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Ausbildung Jagdkampf

Jagdkommando – höchste Form des infanteristischen Kampfes

Jagdkommando – höchste Form des infanteristischen Kampfes

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Datum:
Ort:
Hammelburg
Lesedauer:
3 MIN

Anspruchsvoll und kräftezehrend, die Ausbildung zum Führer eines Jagdkommandos kennzeichnet Willensstärke und Verantwortung. In hochkomplexen Operationen, unter körperlicher Belastung und erschwerten Bedingungen führen die Soldatinnen und Soldaten, einen verstärkten Zug. Getrennt von der eigenen Truppe lernen sie den Kampf zu führen.

Zwei Soldaten kniend mit Waffe in der Hand im Wald.

Viel sehen, ohne gesehen zu werden und unter hohem Druck mit wachem Kopf Entscheidungen treffen, das sind nur einige der Kernkompetenzen eines Jagdkommandoführers.

Bundeswehr/BenjaminBendig

Sechs Wochen voller Entbehrungen, körperlichem und mentalem Stress, dazu die künstliche Verknappung von Schlaf und Nahrung – eine Situation, die die Lehrgangsteilnehmenden bereits vom Einzelkämpferlehrgang kennen. Dieser ist Voraussetzung, um am Lehrgang Führer eines Jagdkommandos teilzunehmen. Die Anforderungen sind jetzt weitaus höher: mehr Personalverantwortung, komplexere Lagen und ein straffer Ausbildungsplan. Am Ende der Ausbildung gelten die Soldatinnen und Soldaten als Spezialisten, also als Hochwertpersonal.

Jagdkommando – der auf sich gestellte Kampf

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Jagdkampf bedeutet, dass die Soldaten auf sich gestellt kämpfen – kein Nachschub, keine Verbindung zur eigenen Truppe.

Die zukünftigen Einsatzszenarien sind vielfältig. Oberstleutnant Andreas Wiechert, der Lehrgruppenkommandeur, erläutert: „Eingesetzt werden Jagdkommandos beispielsweise an offenen Flanken, in Lücken, oder auch hinter feindlichen Linien, abgeschnitten von den eigenen Kräften.“ Mögliche Aufträge der Jagdkommandos sind der Schutz eigener Kräfte im rückwärtigen Raum, Schutz vor Angriffen oder Sabotageakten durch Luftlandekräfte, Kampf gegnerische Jagdkommandos oder Banden. Der offensive Einsatz der Jagdkommandos ist ebenfalls denkbar, beispielsweise gegen feindliche Gefechtsstände, Fernmeldeeinrichtungen oder kritische Infrastruktur.

Hohe Anforderungen

Ein Schlauchboot mit Soldaten auf dem Main.

Führer eines Jagdkommandos müssen unter schwierigsten Bedingungen ihr Überleben und die Erfüllung des Auftrags gewährleisten. Dafür bilden die V. und XII. Inspektion die Lehrgangsteilnehmer aus.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

„Die Grundlagen für den Lehrgang werden bereits in der Führerausbildung der Streitkräfte gelegt. Die körperlichen Voraussetzungen dann anschließend im Einzelkämpferlehrgang festgestellt. Die Teilnehmer sind gestandene Gruppen- oder Zugführer, vereinzelt sogar Kompaniechefs“, erläutert Major Sascha Einig. Der Inspektionschef beschreibt: „Auch Spezialisten anderer Truppengattungen, wie zum Beispiel Spähzugführer, oder Pioniere, werden in das Jagdkommando integriert, um dort, ihre jeweiligen Fähigkeiten bereitzustellen.“ Das Wichtigste sei es, in psychisch und physisch sehr belastenden Situationen unter Schlafentzug, mit viel Gepäck und wenig Nahrung über Tage hinweg zielführend und „mit wachem“ Kopf den Auftrag zu erfüllen. Der unbedingte Wille dazu, sei essenziell.

Dabei komme es vor allem darauf an, das Gelände lesen zu können, die Feindlage richtig zu beurteilen und aus der Aufklärung die richtigen Schlüsse zu ziehen. „Der Schlüssel liegt in der Planung“, denn egal wo das Jagdkommando eingesetzt wird: „Die Umsetzung muss präzise und effizient erfolgen, um kurzfristig mit den zur Verfügung stehenden Mitteln eine Kräfteüberlegenheit herzustellen“, bekräftigt Einig.

Aktueller denn je

Ein Soldat während der Befehlsausgabe im Wald.

Einsatzplanung und Befehlsgebung haben eine ganz besondere Bedeutung auf dem Lehrgang. Die Operation eines Jagdkommandos ist komplex.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

Jagdkommandos seien keinesfalls „ein alter Hut“, bestätigt Chef Einig. „Aktuelle Szenarien zeigen es. Es braucht teilweise kleine Einheiten mit guter Ausstattung und einer breiten Palette von Fähigkeiten, dazu den unbedingten Willen zum Sieg, um einen hoch mechanisierten, überlegenen Feind zu schlagen.“

Lehrgruppenkommandeur Wiechert beschreibt die aktuellen Herausforderungen. „Der Lehrgang wird entlang, aktueller Bedrohungslage justiert. Er ist zukunftsweisend, bedürfe jedoch einiger Anpassungen. Neue Techniken und Verfahren werden eingeführt, denn die Art der Kriegsführung ändert sich stetig. Es bedarf schneller, sehr beweglicher und digital unterstützter Kräfte.“ Um diesen Veränderungen gerecht zu werden, bedürfe es der Einbettung von aktuellen Szenarien und einer Änderung der Ausbildungsmethoden. Beispiele hierfür seien unter anderem, die Drohnenabwehr und die Änderung der Verfahrens- aber auch Kampfweise.

Die Grundlagen würden die gleichen bleiben, jedoch gewinne unter anderem der Einsatz in urbanem, also eng bebautem Raum oder der Schutz sensitiver Infrastruktur, etwa Umspannwerke, Gasförderanlagen mehr an Bedeutung. Dies werde sich auch in der Ausbildung niederschlagen. „Das Führen eines Jagdkommandos, ist die höchste Form des infanteristischen Kampfes“, so Wiechert.

Fähigkeiten und Fertigkeiten

Ein getarnter Soldat beobachtet mit einem Wärmebildgerät.

Jagdkommandos: Es geht nicht nur um Handstreiche oder Hinterhalte, auch Informationsgewinnung und Aufklärung gehören zu den Aufträgen.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

Die Trainingsteilnehmer werden befähigt, unter hoher körperlicher Belastung, ohne Unterstützungsmöglichkeiten, getrennt von eigener Truppe hochkomplexe Operationen durchzuführen – der Feind wird dabei immer als überlegen angenommen. Dies setze präzise Planung, die vollumfängliche Anwendung des Führungsprozesses und somit folgerichtige Entscheidungen voraus. Es gilt in schwierigen Szenarien den Überblick zu behalten und Manöverelemente so zu koordinieren, dass die Operation ein Erfolg wird. Die ausgebildeten Soldaten sind Multiplikatoren, in ihren Einheiten, Dienststellen und Verbänden bilden sie wiederum Soldaten aus.

Freude und Stolz

Die Lehrgangsteilnehmer werden nach der Verleihung der Abzeichen vom General beglückwünscht.

Brigadegeneral Michael Matz, gratuliert persönlich den bestandenen Lehrgangsteilnehmern und ist stolz für die gezeigten hohen mentalen und körperlichen Leistungen.

Bundeswehr/Andrea Rippstein
Abzeichen grüner Hintergrund silbernes Eichenlaub und Schriftzug Jagdkommando

Es ist nur ein Symbol, aber das Sonderabzeichen Jagdkommando zeigt, dass man es geschafft hat.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

Die Verleihung der Abzeichen ist der krönende Abschluss der Ausbildung. Die Belastung fällt ab und Freude und Stolz treten an dessen Stelle. Der General der Infanterie und Kommandeur Infanterieschule, Brigadegeneral Michael Matz, verleiht persönlich diese besonderen Abzeichen – für den bestandenen Lehrgang, Führer eines Jagdkommandos.

von Thomas Heinl

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