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Heavy Metal: Neuer Leopard rollt vom Band

Heavy Metal: Neuer Leopard rollt vom Band

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In der Fertigungshalle der Rüstungsfirma Krauss-Maffei-Wegmann in München bekommt der Begriff „Heavy Metal“ eine neue Bedeutung: In der Höhle des Leoparden wird am 29. Oktober 2019 die neueste Version des Kampfpanzers, der Leopard 2 A7V, an die Bundeswehr übergeben. Mit dabei zahlreiche Vertreter aus Industrie, Politik und Truppe.

Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A7V steht in einer Halle.

Der deutsche Kampfpanzer Leopard 2 A7V ist die neueste, technisch verbesserte Version in der Leopard 2 Reihe.

Bundeswehr/Bill Drechsler

Die Modernisierung der Bundeswehr ist in diesen Tagen das beherrschende Thema bei Krauss-Maffei-Wegmann. Der Industriepartner hat in die eigenen Wände eingeladen, fast genau 40 Jahre nach der Einführung des Leopards 2. Thema: Leopard 2 A7V. Der futuristisch gestaltete Saal passt zum neuen Panzer von KMWKrauss-Maffei Wegmann. Es wird dunkel. Auf der großen Leinwand im Zentrum des Saals, auf dem sich zuvor noch ein Leopard mit blauen Augen bedrohlich durch die Wüste anpirschte, folgt nun ein Film. In der Mitte der Halle stehen dominant zwei Kampfpanzer.

Mehr als 80 Gäste schauen gespannt zu und sehen auf dem Bildschirm die Entwicklung der neuesten Version des Kampfpanzers Leopard 2A7V. Mit einer Lichtershow endet der bewegte Kurzbeitrag. Der Parlamentarische Staatssekretär Peter Tauber wird am Ende des Tages von einem „besonderen Moment“ sprechen. Es ist der 29. Oktober 2019, heute wird die neueste Version des Leoparden, der 2 A7V an die Bundeswehr übergeben.

Kampfpanzer technisch verbessert

Drei Soldaten sprechen in einer blau ausgeleuchteten Halle miteinander.

Projektleiter, Oberstleutnant Jörg Schmerer (M.) spricht der neuesten Version hohe Feuerkraft, Schutz gegen Panzerabwehr und Agilität zu.

Bundeswehr/Bill Drechsler

Das „V“ im neuen Panzer steht für „verbessert“ oder „Verbesserung“. Und tatsächlich ist vieles neu und besser am Leopard 2 A7V. Der Projektleiter, Oberstleutnant Jörg Schmerer, ist überzeugt von der modernsten Version in der Raubkatzenfamilie: „Kennzeichen der neuen verbesserten Variante sind die Führungsfähigkeit und hohe Feuerkraft, der enorme Schutz gegen Panzerabwehr und die Agilität im Gefechtsfeld.“ Auch KMWKrauss-Maffei Wegmann-Chef und Geschäftsführer Frank Haun ist stolz auf das hochmoderne System: „Mit dem neuen Kampfpanzer kann die Truppe den aktuellen und zukünftigen Anforderungen adäquat begegnen. Durch eine überlegene Duellfähigkeit, modernste Nachtsichtgeräte, hochmoderne Vernetzung und eine Hochleistungsstromversorgung kann der Panzer weltweit eingesetzt werden.“ Auch in Zukunft werde der Kampfpanzer das Rückgrat für alle Soldaten in den Einsätzen sein. 

Internationale Zusammenarbeit auf allen Ebenen

Zwei Kampfpanzer werden Halle präsentiert. An der Wand hängen die dänische und die deutsche Flagge.

Neben der Bundeswehr erhalten auch die dänischen Streitkräfte ihre Version des Leopards 2 A7V.

Bundeswehr/Bill Drechsler

Die Kampfwertsteigerung des Leoparden ist ein Ergebnis multinationaler Zusammenarbeit auf industrieller Ebene sowie das Resultat starker Allianzen von Streitkräften verschiedener Nationen. Insgesamt würden bereits 18 Länder eine Variante des Leopards 2 nutzen. Auch die 19. Nation stehe mit Ungarn und der Beschaffung des 2 A7 bereits in den Startlöchern. Allein drei multinationale Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit dem Fähigkeitserhalt und der Weiterentwicklung des Kampfpanzers Leopard, allen voran Dänemark, Kanada, Schweden und die Niederlande, so der Projektleiter. „Harmonisierung, Effizienz und Kooperationen verschiedener Nationen steigern letztlich die Verteidigungsfähigkeit unserer Gesellschaft“, so Haun.

Erfahrungen von Kanadiern und Dänen genutzt

Dabei seien in erster Linie die Soldatinnen und Soldaten, die an vorderster Front ihre Aufgaben erfüllen, die entscheidenden Träger der Verteidigungsfähigkeit. Die Erfahrungen und Leistungen der Kanadier und Dänen in Afghanistan unter extremsten Bedingungen mit dem Leopard 2 waren entscheidend für die Weiterentwicklungen des Kampfpanzers. Auch deutsche Soldaten hatten mit der Industrie an der Weiterentwicklung gearbeitet. Hier sei in erster Linie das neue Verstaukonzept für das Material im Panzer genannt.

Panzertruppe ist begeistert

Vier Soldaten stehen nebeneinander vor einem Panzer.

Eine Besatzung des Kampfpanzers aus dem Panzerbataillon 203 ist in München, um sich persönlich einen Eindruck zu verschaffen.

Bundeswehr/Bill Drechsler

Auch Soldaten des Panzerbataillons 203 waren extra aus Augustdorf für das Event nach München gereist. Hatte der Verband bereits einen wesentlichen Anteil an der Einführung des 2A7, so steht das Bataillon auch für die Erprobung der neuesten Version bereit. Kommandeur, Oberstleutnant Jörg Stenzel, freut sich auf den modernen Kampfpanzer: „Mit der neuen Version geht die Panzertruppe den nächsten Schritt in der Leistungsfähigkeit. Ich bin stolz auf unser Kampfross. Der Panzer ist schnell, wendig und ermöglicht meinem Bataillon, sich mit hoher Feuerkraft in einem Gefecht durchzusetzen.“

Ergonomisch bessere Sitze

Auch eine Kampfpanzerbesatzung aus Augustdorf verfolgte die Präsentation in der bayerischen Hauptstadt. Kommandant, Richtschütze, Kraftfahrer und Ladeschütze waren ganz nah am zukünftigen System zu finden. Insbesondere Hauptfeldwebel Matthias Allmüller, Kommandant, und Oberstabsgefreiter Wilhelm Wacker, Kraftfahrer, würden von der neuesten Version profitieren: „Der größte Vorteil beim neuen Panzer ist die Nachtsichtfähigkeit der Rückfahrkamera. Dadurch, dass der Kraftfahrer auch nachts allein rückwärtsfahren kann, bin ich in der Lage, mich weiter taktisch auf das Gefechtsfeld zu konzentrieren“, erläutert Allmüller. Auch Oberstabsgefreiter Meico Baumgart, Richtschütze, zeigt sich begeistert von der neuen Technik: „Ergonomisch ist mein Sitzplatz viel besser geworden, zusätzlich habe ich jetzt auch einen Bildschirm, um aus der Stellung heraus im Panzer das Gefechtsfeld beobachten zu können.“

Stabiles Rückgrat des Heeres

Peter Tauber steht hinter einem Pult und spricht, hinter ihm der Kampfpanzer Leopard 2A7V.

Der Parlamentarische Staatssekretär Peter Tauber bezeichnet die Übergabe in seiner Rede als einen besonderen Moment für die Streitkräfte.

Bundeswehr/Bill Drechsler

Der Parlamentarische Staatssekretär Peter Tauber spricht in seiner Rede von einem „besonderen Moment für die Streitkräfte, wenn neue Waffensysteme und Technologien übergeben werden.“ Schon vor 40 Jahren sei klar gewesen, dass der Leopard 2 ein außergewöhnlicher Kampfpanzer ist. Das habe sich bis heute mehr als bestätigt, so Tauber. Für die permanent sich ändernde Sicherheitslage benötige die Truppe außergewöhnliche Systeme, die zukünftigen Herausforderungen begegnen. Der Leopard 2 A7V sei in seiner aktuellen Version ein richtiger Schritt und stelle damit ein stabiles Rückgrat des Heeres dar.

104 Kampfpanzer Leopard 2 A7V

Zwei Zivilisten und ein General stehen nebeneinander und halten einen großen, symbolischen Schlüssel in den Händen.

Symbolische Übergabe: Stellvertretend für Bundeswehr und Deutsches Heer übernehmen Staatssekretär Peter Tauber (M.) und Generalleutnant Stephan Thomas (r.) von KMWKrauss-Maffei Wegmann-Chef Frank Haun (l.) den Schlüssel zum Leopard 2 A7V.

Bundeswehr/Bill Drechsler

Darüber hinaus sei die Erhöhung der Stückzahl neuer Systeme mit neuen Technologien zukunftsweisend und ein wichtiger Beitrag für die „Sicherstellung deutscher Panzerverbände Heer.“ Das Heer und die Bundeswehr werden in den nächsten Jahren das erhalten, was sie als handlungsfähige Streitkräfte verdienen würden, so der Staatssekretär weiter: 328 Kampfpanzer, davon 104 Leopard 2 A7V, als wichtige Voraussetzung, um den eigenen Auftrag zu erfüllen und die Sicherheit Deutschlands in der Landes- und Bündnisverteidigung zu gewährleisten.


von Maximilian Kohl

Weitere Informationen

  • Ein Kampfpanzer Leopard 2 fährt auf einer Freifläche neben einem Schützenpanzer Marder.

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