wird die Situation gelöst. Meldung an den Gefechtsstand: „Demonstrators ahead“ (Demonstranten voraus).

Feuergefechte und eine Detonation

Der Konvoi kommt durch plötzlich auftretendes gegnerisches Gewehrfeuer und eine heftige Detonation zum Erliegen. Die Patrouille wird beschossen. Ein Fahrzeug ist nur noch bedingt einsatzbereit. Eigene Soldaten haben die Situation erkannt und sichern das Gelände. Die USUnited States-Soldaten auf ihren Gefechtsfahrzeugen Stryker sitzen ab. Unter eigenem Deckungsfeuer nehmen sie Fühlung zum Feind auf und können diesen zerschlagen.

An einem Waldrand hockt ein bewaffneter Soldat. Er ist kaum zu sehen.

Feindliche Kräfte beziehen Stellung und warten auf den richtigen Augenblick für einen Angriff.

Bundeswehr/Alexander Blöchl
Auf einer Rasenfläche vor einem Waldstück stehen mehrere Gechtsfahrzeuge.

Der Konvoi in der Sicherung. Die Großkaliber der USUnited States-Amerikaner schützen die Flanken.

Bundeswehr/Alexander Blöchl

Jetzt gilt es die Situation zu bewerten, die Kolonne zu sichern und mögliche Schäden an Personal und Material zu identifizieren. Der Kolonnenführer Hauptmann Nicolas von Appen, der selbst mit seiner Kompanie am Einsatz teilnehmen wird, befiehlt über Funk das weitere Vorgehen. Eine Rundumsicherung mit den schweren und geschützten Fahrzeugen in den Flanken wird aufgebaut. Ein weiterer möglicher Angriff kann somit abgewehrt werden.

Ein deutscher Soldat wird verwundet

Vor einem Fahrzeug stehen und hocken mehrere Soldaten um einen Verwundeten am Boden herum.

Ein verwundeter Soldat wird erstversorgt.

Bundeswehr/Alexander Blöchl

Die Angriffe der Gegner waren gut vorbereitet. Die schützenden Fahrzeuge verhindern Schlimmeres. Trotzdem wird durch die Wucht der Detonation ein deutscher Soldat verwundet. Wie schwer, das kann sofort der Arzt aus dem Beweglichen Arzttrupp feststellen. Zur Seite stehen ihm hier speziell ausgebildete Soldaten der Aufklärer, die Einsatzersthelfer mit erweiterter Ausbildung im Sanitätsdienst. Und wo immer Manpower gefragt war, konnte man sich auf die USUnited States-Soldaten verlassen.

Am Ende der fordernden vier Tage kehren alle Beteiligten der Übung Rapid Scout mit einem guten Gefühl an den Standort Freyung zurück. Die Soldaten haben Neues gelernt, altes Wissen aufgefrischt und ihr Können vertieft.

Sehr zufrieden sind auch die beteiligten USUnited States-Soldaten aus Vilseck. Alle freuen sich jetzt schon auf die nächsten gemeinsamen Übungen im Bayerischen Wald.

von Elisabeth Rabe