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Bataillonslauf: 7.000 Meter durch Berg und Tal

Bataillonslauf: 7.000 Meter durch Berg und Tal

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Datum:
Ort:
Bad Reichenhall
Lesedauer:
3 MIN

Anfang Oktober nahmen 250 Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 231 an einem besonderen Wettkampf teil. Beim traditionellen Bataillonslauf stellten die Gebirgsjäger ihre körperliche Leistungsfähigkeit unter Beweis und brachten mehrere Hundert Höhenmeter hinter sich.

Ein Soldat läuft in zivilen Sportsachen auf einer Tartanbahn.

Hauptfeldwebel Bastian Schrenker überbietet im ersten Durchgang des Bataillonslaufes mit 25:02 Minuten für 7.000 Meter mit 300 Höhenmetern den Streckenrekord des Vorjahres.

Bundeswehr/Gebirgsjägerbataillon 231

Lange war es beim Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall alte Tradition, jährlich einen Berglauf in Wettkampfformat absolvieren. Nach längerer Unterbrechung des sogenannten „Peter-Stecher-Laufes“ knüpften die Gebirgsjäger im vergangenen Jahr an diese Tradition an. Unter neuem Namen und mit veränderter Strecke gingen im Oktober 2019 rund 500 Soldaten an den Start. Nach dieser geglückten Premiere sollte auch im Jahr 2020 wieder ein Berglauf stattfinden.

Zeitlich versetzter Start

Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie konnte der für Juni 2020 geplante Wettkampf vorerst nicht umgesetzt werden. Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Dennis Jahn, hielt an der Marschrichtung jedoch fest: „Der Berglauf wird auch in 2020 stattfinden.“ Nach intensiver Planungs- und Konzeptarbeit gelang es, eine Genehmigung von allen notwendigen Stellen zu erhalten. „Ich habe mich bei der Planung bewusst sowohl auf zivile als auch militärische Stellen gestützt“, sagt der verantwortliche Projektoffizier, Oberleutnant Niklas Jacksch. So war es notwendig, die teilnehmenden Soldaten zeitlich versetzt, über mehrere Tage, auf die Strecke zu schicken.

Dank digitaler Zeitmessung ist das kein Problem. Für den Bataillonskommandeur steht bereits vor dem Start fest: „Ich freue mich, dass der Lauf stattfinden kann. Nicht um jeden Preis, aber durch das Hygienekonzept wird der derzeitigen Lage Rechnung getragen.“ Zwar musste auf eine Eröffnungszeremonie sowie auf ein geselliges Beisammensein im Anschluss verzichtet werden, Jacksch ist dennoch zufrieden: „Räumlich getrennt, aber im Wettkampf vereint.“

Über Schotterstraßen und Waldwege

Am 7. Oktober um 8.30 Uhr fällt dann der Startschuss. Bei leichtem Regen und zehn Grad Außentemperatur beginnt der Wettkampf. Rund 250 Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 231 stellen sich am ersten Tag den Herausforderungen des Berglaufes. Auch in diesem Jahr sind die Teilnehmer hochmotiviert und wollen persönliche Bestleistung erreichen. 7.000 Meter Distanz und ein Höhenunterschied von 300 Metern im Auf- und Abstieg zeichnen die Laufstrecke aus. Dabei führen Schotterstraßen, Waldwege und kurze Asphaltpassagen zum Ziel. Bereits der kräftezehrende Hauptanstieg am Anfang macht schnell klar, warum es sich um eine Berglaufmeisterschaft handelt. Der darauffolgende Abschnitt erlaubt zwar eine kurze Erholungsphase, die aber nicht lange währt. „Der letzte Teil fordert tatsächlich alle Kraftreserven ab“, merkt Oberleutnant Lukas Sundarp nach dem Zieleinlauf an. Er nimmt zum ersten Mal am Wettkampf.

Ihm und den anderen sind die Anstrengungen zwar ins Gesicht geschrieben, an Aufgeben denkt jedoch niemand. Besonders für die Offizieranwärter ist die Berglaufmeisterschaft ein einprägsames Erlebnis und ein Gradmesser der körperlichen Leistungsfähigkeit. Seit Anfang Oktober absolvieren sie ihre Spezialgrundausbildung im Bataillon. Mit einer Zeit von 25:02 Minuten überbietet Hauptfeldwebel Bastian Schrenker den Streckenrekord des Vorjahres. Ein endgültiger Gewinner kann jedoch noch nicht gekürt werden. Der Berglauf 2020 ist mit der Hauptveranstaltung nicht beendet. An zwei weiteren Terminen werden die bislang nicht gestarteten Gebirgsjäger den Lauf absolvieren.

Es bleibt damit abzuwarten, ob die momentan feststehende Bestzeit unterboten werden kann. Was aber feststeht: Der Berglauf wird im Jahr 2021 in die dritte Runde gehen. Oberstleutnant Jahn gibt sich sichtlich zufrieden: „Trotz der widrigen Umstände ist es auch in diesem Jahr gelungen, den Wettkampf durchzuführen. Die Gesunderhaltung hat gerade in Zeiten hoher Einsatzbelastung oberste Priorität, daher sind für die Gebirgsjäger meines Verbandes solche Veranstaltungen als Ausgleich besonders wichtig.“


von Niklas Jaksch

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