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Nächste Schritte zur weiteren Nutzung des Schützenpanzers Puma

Nächste Schritte zur weiteren Nutzung des Schützenpanzers Puma

  • Ausrüstung
  • Heer
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

Die Ausbildung am Schützenpanzer Puma wird in Kürze durch das Ausbildungsmittel Ausbildungsanlage Turm (AAT) ergänzt. Das Team taktische Einsatzprüfung unter Führung von Oberstleutnant Kim Feilcke aus dem Amt für Heeresentwicklung hat die AAT Ende November am Standort Munster einer umfassenden Prüfung unterzogen.

Die fünftägige taktische Einsatzprüfung hatte zum Ziel, das neue Gerät auf seine Eignung für die Ausbildung in der Truppe zu testen. Dies erfolgte anhand der taktischen Grundsätze sowie anhand der Methodik für die Ausbildung der Panzergrenadiertruppe. Zukünftig soll in jedem Panzergrenadierbataillon die Ausbildung zum Richtschützen und Kommandanten für den Schützenpanzer Puma durch eine AAT ergänzt werden. Zusätzlich wurden die neuen optischen Sichtmittel des Pumas für den Einsatz bei der VJTFVery High Readiness Joint Task Force 2023 sowie ein Ausbildungsmittel für das Mehrrollenfähige leichte Lenkflugkörpersystem (MELLS) begutachtet.

Umfangreiche Vorbereitungen

Der obere Teil eines Panzers steht in einer Halle.

Mit der Ausbildungsanlage Turm (AAT) kann das Bedienungspersonal wirklichkeitsnah ausgebildet werden.

Bundeswehr/Di Dio

Das Amt für Heeresentwicklung schloss die taktische Einsatzprüfung an dem zukünftigem Ausbildungsmittel AAT in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) und dem Simulationszentrum des Ausbildungszentrums MUNSTER erfolgreich ab. Die monatelangen Vorbereitungen mit Vorbesprechungen, Begleitung der Werks- und Standortabnahme sowie einer Teilnahme an der Industrieausbildung gipfelten in einer einwöchigen taktischen Einsatzprüfung des Gerätes. Dabei konnte erfolgreich eine Ausbildung zum Richtschützen beziehungsweise Kommandanten am Schützenpanzer Puma simuliert werden. Das über die gesamte Dauer der Einsatzprüfung stabil laufende Ausbildungsmittel ermöglicht den Ausbildern, in einer bisher noch nicht dagewesenen Qualität Richtschützen sowie Kommandanten des Pumas in ihren Funktionen auf den jeweiligen Arbeitsplätzen vorzubereiten.

Bessere Ausbildungsmöglichkeit

Mehrere Soldaten sitzen vor einem Whiteboard, an dem ein Soldat steht und darauf schreibt.

Soldaten des Amtes für Heeresentwicklung werten zusammen mit den Kameraden des Simulationszentrums Panzertruppe die Prüfergebnisse aus.

Bundeswehr/Di Dio

Durch festinstallierte Kameras kann sowohl am Ausbilderplatz als auch auf einer Mitschauanlage ein Livebild vom Richtschützen und Kommandanten aus dem Kampfraum übertragen werden. Das dafür zur Verfügung stehende Smartboard ermöglicht weiteren Auszubildenden ihre Kameraden beim Üben zu beobachten und bereits aus deren Fehlern zu lernen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, über einen Splitscreen, also einen Bildschirm der zwei- oder mehrfach geteilt ist, verschiedene Informationen aus dem Kampfraum auf dem Ausbilderplatz und einer Mitschauanlage anzuzeigen. Hierdurch ergeben sich neue moderne Möglichkeiten in der Methodik der Ausbildung. Neben den technischen Feinheiten des Gerätes wurde dieser Aspekt im Zuge der Einsatzprüfung gleichermaßen berücksichtigt.

Neue Kameras für den Puma

Ein Schützenpanzer Puma fährt über ein Übungsgelände.

Auf dem Truppenübungsplatz Munster wurden die Sichtmittel des Schützenpanzers Puma unter verschiedenen Wetterbedingungen getestet.

Bundeswehr/Di Dio

Neben der Einsatzprüfung des AAT nahmen Teile des vierköpfigen Teams von Oberstleutnant Kim Werner Feilcke an einer Industrieerprobung der Firma Rheinmetall zur Überprüfung der Sichtmittel des Pumas für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force 2023 teil. Hierbei wurden die neuen Sichtmittel, die sich im unteren Teil des Pumas befinden, im Gelände auf Herz und Nieren getestet. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum Kraftfahrwesen der Bundeswehr, dem Ausbildungszentrum MUNSTER, sowie Soldaten des Panzergrenadierbataillons 112 aus Regen konnten bei typischem Munsteraner Wetter (Sonne, Regen, Nebel, Wind) alle Sichtsysteme getestet werden. Diese zeichnen sich durch erstmalig verbaute Farb- und Wärmebildkameras aus. Neben der Vorwärts- und Rückwärtssicht für den Kraftfahrer steht dem Schützentrupp eine 360-Grad-Rundumsicht zur Verfügung. Alle Sichten können auch als fusioniertes Bild, in dem die Farb- und Wärmebildkameras zusammengerechnet werden, angezeigt werden.

Acht Simulatoren für die Truppe

Ein Soldat sitzt mit einem Joystick in der Hand vor einem Bildschirm, daneben steht ein weiterer Bildschirm.

Ein Ausbilder des Simulationszentrums testet den Flugphasensimulator MELLS.

Bundeswehr/Di Dio

Die Woche wurde mit einer Begutachtung des Flugphasensimulators der Waffenanlage MELLS abgeschlossen. Unter Leitung des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und mit Beteiligung der Industrie war es das Ziel, den Flugphasensimulator zu testen. Aufgrund der positiv verlaufenden Prüfung werden für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force 2023 acht dieser Simulatoren für die Truppe beschafft.

Zusammengefasst können die Einsatzprüfung der AAT sowie die Überprüfung des Flugphasensimulators bereits als Erfolg für die weitere Realisierung der Einsatzreife des Schützenpanzers Puma verbucht werden. Für das Team taktische Einsatzprüfung steht die eigentliche Arbeit, nämlich das Erstellen des Ergebnisberichtes, allerdings noch an. Die nächsten Wochen werden davon geprägt sein, die Einsatzprüfung in allen Details zu erfassen und schriftlich aufzuarbeiten. Die Ergebnisse der Erprobung der Sichtmittel werden sich in der weiteren Entwicklung des Pumas für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force 2023 niederschlagen. Eine abschließende Bewertung in Bezug auf die vollumfängliche Eignung wird jedoch erst nach Abschluss der taktischen Einsatzprüfung im Juli 2020 erfolgen.

von Di Dio

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    Amt für Heeresentwicklung

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