Heer

Joint Fire Woche 2019: Gemeinsamer Feuerkampf in Grafenwöhr

Joint Fire Woche 2019: Gemeinsamer Feuerkampf in Grafenwöhr

  • Übung
  • Heer
Datum:
Ort:
Grafenwöhr
Lesedauer:
2 MIN

Ist ein militärisches Ziel nicht sichtbar und muss trotzdem bekämpft werden, geben Artilleristen mit Geschützen und Infanteristen mit Mörsern sogenanntes indirektes Feuer ab. Karten und Hilfsziele dienen dabei als Grundlage für das Gefecht. Die Joint Fire Woche der 10. Panzerdivision bot den Teilnehmenden im August die Gelegenheit, diese Abläufe gemeinsam zu üben.

Eine Panzerhaubitze feuert ein Geschoss ab, Rauch steigt auf.

Die Soldaten der Panzerhaubitze 2000 schießen auf ein Ziel, dessen Koordinaten ihnen die Beobachter vorher übermittelt haben.

Bundeswehr/Rick Schnell

Unter Leitung des Artilleriebataillons 131 kamen 30 Teilnehmende aus dem Bereich der 10. Panzerdivision nach Grafenwöhr, um ihr Wissen über die Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung zu vertiefen und aufzufrischen. Ziel war es, die Anforderung und Lenkung des Feuers auf zugewiesene Ziele zu üben. Durch das Training zunächst am Simulator und später beim scharfen Schuss werden die Soldatinnen und Soldaten handlungssicher. Der gegenseitige Austausch zwischen den Beobachtern aus verschiedenen Verbänden ist nützlich, da die Beobachter der Artillerie den Beobachtern der Infanterie Tipps beim Anfordern von Feuer der Panzerhaubitze und Raketenwerfer geben können. Die Beobachter der Infanterie sind wiederum Experten für die Mörser.

Boden-Boden- und Boden-Luft-Trupps arbeiten zusammen

Ein Soldat schaut durch ein grünes Zielortungsgerät, äußerlich ähnlich einem Fernrohr auf einem Aussichtspunkt.

Mit technischen Hilfsmitteln können die Beobachter schnell und über größere Entfernung Ziele orten.

Bundeswehr/Rick Schnell

Ein koordinierter Ablauf ist notwendig, um das Feuer der Artillerie und Mörser auf ein festgelegtes Ziel zu lenken. Nach der Zielmeldung an das Joint Fire Support Coordination Team (JFSCT) auf Batterieebene beginnt die Arbeit. Das JFSCT führt die Soldaten der bis zu vier Joint Fire Support Teams (deutsch: gemeinsamer Feuerunterstützungstrupp, JFST). Die einzelnen JFST bestehen aus jeweils einem Boden-Boden-Trupp, der das Feuer der Artillerie oder Mörser lenkt, und einem Luft-Boden-Trupp, der luftgestützte Waffen zur Wirkung bringt.

Nach der Abwägung, Priorisierung und Entscheidung wird ein Wirkmittel, also ein bestimmtes Waffensystem, dem JFST zugeteilt und in enger Absprache mit der Kampftruppe das Ziel bekämpft.

Präzise Arbeit mit der Karte notwendig

Ein Soldat studiert eine Karte, die am Boden liegt.

Ein Vergleich zwischen der Karte und dem realen Gelände ist unverzichtbar, um die richtigen Koordinaten zu bestimmen.

Bundeswehr/Rick Schnell

Beim Abgleich zwischen Karten und Gelände werden Koordinaten bestimmt, die wiederum Grundlage für die richtige Zielbestimmung sind. Um Zahlendreher bei den Zielkoordinaten zu vermeiden, müssen die Soldaten sehr sorgfältig und exakt arbeiten.

In der Joint Fire Woche übten die Teilnehmenden die Abläufe in mehreren Szenarien. So mussten die Beobachter in englischer und deutscher Sprache kleinere Flächenziele einschießen und Wirkungsfeuer zu einer bestimmten Zeit abrufen. Im Simulator übten sie das Schießen bei Nacht. Mehrere Teilnehmende erhielten bei der Joint Fire Woche den Status Limited Combat Ready (bedingt einsatzbereit). Dieser Status ist für den Beobachter die Grundlage, um in einem Einsatz bestehen zu können.

Blick auf einen von Wald umgebenen Übungsplatz. In der Ferne steigt Rauch auf.

Wirkung im Ziel: Die feindlichen Kräfte werden durch das Feuer der Artillerie bekämpft.

Bundeswehr/Rick Schnell

Über 200 Soldaten aus verschiedenen Verbänden der 10. Panzerdivision trugen unter Führung des Leitverbandes Artilleriebataillon 131 aus Weiden zum Gelingen des Vorhabens bei. Sie tauschten sich gegenseitig aus und arbeiteten während der Joint Fire Woche eng zusammen – Basis für den Erfolg.

von Rick Schnell

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