Heer
Führen im Gefecht

Gut getarnt: Der Gefechtsstand einer Brigade

Gut getarnt: Der Gefechtsstand einer Brigade

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bergen
Lesedauer:
3 MIN

Der Gefechtsstand ist das Nervenzentrum einer Brigade. Hier laufen alle Informationen zum Gefecht und von übergeordneter Stelle zusammen. Bei der Ausbildungs- und Lehrübung (ALÜAusbildungslehrübung) tauchen angehende Spitzenführungskräfte an der Station „Brigadegefechtsstand“ ein in die Führung einer Brigade in einer Operation.

Zwischen Bäumen stehen alte Gebäude, auf der grünen Wiese liegt Stacheldraht.

Im Gefechtsstand der Panzerbrigade 12 laufen bei der Ausbildungs- und Lehrübung 2022 alle Fäden zusammen. Er ist zudem eine Ausbildungsstation für die Teilnehmenden der Weiterbildung.

Bundeswehr/Mario Bähr

Wir stehen vor einem typischen Bauernhof, mitten in Niedersachsen. Die historischen Gemäuer sind aus rotem Ziegelstein. Hinter dem verwitterten Holz einer großen Scheune stehen sicher Traktoren neben Heuballen. Doch der erste Blick täuscht. Stacheldraht, versteckte militärische Fahrzeuge und bewaffnete Soldaten deuten darauf hin: Der Hof wird militärisch genutzt. Hier befindet sich die Schaltzentrale, der sogenannte Brigadegefechtsstand der schweren, mechanisierten Panzerbrigade 12 während der ALÜAusbildungslehrübung 22. Wegen ihrer großen Bedeutung für die eigene, erfolgreiche Operationsführung sind solche Gefechtsstände in der Realität einer extremen Bedrohung durch den Feind ausgesetzt. Wird er entdeckt, ist mit einem vernichtenden Schlag durch feindliche Waffensysteme zu rechnen. Er muss daher gut vor den Augen und Waffen des Feindes im Gelände versteckt werden.

Arbeit an Lagekarten, Computern, Funkgeräten

Die ALÜAusbildungslehrübung 22 zeigt exemplarisch einen Kampfverband in der Landes- und Bündnisverteidigung, direkt im Gelände. In einem Stationskreislauf sollen die Teilnehmer die Vorbereitung und Durchführung eines Gefechts in einer Landoperation unmittelbar erleben und sich bei der Führung aktiv einbringen. Es geht darum, alle Elemente kennenzulernen, die auf dem Gefechtsfeld beteiligt sind. Dazu gehört auch der Brigadegefechtsstand. Er ist für die rund 800 Teilnehmer, konkret von der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, die zweite Station. Das Gelände ist von außen unspektakulär. Hier gibt es keine Tribünen, denn die Arbeit findet in den Gebäuden, hinter verdunkelten Fenstern, an Lagekarten, Computern und Funkgeräten statt. Der Posten lässt uns passieren.

Am Abend müssen sie liefern

Im ersten Gebäude es plötzlich: „Einweisung in das Gelände und in die Räumlichkeiten durch die Chefin der Unterstützungskompanie um 08:00 Uhr!“ Raum für Raum erschließt sich der Aufbau des Gefechtsstandes mit seinen Bereichen, man spricht auch von den Zellen. Dies sind die Arbeitsbereiche der einzelnen Führungsgrundgebiete, die alle unterschiedliche Aufgaben in der Stabsarbeit abdecken. Im Rittersaal, dem größten Raum des Haupthauses, der zu einer Operationszentrale umfunktioniert wurde, erleben wir die Auswertung des Divisionsbefehls, der bereits an der ersten Station in Minden vorgetragen wurde. Die Stabsarbeit wird jetzt durch den Chef des Stabes eingeleitet. Im Anschluss werden die Übungsteilnehmenden in Gruppen den unterschiedlichen Zellen zugeteilt. Was muss unsere Zelle beitragen? Welche Infos und Bewertungen benötigt der Brigadekommandeur für seinen Entschluss? Bei der Befehlsausgabe am Abend müssen sie liefern.

Was wird von den Gruppen erwartet?

An den jeweiligen Stationen müssen die Teilnehmenden aufmerksam sein und allmählich das Szenario sowie die taktische Lage verinnerlichen. Jederzeit müssen sie aussagekräftig sein. „Es könnte vorkommen, dass Teilnehmer durch den Brigadegeneral gezogen werden und zu den sogenannten Möglichkeiten des Handelns vortragen müssen“, verrät uns der Pressoffizier der Panzerbrigade 12, Hauptmann Sebastian Lorenz, beim Rundgang. Im Führungsprozess ist die Abwägung von Möglichkeiten des Handelns ein wichtiges Element. Hier werden etwa Risiken und Chancen, sowohl für den Gegner als auch für die eigenen Kräfte penibel erörtert. Am Abend fällt die Wahl auf eine konkrete Möglichkeit des Handelns. Jetzt entsteht daraus der Brigadebefehl. Die Auswirkung ihrer Beratungsleistung erleben die Teilnehmenden dann bei den anderen Stationen der ALÜAusbildungslehrübung und schlussendlich beim großen Gefechtsschießen mit echter Truppe. Klar ist am Ende: Der Erfolg der eigenen Operation wird niemals dem Zufall überlassen.

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Neben einem alten Stall stehen grüne Zelte und ein getarnter Lastwagen.

Nur ein paar Zelte, Kraftfahrzeuge und Kabel verraten beim genaueren Blick: Hier könnte die Schaltzentrale der schweren Panzerbrigade 12 untergebracht sein.

Bundeswehr/Mario Bähr
Nahaufnahme: An einer Karte auf dem Tisch schreibt eine Hand mit grünem Stift auf einen weißen Zettel.

Auch an der Station Brigadegefechtsstand ist die Mitarbeit der Teilnehmenden gefragt. Sie werden in den Führungsprozess im Stab integriert und müssen die Möglichkeiten ihres Handelns genau abwägen.

Bundeswehr/Mario Bähr

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von Peter Müller
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