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Fünf Jahre Cross Attachment: Panzergrenadiere trainieren in Polen

Fünf Jahre Cross Attachment: Panzergrenadiere trainieren in Polen

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Datum:
Ort:
Polen
Lesedauer:
2 MIN
Auf einer freien Standfläche stehen zwei Panzer dicht beisammen.

Übung Karakal 19: Ein deutscher Schützenpanzer Marder steht neben einem polnischen Kampfpanzer Leopard bereit für die Übung.

Bundeswehr/Holger Schmidt

Polnische Kampfpanzer Leopard und deutsche Schützenpanzer Marder üben gemeinsam in Polen: Die Feierlichkeiten rund um 30 Jahre Deutsche Einheit sind noch keine 48 Stunden alt. Und schon stand für die Soldatinnen und Soldaten des Panzergrenadierbataillons 401 das nächste Jubiläum auf dem Programm.

Zum fünfjährigen Bestehen des deutsch-polnischen Cross Attachements, der deutsch-polnischen Kooperation, zwischen der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ und der polnischen 10. Panzerkavalleriebrigade ging es nach Nowa Dęba einem Truppenübungsplatz rund 180 Kilometer ostwärts Krakau. Karakal 19 ist eine von polnischer Seite initiierte Übung mit deutscher Beteiligung.

Vor fünf Jahren beschlossen die Verteidigungsminister beider Nationen, die militärische Zusammenarbeit ihrer Streitkräfte, insbesondere der Heerestruppen, zu vertiefen. Auf deutscher Seite fiel die Wahl dabei auf die im mecklenburgischen Neubrandenburg beheimatete Panzergrenadierbrigade 41.

Tausend Kilometer weg von zu Haus

Ein polnischer Soldat weist einen deutschen Schützenpanzer auf einen Schwerlastanhänger ein.

Millimeterarbeit: Die Schützenpanzer werden auf polnische Schwerlasttransporter verladen.

Bundeswehr/Holger Schmidt

Hauptmann Matti Hybenkvist, Kompaniechef der 4. Kompanie 401, begrüßt seine Soldaten auf dem Entladebahnhof im polnischen Nowa Dęba. „Sie alle haben die mehr als 1.000 Kilometer lange Anreise aus dem Heimatstandort Hagenow gut überstanden. Jetzt gilt es, gemeinsam mit den polnischen Kameraden ihre Schützenpanzer Marder zu entladen.“

Die letzten Kilometer bis zum Übungsplatz legen die deutschen Schützenpanzer auf polnischen Schwerlasttransportern zurück. Das Ganze funktioniert trotz früher Stunde reibungslos. Das Hand-in-Hand-Arbeiten mit polnischen Soldaten stelle für die Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 kein Novum dar, beschreibt Hybenkvist die Vorbereitung. Während der Übung waren die Soldaten der 4. Kompanie einem polnischen Panzerbataillon unterstellt. Ihr Auftrag: Das polnische Panzerbataillon als schnelle Eingreiftruppe im grenadiertypischen Gelände zu verstärken.

Ein Gefechtsschießen mit polnischen Leoparden und deutschen Schützenpanzern signalisiert ganz klar den Kern der Übung.

Karakal 19 bildet den Höhepunkt des Ausbildungsjahres. Insgesamt sind an der Übung 38 Einheiten und Verbände mit 280 Fahrzeugen und 780 Soldaten beteiligt. Brigadegeneral Andreas Durst, Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41, blickt auf die Anfänge des Programms zurück.

Fahren, funken, schießen

Drei Soldaten in einer lockeren Gesprächssituation.

Brigadegeneral Andreas Durst (l.), Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41, spricht mit Oberst Artur Pikon (r.), Kommandeur 10. Panzerkavalleriebrigade.

Bundeswehr/Holger Schmidt

Es habe sich viel getan in den letzten fünf Jahren: „Die Verzahnung der Armeen beginnt in den Köpfen. Es war uns von Anbeginn bewusst, dass es zunächst wichtig war, sich persönlich und militärisch kennenzulernen und gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung aufzubauen.“ Das sei zwingende Voraussetzung für das gemeinsame ‚Fahren, Funken und Schießen‘ und für das Gelingen gemeinsamer Ausbildung und Übungen, eben ein solches Cross Attachment“, schreibt Durst.

Polen schätzen die Kooperation

Ein Soldat und ein Zivilist sprechen miteinander.

Andrzej Duda, Präsident der Republik Polen, (r.) informiert sich direkt beim Kompaniechef der 4. Kompanie, Hauptmann Matti Hybenkvist (l.).

Bundeswehr/Holger Schmidt

Dass die Männer und Frauen aus Hagenow dazu das Zeug zum Kampf haben, davon überzeugt sich während der Übung auch die polnische Staatsführung. Staatspräsidenten Andrzej Duda und Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak äußern sich positiv über die Bedeutung dieser binationalen Zusammenarbeit.

Kameradschaft und Freundschaft

Mehrere Soldaten stehen auf einem Podest, einer spricht in ein Mikrofon.

Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart (r.) ist überzeugt vom Erfolg des Programms Cross Attachement.

Bundeswehr/Holger Schmidt

Ein Vergleichsschießen mit den Handwaffen beider Nationen bietet den Soldaten eine weitere Möglichkeit, sich unter Wettkampfbedingungen zu messen. Auch wenn die polnischen Kameraden diesen Tag knapp für sich entschieden.

Generalmajor Joachim von Sandrart, Kommandeur der 1. Panzerdivision, fasst die Übung zusammen: „Die Soldaten beider Nationen sind hoch motiviert, diese Erfolgsgeschichte gemeinsam fortzuführen.“ Je mehr man zusammen übe und je intensiver man sich austausche, desto tiefer würden Kameradschaft und Freundschaft. „Und genau das stärkt dieses zuverlässige Bündnis.“

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