Heer

Deutsch-Französische Brigade blickt in die Zukunft

Deutsch-Französische Brigade blickt in die Zukunft

  • Multinationalität
  • Heer
Datum:
Ort:
Müllheim
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Vor 30 Jahren wurde die Deutsch-Französische Brigade aufgestellt. Nun führt wieder ein deutscher Kommandeur den binationalen Großverband. Im September übergab Général de Brigade Bertrand Boyard das Kommando an Brigadegeneral Peter Mirow. Der neue Kommandeur ist sowohl in der Brigade als auch im Einsatzland Mali kein Unbekannter.

Vier Führungskräfte grüßen militärisch und schreiten die Front der angetretenen Soldaten der Brigade ab.

Zum letzten Mal schreiten Général de brigade Bertrand Boyard (2. v. r.) und Oberst Frank Wachter (1. v. l.) die Front ab.

Armée de terre/Christophe

Bei blauem Himmel und Sonnenschein übergab am 12. September Général de Brigade Bertrand Boyard das Kommando über die Deutsch-Französische Brigade in der Robert-Schuman-Kaserne in Müllheim an Brigadegeneral Peter Mirow. Damit übernimmt im 30. Jubiläumsjahr turnusgemäß ein deutscher General die Führung über den Verband. Zeitgleich wechselt auch der Stellvertreter des Brigadekommandeurs. Colonel Philippe Kirscher tritt die Nachfolge von Oberst Frank Wachter an.

Heimkehr zur Brigade

Ein Soldat übergibt einem anderen Soldaten den Wimpel der Deutsch-Französischen Brigade, hinten stehen angetretene Soldaten.

Brigadegeneral Peter Mirow (r.) übernimmt von seinem Vorgänger Bertrand Boyard (2. v. l.) den Wimpel und das Kommando über die Deutsch-Französische Brigade.

Armée de terre/Christophe

Auch als Kommandeur der europäischen Ausbildungsmission EUTMEuropean Union Training Mission im westafrikanischen Mali von 2018 bis 2019 verlor Mirow nie den Bezug zu seinen Kameraden aus der Deutsch-Französischen Brigade. Die Zusammenarbeit mit Oberst Frank Wachter, der zeitgleich das 9. Einsatzkontingent der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali) führte, sei sehr eng gewesen, berichten beide. Auch in den nächsten Jahren werden die verschiedenen Missionen in Mali Teil der Aufträge der Brigade sein.

Ein Soldat übergibt einem anderen Soldaten den Wimpel der Deutsch-Französischen Brigade, hinten stehen angetretene Soldaten.

Die neue Brigadeführung mit Colonel Philippe Kirscher (v.l.n.r.) und Brigadegeneral Peter Mirow und die alte Brigadeführung mit Général de brigade Bertrand Boyard und Oberst Frank Wachter.

Armée de terre/Christophe

„Jeder zweite Soldat im Einsatz“

Auf dem Appellplatz grüßen sich drei Soldaten militärisch und stehen sich dabei gegenüber.

Der neue Kommandeur, Général de brigade Bertrand Boyard (M.), meldet die Brigade an den Kommandeur der 1. Division, Général de division Frédéric Blachon (r.), und den Vize-Kommandeur der 10. Panzerdivision, Brigadegeneral Michael Podzus.

Armée de terre/Christophe

Der Stolz war Brigadegeneral Peter Mirow deutlich anzusehen, als ihm der Kommandeur der 1. Division, Général de division Frédéric Blachon, und der Stellvertreter des Kommandeurs der 10. Panzerdivision, Brigadegeneral Michael Podzus, das Kommando über die Brigade übertrugen. „Général de Brigade Boyard hat die Brigade in den letzten zwei Jahren sehr erfolgreich geführt“, resümierte Mirow das Wirken seines Vorgängers. 2018 und 2019 war jeder zweite Soldat der Brigade im Einsatz oder in einer anerkannten Mission. „Es gibt kaum eine Brigade mit so viel Einsatzerfahrung“, fasste Boyard zusammen. „Im französischen und deutschen Heer ist ein solch hoher Prozentsatz einmalig und demonstriert, dass sich die Brigade in den letzten 30 Jahren vom Labor der deutsch-französischen Freundschaft zu einer voll operativen Infanteriebrigade entwickelt hat.“

Vorbereitung auf die Schnelle Eingreiftruppe

Zahlreiche Soldaten sind auf einem Exerzierplatz bei Sonnenschein angetreten. Die Formationen umrahmen den Platz.

Die 4. Kompanie des Jägerbataillons 292 tritt zum Übergabeappell in der Robert-Schuman-Kaserne an.

Armée de terre/Christophe

Mirow skizzierte in seiner Ansprache auch die zukünftigen Herausforderungen. Mit der hohen Zahl an Soldaten in Einsätzen und der zunehmenden Verzahnung der deutschen und französischen Systeme werde er an die Schwerpunkte seiner Vorgänger anknüpfen. Sein Augenmerk liege dabei momentan besonders auf der Einsatzvorbereitung und dem Einsatz des Jägerbataillons 292. Das Bataillon, das er zwischen 2010 und 2012 selbst geführt hatte, wird im März einen großen Teil seiner Soldaten nach Mali entsenden. Langfristig stehe in den nächsten Jahren zudem die intensive Vorbereitung auf die Schnelle Eingreiftruppe der NATONorth Atlantic Treaty Organization, der Very High Readiness Joint Task Force, 2022 und 2023 auf dem Programm, sagt Mirow. Sie ist als Speerspitze der NATONorth Atlantic Treaty Organization innerhalb von 72 Stunden weltweit einsatzbereit, getreu ihrem Motto „devoir d’excellence“, d.: dem Besten verpflichtet.

von Markus Bayer

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