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Manöver Holstein Extrem: Aufklärer üben den Ernstfall

Manöver Holstein Extrem: Aufklärer üben den Ernstfall

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
Datum:
Ort:
Eutin
Lesedauer:
2 MIN

Mehrere Tage auf sich allein gestellt und Überleben, dazu den militärischen Auftrag stets im Kopf – so haben die Soldatinnen und Soldaten des Aufklärungsbataillons 6 jetzt den Ernstfall geübt. Hinter den „feindlichen Linien“ ging es darum, nicht entdeckt zu werden und doch Informationen über den Feind zu sammeln, ihn also aufzuklären.

In strömendem Regen zwingen Soldaten einen Lkw mit vorgehaltenen Waffen zum Stehen.

Zugriff: Während der Übung gibt es kein Zögern. Die Spähtrupps stoppen einen Versorgungslastkraftwagen.

Bundeswehr/Gerrit Burow

Montagmorgen irgendwo in Schleswig-Holstein in der Nähe von Eutin. Die Übung Holstein Extrem, eine Durchschlageübung, beginnt. Bei einer Durchschlageübung werden Soldaten in einiger Entfernung vom Zielpunkt ausgesetzt. Von dort aus sollen sie sich ohne fremde Hilfe in möglichst kurzer Zeit zum vorher festgelegten Ziel durchschlagen. Dabei sind widrige Umstände wie querfeldein marschieren durch schwieriges Gelände, ein Gewässer, in Dunkelheit oder Kälte ein Teil der Übung.

Schüsse bei Ahrensbök

Zwei Soldaten schwimmen mit ihrer gut verpackten Ausrüstung in einem See ans andere Ufer.

Mit der persönlichen Ausrüstung durchschwimmen die Aufklärer auch Gewässer.

Bundeswehr/Gerrit Burow

Der Einsatzbefehl für das Aufklärungsbataillon 6 ist erst wenige Stunden alt: Spähtrupps bewegen sich einzeln in Richtung Norden. Der Kontakt mit feindlichen Kräften zwingt die Aufklärer zum Ändern ihrer Taktik. Bei einem Schusswechsel seien Soldaten verletzt und Fahrzeuge ausgefallen, heißt es. Ganz klar war dieses Szenario von der Übungsleitung so arrangiert worden. Doch genau damit wolle man die Soldaten trainieren, auf plötzliche Ereignisse professionell zu reagieren, beschreibt ein Soldat aus dem Leitungsteam der Übung.

Kräftezehrende Stunden und Tage folgen für die Spähtrupps. Allein auf sich gestellt marschieren sie nachts, um sich am Tag in ihren Verstecken für den Feind unsichtbar zu machen. Und doch haben sie ihren Auftrag stets im Kopf und melden unermüdlich Informationen, die sie über die feindlichen Kräfte gesammelt haben.

Kein Schlaf und ungebrochener Wille

Vier Tage als Gejagter, wenig Essen und kaum Schlaf und doch gehen die Holsteiner Soldaten kein Risiko ein. Der Selenter See bei Lütjenburg zwingt die Aufklärer sogar ins Wasser. Das persönliche Gepäck wasserfest verpacken und rund 400 Meter schwimmen, ist nur eine von vielen weiteren Herausforderungen, welche die Aufklärer in mehr als drei Tagen Durchschlageübung meistern.

Schlaf-, Nahrungsentzug und schlechte Witterung brachten die Soldaten nahe an ihre Leistungsgrenze. „Der Durchhaltewillen der jungen Kameraden, die teilweise erst ein halbes Jahr bei der Bundeswehr ihren Dienst leisten, haben mich sehr beeindruckt“, resümiert stolz Bataillonskommandeur Tobias Aust. Es sei beeindruckend, mit welcher Willenskraft die Soldaten ihre Durchschlageübung bestanden hätten, so Aust.

Informationen über den Feind gesammelt

Drei Soldaten laufen mit ihrem Marschgepäck an Rande eines Gefechtsfeldes. Rauch steigt auf.

Die Soldaten des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein" sollen Informationen über den Feind gewinnen.

Bundeswehr/Gerrit Burow

Hunderte von Meldungen während der Übung ergaben ein Gesamtbild der feindlichen Kräfte. Die folgende Informationsverarbeitung und Auswertung über die vermutliche Absicht des Feindes bildeten eine wichtige Grundlage, um militärische Operationen zu planen. Mit diesem Know-how der Informationsüberlegenheit unterstützen die Aufklärer das erfolgreiche Gefecht der Kampftruppen. Das Aufklärung auch unter schwierigsten Bedingungen funktioniert, haben die Eutiner Aufklärer mit dieser Übung gezeigt.


von Matthias Simon

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