Heer

Februar 2020 – Aufklärung

Februar 2020 – Aufklärung

  • Landes- und Bündnisverteidigung
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Auf grauen Untergrund sind weiße militärische Symbole gezeichnet. Sie zeigen langgezogene Blitze für die Aufklärung.

Militärische Aufklärung bedeutet, über die feindlichen Kräfte und unbekanntes Gelände Informationen zu sammeln.

Bundeswehr/PIZ Mediendesign

1. Februar

Knapp drei Wochen stehen wir nun im Gefechtsstreifen und bereiten unsere Verzögerung vor. Die Marschwege sind erkundet, genauso wie die Ausweichstellungen in der Tiefe des Raumes. Die Bataillonskommandeure machen mit ihren Kompaniechefs gründliche Geländebesprechungen.

2. Februar

Ein Soldat im Winterkampfanzug spricht mit Einheimischen in Norwegen.

Zur Aufklärung gehört auch das Gespräch mit der Bevölkerung. Niemand anders kennt mögliche Eigenheiten der Umgebung besser.

Bundeswehr/Jana Neumann

Die Einheimischen helfen uns sehr. Sie geben uns Tipps für verdeckte Anmarschwege. Ein kleineres Sumpfgebiet war nicht auf den Karten. Sie sind alle aufgeregt.

4. Februar

Schier unendliches Betrachten des Geländes, zig Fahrten zu den Bataillonskommandeuren, in die Stellungen und Verfügungsräume. Dazu das tägliche Kartenstudium. Mittlerweile glaube ich, jeden Quadratmeter meines Gefechtsstreifens zu kennen. Unser Operationsplan ist gut. Er wird funktionieren.

7. Februar

Zwei Fahrzeuge stehen auf einem Waldweg, die Beobachtungseinrichtungen sind ausgefahren.

Der Spähwagen Fennek ist mit seinem leisen Motor und seiner technischen Ausstattung für Aufklärer unverzichtbar. Witterungsunabhängig kann er Tag und Nacht Informationen sammeln.

Bundeswehr/Marco Dorow

Meine Aufklärer sind eingewiesen. Wenn’s losgeht, müssen sie die Fühlung aufnehmen zum Feind, sind ganz vorn. Wir alle müssen unsere sieben Sinne nutzen, Informationen sammeln und auswerten. Der Informationsbedarf der Division ist hoch. Unsere technische Ausstattung funktioniert gut, da habe ich keine Sorgen: Spähwagen in voller Stärke, Radar funktionsfähig und genügend Drohnen in der Luft.

10. Februar

Zwei Soldaten lassen einen Wetterballon steigen.

Mit dem Wetterballon sammeln die Soldaten Wetterdaten. Die Informationen fließen mit in den Angriffsplan ein.

Bundeswehr/Mario Bähr

Das Wetter soll in den nächsten Tagen besser werden. Gerade ist es sehr neblig. Leichter Frost macht zwar die Arbeit mit der Erde schwer, sorgt aber auch für gutes Vorankommen. Gottlob regnet es nicht. Das würde hier eine schöne Schlammschlacht werden.

19. Februar

Ein Brückenlegpanzer schiebt seine Panzerschnellbrücke über einen Graben.

Mit dem Brückenlegepanzer Biber verlegen die Pioniere Kriegsbrücken mit einer Länge von mehr als 20 Metern.

Bundeswehr/Mario Bähr

Eben melden die Pioniere, dass alle Brücken ertüchtigt sind. Die Vorbereitungen zu späteren Sprengungen sind auch gemacht. Wir haben im Gefechtsstreifen des Panzergrenadierbataillons 31 einige Scheunen abreißen müssen. Der Beobachtungs- und Wirkungsbereich war eingeschränkt. Die Böschung des Tingelbaches ist hergerichtet, damit das Panzerbataillon 30 beizeiten in die Wechselstellung kommt.

24. Februar

Die Truppe wird langsam unruhig. Sie müssen beschäftigt werden. Ich habe Ausbildung im Bataillonsrahmen befohlen: Bewegen auf dem Gefechtsfeld, Entfaltung, Keil, Breitkeil, Lösen vom Feind, Gegenangriff aus der Bewegung, Auffangen, Verstärken, Aufnahme eigener Kräfte, Luft- und ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzmaßnahmen. Alles muss sitzen.

von Christian  Grothaus

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