Heer

Juli 2020 – Angriff

Juli 2020 – Angriff

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
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Auf grauem Untergrund sind weiße Symbole gezeichnet. Ein dicker Pfeil gibt die Richtung des Angriffs vor.

Im Angriff zeigt sich, ob die Planung des Gefechtes den Erfolg bringt. Im Angriff sucht der militärische Führer eine Entscheidung auf dem Gefechtsfeld.

Bundeswehr/PIZ Mediendesign

4. Juli

Unsere Politiker haben es geschafft: Magdal tritt endlich in den Krieg ein. Die Verstärkung verbessert das Verhältnis im Divisionsrahmen auf 2:1 gegen uns. Ein großer Fortschritt. Wiswegs Stunde wird bald schlagen. Die Stimmung in der Truppe ist prächtig.

Ein Kampfpanzer Leopard fährt sehr schnell und erzeugt eine mächtige Staubfahne.

Im Angriff sucht der militärische Führer eine Entscheidung des Gefechtes. Entschlossenheit, Mut, Geschwindigkeit und das Überraschungsmoment spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Bundeswehr/Mario Bähr

18. Juli

Nun kommt die heißersehnte Offensive in Gang. Heute Befehlsausgabe der Division. Magdals und Mittlands Kräfte werden bis auf Brigadeebene gemischt. Unsere Division ist verstärkt mit drei Magdaler Panzerbrigaden. Die Ausrüstung ist vergleichbar mit unserer, hoffentlich die Ausbildung auch. Nun müssen wir zusammenfinden. Habe zwei Tage Gefechtsdienst zum Beschnuppern angesetzt.

23. Juli

Gestern und heute mit Magdaler Nachbarbrigade das Ablösen durch Angriff geübt. Wenn diese anspruchsvolle taktische Aufgabe klappt, funktioniert der Rest auch. Zunächst im Bataillonsrahmen. Annäherung, dann Angriff über Stellungstruppe, zügig mit dem Feind verzahnen. Durchaus Anlaufschwierigkeiten, vor allem mit Befehlsgebung, der Entfaltung im Raum, Zeit- und Führungslinien. Unterschiedliche Führungskulturen sind deutlich spürbar, es fehlt leider die Zeit.

27. Juli

Ein Fahrzeug überquert eine lange Kriegsbrücke, die aus über zehn Schwimmschnellbrücken zusammengesetzt ist.

Gewässer sind mächtige Hindernisse in der Gefechtsplanung. Mit Kriegsbrücken kann die Kampftruppe auch Angriffe über Gewässer führen.

Bundeswehr/Marco Dorow

Befehlsausgabe für die Offensive „Sommerdonner“. Unsere Division wird im Zentrum des Geschehens angreifen, um den Feind zu zerschlagen. Die Brigade Eulenschlag ist für den Vorausangriff vorgesehen. Wir sollen Schlüsselgelände nehmen südlich der Elbe, um damit den Gewässerübergang möglich zu machen.

28. Juli

Planungen sind abgeschlossen und Vorbefehle erteilt. Flexibilität in den Köpfen ist das Wichtigste. Den Rest zeigt das Gefecht.

30. Juli

Zwischen einfachen Holzhäusern einer Ortschaft steht ein Schützenpanzer Marder.

Auf- und abgesessen kämpfen Panzergrenadiere neben den Kampfpanzern auf weitem, übersichtlichem Panzergelände.

Bundeswehr/Marco Dorow

Angriffsbeginn, um 6:00 Uhr volle Gefechtsbereitschaft, 6:30 Uhr Überschreiten der Ablauflinie. Danach Entfaltung im Breitkeil vorn Panzerbataillon 30, links, 32, Mitte, Panzergrenadierbataillon 31, rechts und hinten Panzerbataillon 34.

Nach rund 12 Kilometern gegen 7:00 Uhr erster Feindkontakt. Offenbar in einer Umgliederungsphase erwischt. Wir vernichteten 39 Kampf- und 14 Schützenpanzer. Zwischenziel eins gegen 9:00 Uhr erreicht, ohne weiteren nennenswerten Widerstand.

Der Kampf durch die Tiefe ging nach Annäherung und Einbruch langsamer voran. Für fünf Kilometer haben wir zwei Stunden gebraucht. Panzerbataillon 30, als Reserve eingesetzt, zog immer wieder brillant die Kohlen aus dem Feuer, schloss Flanken oder rollte Stellungen auf. Vor Munsbritt hat uns die Artillerie den Weg freigeschossen.

Um 13:00 Uhr nahmen wir unser Angriffsziel südlich der Elbe. Eigene Verluste aufgrund geringer Intensität waren glücklicherweise nur bei 20 Prozent. Die Überraschung war geglückt.

von Christian  Grothaus

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